
Packendes authentisches Drama perspektivloser Jugendlicher, von den Hauptdarstellern intensiv gespielt.
In 16 Tagen Drehzeit entstanden, ist das Regiedebüt von Niels Laupert, der Musikvideos und Werbefilme inszenierte, sein Abschlussfilm an der HFF München und ein formaler, wie darstellerischer Kraftakt. Laupert geht den Abläufen vom 14. Januar 1996 nach, als zwei 16-jährige Jugendliche in Folge einer verhängnisvollen Wette - "Kannst du einen umbringen?" - einen Passanten in einer U-Bahn-Unterführung überfielen und töteten. Erklärungen werden nicht geliefert, kein Dialogsatz lässt auf ein Motiv schließen, die Tat bleibt unfassbar. Laupert beobachtet Adam (Ludwig Trepte) und Tommek(Martin Kiefer), wie sie um die Häuser ziehen, Messwein aus der Sakristei stehlen, um die blonde Sara (Jil Funke) balzen, sich streiten, auf eine Party gehen und sich Wodka aus einer Getränkehandlung besorgen.
Sie reden von "Respekt", "sich frei machen vom Schmerz", "etwas durchziehen" und vor dem fatalen Schlussakt: "Der Nächste muss dran glauben." Ludwig Trepte (Goldene Kamera 2008 für "Ihr könnt euch niemals sicher sein"), der Adam als ziellosen und chancenlosen Jugendlichen spielt, der aber auch seine Möglichkeiten verkennt, fungiert als Erzähler des lakonischen Kommentars, der berichtet, nicht erläutert. Nur der zynische Titel "Sieben Tage Sonntag", weil kein Tag Arbeit, ist hier Orientierung.
Die Hälfte des Films spielt nachts, die trostlose Welt der Plattenbausiedlung wird eingefangen in tadellos ausgeleuchteten Cinemascope-Bildern, die in bewusstem Kontrast zur sozialen Misere der Jugendlichen stehen, die so aggressiv wie hilflos, frustriert wie cliquenorientiert, verwahrlosen. Ihnen zumindest formal zu Glanz zu verhelfen, ist die beachtliche Leistung eines Films, der im Soundtrack mit Songs von Naked Lunch bis Babyshambles und Portishead treffende Akzente setzt. ger.