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Sieben Monde

Atmosphärisch effektiver Werwolf-Thriller mit "Knockin' On Heaven's Door"-Star Jan Josef Liefers.


Sieben Monde

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Erhältlich seit:
14.02.2002

Thriller/ Horror

Deutschland 1998
Laufzeit: 92 Min.
FSK: ab 16

Jan Josef Liefers
Ulrich Mühe
Marie Bäumer

Regie: Peter Fratzscher
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Sieben Monde

Ein mysteriöser Serienmörder schlägt stets bei Vollmond zu und hinterläßt seine Opfer grausam entstellt. Merkwürdige Zufälle lassen schließlich den erfolglosen Schriftsteller Thomas Krömer zum Hauptverdächtigen aufsteigen. Als auch dessen Großmutter getötet wird, reift in Krömer selbst der Verdacht, er könnte tatsächlich der Triebtäter sein. In der nächsten Vollmondnacht startet er deshalb einen Selbstversuch, der den endgültigen Bewies für seine Doppel-Existenz liefern soll.

Einen veritablen Grusel-Schocker in bester Stephen-King-Manier inszenierte der versierte "Tatort"-Regisseur Peter Fratzscher mit seinem dritten Kinofilm. Atmospärisch angemessen düster, mixt dieser packende Mystery-Thriller geschickt Krimi-Elemente mit denen des phantastischen Genres. Jan Josef Liefers ("Knockin' On Heaven's Door") beweist einmal mehr darstellerische Präsenz, während "Männerpension"-Schönheit Marie Bäumer mit resolutem Charme ebenso überrascht wie Theater-Star Ulrich Mühe als zwielichtig-diabolischer Mythenforscher. Ein schaurig-schönes Werwolf-Märchen.

Sieben Monde

Nach den schmerzhaften deutschen Totalpleiten "Widows" und "Das Trio", die gerade den Ruf des nationalen Kinofilms beim zuletzt recht geneigten heimischen Publikum lädierten, kommt mit Peter Fratzschers "Sieben Monde" wieder die Hoffnung auf, daß deutsche Kreative doch kinogerechte Stoffe identifizieren und vor allem auch angemessen umsetzen können.

Nicht schwatzhaft und lächerlich, sondern stringent und spannend kommt die von Autor Nils-Morten Osburg erdachte Story einer vermeintlichen Werwolfsjagd daher. Aus der für deutsche Fiction-Verhältnisse extrem originellen Geschichte machte das "Sieben Monde"-Team ein unterhaltsames Kinoerlebnis, das in fast allen handwerklichen Bereichen überzeugt (nur der für die Blutflecken zuständige Ausstatter hat seinen Beruf verfehlt). Mit Headliner Jan Josef Liefers, der mit "Knockin' On Heaven's Door" und "Rossini" zum Star avancierte, hat der Film zudem ein Pfund, das es Buena Vista ermöglichen sollte, mit angemessenem Marketing das volle Publikumspotential dieses ansehnlichen Thrillers zu mobilisieren (die Titeländerung von "Nachts" zu "Sieben Monde" bleibt hoffentlich der einzige Betriebsunfall bei der Vermarktung der Avista-Produktion). Neben der Tatsache, daß spannende Genreunterhaltung offenbar doch nicht nur außerhalb der deutschen Sprachgrenzen zuhause ist, beweist diese Pro-Sieben-Coproduktion, daß man erstens in 93 Minuten eine runde Geschichte erzählen kann und zweitens für einen gutaussehenden Film nicht mehr als 4,5 Mio. Mark ausgeben muß. Vergleichbar dem dänischen Überraschungserfolg "Nachtwache", der 1995 ohne viel Aufhebens 750.000 deutsche Kinobesucher fand (und Miramax ein US-Remake wert war), geht auch dieser Gruselfilm ohne viel gedanklichen Ballast zur Sache. Bedrohliche Geräusche, Vollmondbeleuchtung und das zwielichtige Verhalten einiger Akteure erzeugen effektvoll die Atmosphäre, in der Hauptfigur Thomas Krömer (locker gespielt von Liefers) dem Glauben verfällt, er sei vom Werwolf gebissen worden. Hinzu kommt ein Stab gelungener Mit- und Gegenspieler: ein verdächtiger Buchverleger (gekonnt schleimig: Ulrich Mühe), eine liebenswerte Freundin (süßes Girlie: Marie Bäumer), ein durchgeknallter Detektiv (schön schräg: Christoph Waltz) und ein cooler Cop (lasziv-gelangweilt: Peter Lohmeyer) sind unter den zahlreichen gut gezeichneten Figuren, die den Film dicht bevölkern und so nie Langeweile aufkommen lassen. Besonders wohltuend an ihnen, wie an diesem Film insgesamt, ist, daß sie meist in der richtigen Dosierung auftreten - mit Dialogen, die sich kurz fassen und Szenen, die im richtigen Moment enden. Wie beim ohne Zweifel großen Genrevorbild "Sieben" sind dabei die Plausibilitätslücken zwar teilweise groß, aber der Gesamteffekt gelungen. Viel zu selten legen deutsche Filme soviel Wert auf Wirkung. Viel zu selten liegt ihnen aber auch einfach eine richtig gute Idee zugrunde, die es wert ist. Werwolf oder nicht Werwolf - das ist eben eine gute Frage. dd.

Darsteller:  Jan Josef Liefers   als Thomas Krömer
  Ulrich Mühe   als Hans Eschbach
  Marie Bäumer   als Alexandra
  Christoph Waltz   als Hauptkommissar Becker
  Peter Lohmeyer   als Hauptkommissar Graf
  Burkhard Driest   als Lasinger
  Andreas Hoppe   als Nachbar Voss
  Tilly Lauenstein   als Großmutter
  Horst Krause   als Borregard
  Michael Gwisdek   als Bernbeck
  Christiane Rossbach   als Frau im Uhrenladen
  Alexander Liegl   als Betrunkener
  Andrea Willson   als Finnische Geliebte
  Pekka Turunen   als Herr Väänänen
  Claudia Burges   als Fernsehansagerin
  Alexander Wagner   als Kalli
 
Regie:  Peter Fratzscher  
Buch:  Nils-Morten Osburg  
Musik:  Ali N. Askin  
Kamera:  Thomas Merker  
Produzent:  Alena Rimbach  
  Herbert Rimbach  
 

Fassungen

 

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Features

 

Star

Jan Josef Liefers

Ein Casanova mit Rückhand. Er hat immer einen beeindruckenden Text parat, auch wenn er gar nicht weiß, was los ist, und rettet sich...

 

Star

Ulrich Mühe

Der starke Sanfte. Ulrich Mühe nimmt sich stets zurück, zeigt Würde, Ruhe und Beherrschung, ohne zwanghaft, verklemmt oder neurotisch zu wirken....