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Shine - Der Weg ins Licht

Einfühlsames Porträt eines musikalischen Ausnahmetalents auf dem schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn.


Shine - Der Weg ins Licht

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Erhältlich seit:
17.04.2003

Originaltitel: Shine

Drama/ Komödie

Australien/Großbritannien 1995
Laufzeit: 101 Min.
FSK: ab 12

Armin Mueller-Stahl
Noah Taylor
Geoffrey Rush

Regie: Scott Hicks
Walt Disney Studios Home Entertainment

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Shine - Der Weg ins Licht

Unter der Obhut seines besessenen Vaters wächst der schüchterne David Helfgott in ärmlichen Verhältnissen auf. Seine einzige Freude ist das Klavierspiel, doch auch da läßt der gestrenge Papa keine Freiheiten zu und fördert so die emotionale Isolation des Sohnes. Er weigert sich sogar, David ziehen zu lassen, als diesem von diversen Konservatorien Stipendien angeboten werden. Als David sich trotzdem entschließt, in London auf die Schule zu gehen, kommt es zum endgültigen Bruch zwischen Vater und Sohn.

Mit seiner einfühlsamen Annäherung an den unkonventionellen Konzertpianisten David Helfgott und dessen Gratwanderung zwischen Genie und Wahnsinn ist Regisseur Scott Hicks ein Meisterwerk gelungen. Das überwältigende Drama über den Triumph der Liebe lebt fast ausschließlich von der brillanten Performance von Geoffrey Rush, der für seine Titelrolle mit dem Golden Globe und dem Oscar'97 ausgezeichnet wurde. Das auch auf technischer Ebene in jeder Hinsicht überzeugende biopic, das zunächst auf internationalen Festivals begeisterte und dann seinen Siegeszug in den Kinos fortsetzte, hat das Publikum weltweit bezaubert.

Shine - Der Weg ins Licht

Shine on you crazy diamond: Mit seiner zutiefst bewegenden Annäherung an das Leben des unkonventionellen Konzertpianisten David Helfgott ist dem Australier Scott Hicks ein fulminanter Überraschungswurf gelungen. Er verpackte die scheinbar unmögliche Geschichte eines Mannes beim Tanz auf dem schmalen Grat zwischen Vernunft und Wahnsinn als überwältigendes Drama purer Emotionen, als bewegende Success Story der etwas anderen Art, in der ein scheinbar verlorenes Individuum trotz aller Widrigkeiten dank der Kraft der Liebe triumphiert.

In diesem Sinne steht dieser angenehm rohe und doch strahlende Diamant sehr wohl in der Tradition großer Film-Events wie "Forrest Gump", "Rain Man" oder "Nell". Der große Unterschied liegt darin, daß hier die Geschichte einer real existierenden Figur erzählt wird, die ihr eigenes Schicksal nach einer langen Talfahrt selbst erst Mitte der achtziger Jahre in den Griff bekam. In Rückblenden folgt "Shine" seinem Protagonisten durch die tristen Kindheitstage, in denen der Grundstein zu seinem musikalischen Genie und seiner tragischen Krankheit gelegt wird. Ein wenig sperrig wirken diese Szenen aus dem Leben der polnisch-jüdischen Emigranten-Familie Helfgott, ganz als hätte Scott Hicks sie absichtlich gehemmt und beklemmend inszeniert. Unter der Obhut des besessen überprotektiven Vater-Monsters (Armin Mueller-Stahls Vorstellung kommt vom Herzen, aber er legt so viel Seele in seine Auftritte, daß er wie im falschen Film wirkt) wächst der schüchterne David heran: Seine einzige Freude unter der patriarchalischen Knute ist das Klavierspiel, doch auch da läßt Vater Peter keine Freiheiten zu und fördert damit die emotionale Isolation des Sohnes, der mit Verhaltensstörungen reagiert.

Wenn der jugendliche David (mittlerweile von dem sensationellen australischen Jungstar Noah Taylor gespielt) schließlich endlich den Mut aufbringt, seinem Elternhaus den Rücken zuzukehren, um in England seine Klavierstudien fortzusetzen, dann brechen auch bei dem Film endlich alle Dämme. Für die plötzlich gewonnene Freiheit Helfgotts findet Hicks in seinem fortan entfesselten Werk wunderbare bildliche Entsprechungen, und wenn der unkonventionelle Held nach der Aufführung eines unglaublich komplizierten Klavierstücks von Rachmaninoff zusammenbricht, um in das tiefe Tal der mentalen Instabilität einzutauchen, dann hat man ihn als Identifikationsfigur längst akzeptiert. So ist es ein verblüffendes Erlebnis, David nach einem Zeitsprung von zehn Jahren als einen von äußeren Einflüssen unbeeindruckten, geistig durch und durch verwirrten Mann wiederzutreffen. Geoffrey Rushs Darstellung dieses tragikomischen Narren ist phänomenal, seine maschingenwehrartigen Stream-of-Consciousness-Monologe sind so faszinierend, daß man ihm endlos folgen will. Wie im wahren Leben hält dieser wunderbar emotionale und doch überhaupt nicht sentimentale Film ein Happy End in Form der Liebe einer bemerkenswerten Frau bereit, die Helfgott mit rührendem Verständnis aus seinem Dilemma und wieder unter die Lebenden führt. Davids Heiratsantrag zählt denn auch zu den schönsten Momenten des Filmjahres und ist der Höhepunkt eines Films, der nach seinem sensationellen Abschneiden in Australien auch in Deutschland das Publikum in seinen Bann schlagen sollte. ts.

