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Serial Lover

Zu surrealer Übertreibung neigende Killer-Komödie mit den wohl witzigsten Todesursachen der Filmgeschichte.


Serial Lover

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Erhältlich seit:
20.04.2000

Komödie/ Horror

Frankreich 1998
Laufzeit: 85 Min.
FSK: ab 16

Michèle Laroque
Albert Dupontel
Elise Tielrooy

Regie: James Huth
Highlight Communications (Deutschland)

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Serial Lover

Claire Doste hat ein Problem. Drei Verehrer buhlen um ihre Gunst und sie weiß nicht, für wen sie sich entscheiden soll. Also bittet sie die Herren zu einem gemeinsamen Abendessen, bei dem der Glückliche endgültig auserkoren werden soll. Dummerweise segnen die Männer aber wegen der Ungeschicklichkeit der Gastgeberin kurz hintereinander das Zeitliche. Das wäre ja alles gar nicht so schlimm, würde da nicht dauernd dieser lästige Polizeiinspektor auftauchen, der sich auf der Suche nach zwei Schwerverbrechern befindet...

Schwarzhumorige Horrorkomödien aus Frankreich können, wie uns Jeunet und Caro bereits 1992 zeigten, "Delicatessen" sein. Diese hier von Regiedebütant James Huth bemüht sich um Fortsetzung dieser Tradition und demonstriert gerade in der Betonung des Geschmacklosen pikanten Humorgeschmack. Michèle Laroque ("Der Mann der Friseuse") brilliert als Mörderin wider Willen und Albert Dupontel als Flic parodiert gekonnt hardboiled Privatschnüffler in der Tradition von Hammett und Chandler. Eine Pulp-Perle, die sich Quentin Tarantino oder John Waters nicht besser hätten ausdenken können. Freunde des Schrägen sollten zugreifen.

Serial Lover

Dem französischen Filmemacher James Huth ist mit seinem ersten Spielfilm ein äußerst amüsantes Horror-Kabinettstückchen geglückt. Souverän benutzt er dabei die sattsam bekannten Versatzstücke des Genres, um sie lustvoll zu demontieren und dann souverän auf die Spitze zu treiben. Ein Film, wie ihn sich Quentin Tarantino und John Waters am Telefon hätten ausdenken können: ultrastilisierte Kintoppsequenzen, rabenschwarzer Humor, perfektes Timing - eine echte Pulp-Perle.

Dem ausgelutschten Sub-Genre der Killer-Movies auf Anhieb eine ebenso perfid vergnügliche wie respektlos innovative Frischzellenkur zu verpassen, ist schon ein kleines Kunststück. Dem Franzosen James Huth, der bisher nur mit zwei Kurzfilmen und diversen Werbespots von sich reden machte, ist diese Stilübung routiniert gelungen. Im Zentrum seiner exquisiten Blutorgie steht Claire (Michele Laroque): sexy, intelligent - und so letal wie ein Herzschlag. Eigentlich will Claire nur reinen Tisch machen. Genauer gesagt will sie sich bei einem häuslichen Dinner endlich für einen ihrer drei Liebhaber entscheiden. Doch für Sasha (Antoine Basler), Hakim (Zinedino Soualem), Ruitchi (Gilles Privat) und für ihren besten Freund Charles (Michel Vuillermoz) wird das Essen schnell zum letzten Abendmal. In einem superb getimeten Küchen-Harakiri spielen ein Tranchiermesser, ein Mixer und ein Kühlschrank die entscheidenden Rollen, dann: Mördergrube Badezimmer, Fazit: Zerbrochene Spiegel bringen nicht nur sieben Jahre Pech, sondern manchmal auch den Tod. Exitus numero trois: Ein Killer-Kleinod komponiert aus Telefonkabel, Schlittschuh und Bowlingkugel. Nach einer halben Stunde Filmzeit-Apokalypse gleicht Claire einer fiebrig-hysterischen Mord-Medusa und ihr Apartment einer mega-coolen Leichenhalle. Man fragt sich besorgt, ob nach diesem temporeichen ersten Akt überhaupt noch etwas kommen kann, was einen weiter bei der Stange hält. Doch James Huth hat sein Pulver noch lange nicht verschossen. Was er in "Serial Lover" an Einfällen, Situationskomik, Verve und Horror hineingepackt hat, ist schlicht atemberaubend. Sein Film gleicht einer grandiosen Silvesterrakete, die - einmal explodiert - immer neue, spektakulärere Feuerwerksschauer an den Zelluloid-Himmel zaubert. Und ganz ehrlich: Noch nie gab es eine so irrwitzige "Only You"-Version im Kino zu sehen, und das Finale mit Claire und dem deadpan Flic Cellier (Albert Dupontel) eine Mesalliance aus Tati, Keaton und Inspektor Clouseau - setzt. "Serial Lover" hat nicht nur echtes Kult-Potential, sondern kann sich bei gezieltem Einsatz in seinem Marktsegment durchaus als kommerzielle Überraschung erweisen. ull.

Darsteller:  Michèle Laroque   als Claire Doste
  Albert Dupontel   als Eric Cellier
  Elise Tielrooy   als Alice Doste
  Michel Vuillermoz   als Charles Thiriot
  Zinedine Soualem   als Hakim
  Antoine Basler   als Sacha Peters
  Gilles Privat   als Ruitchi Di Chichi
 
Regie:  James Huth  
Buch:  James Huth  
  Romain Berthomieu  
  Hugo Jacomet  
Musik:  Bruno Coulais  
Kamera:  Jean-Claude Thibault  
Produzent:  Philippe Rousselet  
 

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