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Shakespeare in Love

Sensationell geistreiche und leichte Romantikkomödie um Shakespeares Inspiration zu "Romeo und Julia".


Shakespeare in Love

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Komödie

USA/Großbritannien 1998
Laufzeit: 119 Min.
FSK: ab 6

Joseph Fiennes
Gwyneth Paltrow
Geoffrey Rush

Regie: John Madden
Universal Pictures Germany

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Shakespeare in Love

1590. Der junge William Shakespeare leidet an einer heftigen Schreibblockade. Die Arbeit an seinem neuesten Stück, das einmal zwei Liebende aus Verona - Romeo und Julia - unsterblich machen soll, geht einfach nicht voran. Da tritt die junge Adelige Viola de Lesseps ins Leben des Dichterfürsten. Von ihrer Liebe inspiriert - und mit etwas Hilfe von seinem Erzrivalen Christopher Marlowe - nimmt der spätere Klassiker Gestalt an. Doch der Preis des Erfolgs ist hoch, muß doch die schöne Viola auf königlichen Befehl einen anderen heiraten...

Für 13 Oscars nominiert und sieben davon gewonnen: John Madden und seine hintersinnige romantische Komödie belegen nachhaltig, daß E mit U durchaus harmonieren kann. Brillant verknüpfen die Drehbuchautoren Tom Stoppard und Marc Norman Fakten und Fiktion, Vergangenheit und Gegenwart, Liebe und Leid. Pointierte Dialoge, eine exquisite Ausstattung, vorzügliche Bilder und eine makellose Ensembleleistung (u.a. Ralph Fiennes Bruder Joseph, Gwyneth Paltrow, Geoffrey Rush und Judi Dench als Königin Elizabeth) - so macht "Literaturgeschichte" richtig Spaß. Der Platz an der Sonne scheint reserviert zu sein.

Shakespeare in Love

Das Kronjuwel der Miramax-Kollektion '98: Jahre nach seiner ursprünglichen Konzeption als großes Starvehikel für Julia Roberts und Daniel Day-Lewis taucht "Shakespare in Love" endlich auf als ebenso leichte wie geistreiche Komödie, die sich das Attribut "romantisch" redlich verdient - und daß, obwohl Tom Stoppard die märchenhaft-flammende Liebesgeschichte, die Shakespeare im Jahr 1593 zum Verfassen von "Romeo und Julia" inspirierte, absolut frei erdachte. Getragen von seinen attraktiven Jungstars Gwyneth Paltrow und Joseph Fiennes und einem liebenswerten Arsenal von Charakterschädeln in den prominenten Nebenrollen bietet der beredte Schwank um emotionale und kreative Nöte des Barden von Stratford-upon-Avon die perfekte Alternative zu den handgeschnitzten Reißbrett-Blockbustern der Studios. Drei Golden Globes, u. a. für die beste Komödie, sind gerechter Lohn für diese wunderbare Arbeit.

Von der ersten Minute an läßt John Madden ("Ihre Majestät Mrs. Brown") seine Kamera entfesselt durch eine lebhafte Menschenmenge schneiden, um sich an einen jungen, enthusiastischen Shakespeare, mehr Backstreet Boy mit ewigen Tintenflecken an den Fingern als graue Künstlermaus im braunen Wams, zu heften und ihm und seinen sich im Minutenrhythmus stellenden Problemen nicht mehr von der Seite zu weichen. So bricht Madden jegliche Zeitbarrieren nieder zwischen dem elisabethanischen Zeitalter und der Gegenwart, führt den Zuschauer mitten hinein in das pralle Leben der historischen Figuren von Stoppards beseeltem Stück und findet gleichzeitig eine wunderbare visuelle Entsprechung für die geschwätzigen und wortgewaltigen Dialoge. Hin- und hergerissen zwischen Kunst und Kommerz und den beiden Bühnen der Stadt sieht sich Shakespeare wie eine Blaupause des modernen Drehbuchschreibers dazu gezwungen, für den gierigen Theaterchef Henslowe (Geoffrey Rush hinreißend mit braunen Zähnen und steten Pfundnoten in den Augen) die Komödie "Romeo und Ethel, die Tochter des Piraten" zu verfassen und mit der Schauspielergruppe des Hauses einzuüben. Das Dilemma: Der aufstrebende Starautor leidet mangels Körperwärme einer Muse an einer schweren Schreibblockade. Das ändert sich, als er das ebenso hübsche wie intelligente Edelfräulein Viola de Lesseps (Gwyneth Paltrows anämisch-bleiche Schönheit blendend eingesetzt) erstmals erblickt, die sich ohne sein Wissen in Jungenkleidung längst in die bunt zusammengewürfelte Schauspieltruppe eingeschlichen hat. Als sich die Beziehung zwischen William und Viola zur heißen Romanze entwickelt, fließen dem Barden die Verse mit einem Mal sintlflutartig aus dem Gänsekiel. Während man miterlebt, wie sich die geplante Bürgerklamotte zum tief empfundenen Meisterwerk wandelt - und schließlich eine tragische Wendung nimmt, weil Shakespeare entdecken muß, daß seine Viola von der Königin höchstselbst einem anderen versprochen wurde, gilt es eine Unzahl anderer Schwierigkeiten zu bewältigen, die Regisseur Madden scheinbar nach Belieben jongliert. Stoppard läßt die Romanze Funken sprühen und nutzt jede sich bietende Gelegenheit, spätere Zitate, Zeitgenossen oder typische Motive Shakespeares in das bunte Treiben einzustreuen, die allesamt ebenso treffsicher sind wie der Auftritt von Judi Dench als weise, aber gestrenge Königin Elisabeth. Bei der Welturaufführung von "Romeo und Julia" löst sie alle dramatischen Konflikte auf und bringt "Shakespeare in Love", diese deftige, satte Boulevard-Farce über den größten Tragödiendichter aller Zeiten, zu ihrem versöhnlichen, wenn auch wenig glücklichen Ende. Ein Filmtraum, der sich nach seinem Abschneiden bei den Golden Globes sowohl in Berlin als auch bei den Oscars berechtigte Hoffnungen machen darf. ts.