Darsteller:  Armin Mueller-Stahl   als Peter Helfgott
  Noah Taylor   als David Helfgott (jugendl.)
  Geoffrey Rush   als David Helfgott (erwachsen)
  Lynn Redgrave   als Gillian
  Sir John Gielgud   als Cecil Parkes
  Googie Withers   als Katharine-Susannah Prichard
  Alex Rafalowicz   als David Helfgott (Kind)
  Sonia Todd  
  Nicholas Bell  
  Chris Haywood  
  Randall Berger  
 
Regie:  Scott Hicks  
Buch:  Jan Sardi  
Musik:  David Hirschfelder  
Kamera:  Geoffrey Simpson  
Produzent:  Jane Scott  

Oscarrummel

Sonntagnacht - bzw. Montagmorgen - ist es endlich soweit. Die begehrteste, weil publicity-trächtigste Trophäe des Filmgeschäfts wird verliehen: Der Oscar.

Sonntagnacht ist Oscar-Nacht!

Sonntagnacht ist Oscar-Nacht!

Im Großen und Ganzen dürfte die Verleihung ablaufen, wie in den letzten Jahren. "Richtige" Skandale gab es schon lange nicht mehr. Den letzten vor genau 28 Jahren. Damals schaffte es ein Mann namens Bob Opel, komplett nackt vor den Linsen der Kameras vorbei zu huschen. Das Staunen war natürlich riesig bei allen Anwesenden, obwohl bestimmt keiner weggeschaut hat. Einen ähnlichen Skandal löste 1968 auch Barbra Streisand aus, als sie sich ihren Oscar für "Funny Girl" abholte. Sie trug einen transparenten Hosenanzug, der den Geist der wilden 60er widerspiegeln sollte. Schlimm, schlimm.

Ein weiteres wichtiges Thema sind auch immer die meist zu lange geratenen Dankesreden der Gewinner. Russell Crowe (nominiert für "A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn") hatte bei den Golden Globes schon vorgemacht, wie man sich zu verhalten hat, wenn der Verantwortliche beim Fernsehen die Schere walten lässt. Gar nicht nett war das von dem bereits oscargekrönten Schauspieler ("Gladiator"). Vor der Verleihung werden den Nominierten jetzt immer Eieruhren mit ins Hotel gegeben, die nach 45 Sekunden zu bimmeln anfangen. Zum Üben quasi. Dabei sollten sich die Stars einfach die Verleihung von 1971 anschauen. Jane Fonda ("Klute") hielt die wohl kürzeste Rede der Geschichte der Acadamy Awards. Nach einem einfachen "Danke" war sie auch schon wieder von der Bühne verschwunden. Auch eine Möglichkeit.

In diesem Jahr sind die erklärten Favoriten bei den Hauptdarstellern noch nicht so genau ausgemacht. Der Preis für den beste männlichen Schauspieler wird wohl an Russell Crowe für seine Rolle als John F. Nash in "A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn" gehen. Dessen sind sich die Experten schon ziemlich einig. Bei den Frauen gehen die Meinungen jedoch auseinander. Ganz nüchtern betrachtet, denken einige, dass mit Crowe schon ein Australier die Auszeichnung erhalten würde, was die Chancen Nicole Kidman ("Moulin Rouge") erheblich zurückkatapultiert. Auch sie ist vom Kontinent Down Under. Somit rückt eine Frau in den Vordergrund, die schon allein mit ihrer Nominierung eine Ausnahme darstellt. Halle Berry ("Monster's Ball") ist die erste Schwarze, die einen Oscar erhalten könnte. Im ehemals von Rassismus geplagten Amerika ein wahnsinniger Fortschritt...

Eine weitere Minderheit bei der Verleihung der Acadamy Awards stellen deutsche Darsteller dar. 1929 gewann der Schweizer Emil Jannings ("Tartüff") einen Oscar für seine Darstellung in "Sein letzter Befehl". Doch wichtig war ihm das nicht, er war bei der Verleihung nicht einmal anwesend. Anwärter auf die Statue war 1986 auch Klaus Maria Brandauer ("Jenseits von Afrika"), doch gewonnen hat er nicht. Ebenso wie Armin Mueller-Stahl ("Shine - Der Weg ins Licht"), der 1997 auf der Nominiertenliste stand. Allerdings ist die Sammlung Arnold Richters (der Mann mit den Arri-Kameras) erstaunlich umfangreich. Know How, das sich durchgesetzt hat eben.

In diesem Jahr können wir wieder die Daumen drücken, dass eine der drei Kilogramm schweren Goldstatuen in hiesige Künstlerhände gelangt. Am 15. Februar ging in unserer Redaktion eine wahnsinnig begeisterte E-Mail ein, in der mit den allerliebsten Grüßen Johannes und Alexander von ihrer Nominierung berichteten. Sie sind Anwärter auf den Oscar für den besten Kurzfilm. "Gregors größte Erfindung" ist das Werk von Johannes Kiefer, der damit sein 11 minütiges Regiedebüt ablieferte. In der Hauptrolle Alexander Beyer. Wir werden Sonntagnacht ganz fest an die beiden denken. Eine Auszeichnung könnte schließlich der Start einer großen Karriere sein. Wobei eben dieser Preis letztes Jahr an Regie-Kollegen Florian Gallenberger ging, für "Quiero Ser". Kurz: Wetten können noch abgeschlossen werden.

Foto: Offizielle Oscar-Website

 

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Armin Mueller-Stahl

Deutscher Schauspieler, Musiker, Schriftsteller, Maler und Regisseur. In der DDR gehörte er zu den populärsten Schauspielern in...

 

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Geoffrey Rush

Kostümrollen und exzentrisch-exaltierte Charaktere, komische und liebenswert verrückte Gestalten wie aus den Dramen William Shakespeares sind...