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Sie haben Knut

Leicht biografisch gefärbte Story über ein Paar, das sich auf einer Skihütte versöhnen will, dabei aber von etlichen Bekannten gestört wird.


Sie haben Knut

Kaufvideo

Erhältlich seit:
28.03.2005

Drama/ Komödie

Deutschland 2003
Laufzeit: 107 Min.
FSK: ab 6

Valerie Koch
Hans-Jochen Wagner
Pit Bukowski

Regie: Stefan Krohmer
AL!VE Vertriebs- und Marketing AG

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Biografisch gefärbte Story über ein Paar, das sich auf einer Skihütte versöhnen will, dabei aber von etlichen Bekannten gestört wird.

Noch sind die beiden alleine (Foto: Alamode Film) Großansicht

Noch sind die beiden alleine (Foto: Alamode Film)

1983 in einer Skihütte irgendwo in den Tiroler Alpen: Das nicht mehr ganz so frisch verliebte Pärchen Nadja und Ingo will die Einsamkeit der Berge eigentlich dazu nutzen, über Beziehungsprobleme zu reden und vielleicht auf diesem Weg wieder zueinander finden.

Doch schon kurz nach ihrer Ankunft werden die Zwei von der Volleyball-Mannschaft von Nadjas Bruder Knut heimgesucht, während Knut an der Grenze festgehalten wird.

Und so nimmt der anfangs ruhig geplante Kurzurlaub seinen Lauf in die entgegengesetzte Richtung.

Knuts Freunde bringen Stimmung in die Bude (Foto: Alamode Film) Großansicht

Knuts Freunde bringen Stimmung in die Bude (Foto: Alamode Film)

Nostalgisches Debüt

Mit "Sie haben Knut" gibt Stefan Krohmer, dessen TV-Drama "Ende der Saison" mit dem Adolf-Grimme-Preis in Gold vierfach prämiert wurde, sein Kinodebüt.

Das Ensembledrama wirft einen nostalgischen Blick auf die frühen achtziger Jahre und beschreibt das endgültige Ende der 68er Generation und ihrer Diskussionskultur. In fast dokumentarischer Manier trifft Krohmer mit pointierten Dialogen und überzeugender Besetzung den richtigen Ton.

Sie haben Knut

Ganz auf der Revival-Welle der guten, alten achtziger Jahre schwimmt diese Geschichte über eine bunt zusammen gewürfelte Runde, die sich in einer Almhütte zum Ski-Urlaub trifft und von der Nachricht aufgerüttelt wird, einer ihrer Freunde sei in Haft. Die unterschiedlichen Reaktionen auf die dubiose Nachricht sorgen für Zoff und Zwiespalt, das labile Gruppen-Gleichgewicht gerät aus den Fugen.

Die Faszination der achtziger Jahre scheint ungebremst, obwohl leichte Ermüdungserscheinungen und Wiederholungen nicht ausbleiben. Stefan Krohmer lässt das WG-Feeling und die vergessenen Ideale aufleben, auch wenn sich schon individualistische Risse im Gebälk der Solidarität zeigen. Ausgerechnet in einer einsamen Tiroler Berghütte wollen Ingo und Nadja ihre Beziehungsprobleme lösen. Doch bevor sie ihre emotionalen Wehwehchen pflegen können, erscheint eine lärmende Volleyballgruppe auf der Bildfläche. Einige Typen aus der linksalternativen Szene mit Lust an Sport und Spielen, Freunde von Nadjas Bruder Knut, wollen einfach Urlaub von der Politik und dem stressigen Demonstrieren im Schnee machen. In die ausgelassene Stimmung platzt die Nachricht "Sie haben Knut", das heißt, derselbige ist verhaftet worden und darbt in irgendeinem Knast. So richtig weiß niemand, wie man sich verhalten soll. Sich weiter zu amüsieren, wäre politisch unkorrekt, Trübsal zu blasen aber auch nicht die Lösung. So tobt die eine Fraktion weiter auf der Piste und im Wald herum, die andere diskutiert die eigene Lage und die der Nation. Bevor man irgendwelche Hilfsaktionen startet, taucht ein bestens aufgelegter Knut wieder auf und klärt auf, alles sei ein Irrtum gewesen. Dennoch bricht das fragile Gruppengefüge auseinander, auch bei Nadja und Ingo ist nichts mehr, wie es mal war.

Stefan Krohmer versucht sich in einer Persiflage auf Polit-Eiferer mit Ideologiegefasel, Solidaritätsforderungen und gruppendynamischen Prozessen, die im Rückblick antiquiert wirken. Zwar überzeugt der Film durch authentischen Look und durch liebevolle Figurenzeichnung, doch wenn besagter Knut es sich quietschfidel am kuschelig warmen Kachelofen bequem macht und sich die ganze unnütze Aufregung in fahrigen Bewegungen auflöst, geht auch der etwas halbgaren Komödie die Luft aus. Die Erinnerungen an den Zeitgeist der Achtziger mit dem (gescheiterten) Versuch offener Beziehungen, dem obligatorischen Griff zur Gitarre und an bärtige Menschen in kratzigen, selbstgestrickten Pullovern, die sich totquatschen und für den Nabel der Welt halten, sind streckenweise wegen der Exotik amüsant, die reicht aber nur bedingt über eine Länge von 107 Minuten hinweg. mk.

Darsteller:  Valerie Koch   als Nadja
  Hans-Jochen Wagner   als Ingo
  Pit Bukowski   als Niklas
  Alexandra Neldel   als Sylvia
  Ingo Haeb   als Knut
  Stephan Hornung   als Rolf
  Jimi Lee King   als Lars
  Daniel Nocke   als Wolfgang
  Anneke Kim Sarnau   als Birgit
  Markus Sieber   als Jan
  Rainer Strecker   als Michael
  Devid Striesow   als Lutz
  Nina Weniger   als Petra
  Marc Zwinz   als Jens
 
Regie:  Stefan Krohmer  
Buch:  Daniel Nocke  
Musik:  Nick Drake  
  Bert Jansch  
  Donna Summer  
  Heaven 17  
  Pack Jam  
Kamera:  Benedict Neuenfels  
Produzent:  Peter Rommel  
 

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