Darsteller:  Joseph Fiennes   als William Shakespeare
  Gwyneth Paltrow   als Viola De Lesseps
  Geoffrey Rush   als Philip Henslowe
  Ben Affleck   als Ned Alleyn
  Dame Judi Dench   als Königin Elizabeth
  Colin Firth   als Lord Wessex
  Sir Simon Callow   als Tilney Master of the Revels
  Imelda Staunton   als Nurse
  Tom Wilkinson   als Hugh Fennyman
  Jim Carter   als Ralph Bashford
  Martin Clunes   als Richard Burbage
 
Regie:  John Madden  
Buch:  Tom Stoppard  
  Marc Norman  
Musik:  Stephen Warbeck  
Kamera:  Richard Greatrex  
Produzent:  Marshall Herskovitz  
  Marc Norman  
  David Parfitt  
  Edward Zwick  
  Donna Gigliotti  

Paltrow schlechteste Oscar-Gewinnerin

Mal räumt oberflächliches Popcorn-Kino reihenweise Goldjungs ab, mal werden unausgegorene Nischenfilme mit Oscars bedacht.

Liebling der Juroren, aber nicht der Fans: Gwyneth Paltrow (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Liebling der Juroren, aber nicht der Fans: Gwyneth Paltrow (Foto: Kurt Krieger)

Keine Frage, die Entscheidungen der Academy haben bei Kinofreunden schon oft für Stirnrunzeln und Kopfschütteln gesorgt. Über die nach Fanmeinung krassesten Fehlentscheidungen hat nun eine amerikanische Internetseite abstimmen lassen - und die Ergebnisse sind zum Teil verblüffend.

Dass Gwyneth Paltrow die Liste der zu Unrecht Geehrten anführt, leuchtet noch ein. Sie gewann einen Oscar als beste Hauptdarstellerin für "Shakespeare in Love", ein belangloses, pseudo-historisches Gefühlsgedusel um die Romanze zwischen dem großen englischen Dichter und der schönen Viola (Paltrow). Außer in wallenden Gewändern hübsch auszusehen und ab und zu einen Schmollmund zu ziehen, hatte Gwyneth wenig geleistet. Ihre legendäre Tränensintflut bei der hochpeinlichen Dankesrede dürfte sie bei den Fans kaum beliebter gemacht haben.

Über die Fähigkeiten von Halle Berry, die Zweiplatzierte der Anti-Liste, kann man geteilter Meinung sein. In ihrem Oscar-Film "Monster's Ball" war sie als Witwe, die sich in den Henker ihres hingerichteten Mannes verliebt, zumindest guter Durchschnitt. Doch der anschließende Megaflop "Catwoman" hat sie zur Lachnummer gemacht, zudem heulte sie auf der Oscar-Bühne ebenfalls hemmungslos.

Ohrfeige für Leinwandikonen

Unverständlich ist allerdings, dass auch Helen Hunt für "Besser geht's nicht" und Nicole Kidman für "The Hours" abgestraft wurden. Wie Hunt mit ironischem Charme das Super-Ekel Jack Nicholson umgarnte, war absolut reizvoll und Kidman verkörperte die große Literatin Virginia Woolf sehr überzeugend.

Hunts Partner Nicholson findet sich übrigens für "Besser geht's nicht" auf der Liste der unverdienten männlichen Oscar-Gewinner - ebenso wie Russell Crowe in der Rolle des tragischen Mathe-Genies John Nash im ergreifenden Drama "A Beautiful Mind". Unangefochten Platz eins bei den Männern belegt dabei völlig zurecht Jack Palance: Warum der Veteran für seine Rolle als kauziger Viehtreiber im unsäglichen Klamauk "City Slickers" 1992 einen Goldjungen verdient haben soll, weiß wirklich nur die Academy selbst.

Da die Geschmäcker nun mal verschieden sind, wird sicher auch bei der diesjährigen Oscar-Verleihung in der Nacht zum Montag über manche Jury-Entscheidung die Nase gerümpft werden.

 

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Joseph Fiennes

Mit seiner Rolle des verliebten Barden William Shakespeare, der sich während der Arbeit an dem Stück "Romeo und Julia" in die...

 

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Gwyneth Paltrow

Ihr Tränenausbruch bei der "Oscar"-Verleihung 1999 (für ihre Hauptrolle in "Shakespeare in Love") wurde über Nacht ein Klassiker und...