
Nach dem Erfolg mit "Departed" wird Mark Wahlberg actionreich gelinkt - als Scharfschütze und Bauernopfer einer Politverschwörung.
Stephen Hunter ist Filmkritiker bei der Washington Post, schreibt außerdem Bestseller, darunter bisher drei über seinen Kriegshelden Bob Lee Swagger. Der Nachname des Autors ist dabei so programmatisch wie seine journalistische Heimat prägend: Hunter schreibt Thriller, in denen das Jagdmotiv so treibend ist wie die Verschwörungsthematik, der berühmte "Post"-Kollegen aus den Siebzigern in der "Watergate"-Affäre nachspürten. Die Vorlage für "Shooter" kam bereits 1993 auf den Markt und wurde von Genrespezialist Antoine Fuqua jetzt als tempogeladener Actionthriller fürs Kino wiederbelebt. Ein Prolog zeigt, wie Scharfschütze Swagger, Typ cooler Marine, bei einem Einsatz in Äthiopien von seinen Kommandeuren zurückgelassen wird. Nach diesem ramboesken Verrat, der seinem Partner das Leben kostet, spielt der Shooter drei Jahre Blockhütteneremit in den Bergen Wyomings, bis dubiose Anzugträger von der Regierung ihn um Hilfe bitten. Weil ein Attentat auf den US-Präsidenten geplant sein soll, kundet Swagger mit seiner Erfahrung aus, wo und wie der Unbekannte zuschlagen könnte. Ahnungslos liefert er so Informationen, die seine Auftraggeber selbst für einen Anschlag nutzen, bei dem nicht der Präsident, aber sein Staatsgast aus Äthiopien erschossen wird. Von diesem Moment an ist Swagger mit manipulierten Beweisen als Täter gebrandmarkt und auf der Flucht. Doch eine Sekundenbegegnung, bei der er dem jungen FBI-Beamten Memphis (Michael Pena) von seiner Unschuld und einem Komplott erzählt, bevor er ihn ausknockt, produziert einen unerwarteten Helfer. Misstrauisch geworden, recherchiert Memphis auf eigene Faust, bildet mit Swagger und einer hübschen Soldatenwitwe schließlich ein Team, um die Verschwörer und ihre Motive zu enttarnen. Fragen nach Plausibilität sind obsolet in einem Film, in dem sich der angeschossene Titelheld vor der ersten Wundversorgung wie McGyver selbst eine Infusion legt, bevor ihn später die Witwe seines Freundes, die allenfalls gut sticken kann, notoperiert. Solche Einlagen machten schon Rambo berühmt, an den "Shooter" genauso erinnert wie an einen klassischen Western. Politiker und Militärs sind korrupt, der Justiz sind die Hände gebunden und der einzige Ausweg ist am Ende Rechtsprechung in Kugelform - ganz wie im Westen der Pioniere. Gut geölt ist diese Mischung, glaubwürdig wirkt Wahlberg in der Titelrolle, gewohnt attraktiv ist die Bildgestaltung Fuquas, der genügend Actionkompetenz - auf vier Rädern, zu Fuß, im Schnee oder in der Luft - bietet, um zwei Stunden pausenfrei zu unterhalten. kob.