DVD Leihvideo

Silent Hill

Stimmungsvolle Adaption eines Games, bei der eine Mutter auf der Suche nach ihrer verschwundenen Tochter in eine von Zombies verseuchte Stadt gerät.


Silent Hill

Leihvideo

Erhältlich seit:
28.09.2006

Horror

Kanada/Frankreich/Japan/USA 2006
Laufzeit: 121 Min.
FSK: ab 16

Radha Mitchell
Sean Bean
Laurie Holden

Regie: Christophe Gans
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Gänsehaut im Land der Toten: Christophe Gans ("Pakt der Wölfe") verfilmt das beliebte Schocker-Game.

Rose in Reichweite der Kreaturen ... (Foto: Concorde) Großansicht

Rose in Reichweite der Kreaturen ... (Foto: Concorde)

Computerspiele zu verfilmen ist entgegen landläufiger Meinung kein leichtes Geschäft. Schon so mancher hat sich daran die Zähne ausgebissen. Darüber braucht man sich bei Drehbuchautor Roger Avary ("Pulp Fiction") und Regisseur Christophe Gans, der hier sein US-Debüt gibt, keine Sorgen machen. Schon seine erlesenen Actionfeuerwerke "Crying Freeman" und "Pakt der Wölfe" entführten in imposante Phantasiewelten wie aus komplexen Games.

Sein Gespür für Atmosphäre kommt ihm nun zugute, wenn Gans die düstere Stimmung des rätselhaften Orts "Silent Hill" erkundet. Dorthin hat es Rose (Radha Mitchell aus "Pitch Black"), die junge Mutter der tödlich erkrankten Sharon (Jodelle Ferland) verschlagen.

Harry will das Geheimnis des Ortes aufklären (Foto: Concorde) Großansicht

Harry will das Geheimnis des Ortes aufklären (Foto: Concorde)

Alptraum aus Asche

Gegen den Willen ihres Mannes ("Der Herr der Ringe"-Recke Sean Bean) will sie ihr Kind zu einem Wunderheiler in West Virginia bringen - doch nach einem nächtlichen Autounfall findet sich Rose in der verwahrlosten Stadt wieder. Von Sharon fehlt jede Spur. Im mysteriösen Aschenebel folgt Rose ihrem vermeintlichen Schatten und dringt immer tiefer in den alptraumhaften Ort vor.

Dort lauern schreckliche Kreaturen, deren Design so furchteinflößend ist wie die subtilen Soundeffekte. Ein in heftigen Dosen verabreichter Adrenalinschub, aber kein Fall für schwache Nerven - die Spielserie gilt als eine der unheimlichsten ihrer Zunft!

Silent Hill

Atemberaubender visueller Stil, surreale Stimmung und eine vielschichtige Story machen den symbolträchtigen Schocker vom "Pakt der Wölfe"-Regisseur Christophe Gans zu einem faszinierenden Horrortrip. Ein Höhepunkt für das Genre der Videospieladaption.

Damit setzt der für seine überschäumende Fantasie bekannte Gans neue Maßstäbe - ähnlich wie es Robert Rodriguez mit "Sin City" für die Sparte der Comicadaption gelang. Kreative Unterstützung erhält Gans vom Oscar-ausgezeichneten Drehbuchautor Roger Avary ("Pulp Fiction"). Seine emotionale Story ist sowohl als geradliniger Horror als auch subtiles Psychogramm in die finstersten Abgründe gestörter Seelen angelegt. Freudsche Traumdeuter dürften bereits am Epilog ihre Freude haben, in dem die kleine Sharon (Jodelle Ferland) zur Klippe eines Wasserfalls schlafwandelt und von ihrer panischen Mutter Rose (Radha Mitchell) und ihrem Vater (Sean Bean) in letzter Sekunde in die Arme geschlossen wird. Zärtliche Gesten wie diese finden sich mehrfach im Film mit unerwartetem Effekt und bilden ein gefühlvolles Gegengewicht zu den blutig-brutalen Slasherszenen. Bevor ein Tropfen Blut vergossen wird, baut Gans eine unheilschwangere Atmosphäre auf und appelliert in Folge meisterhaft an primitive Angstinstinkte.

Da Adoptivtochter Sharon schreckliche Bilder malt und im Schlaf immer wieder von Silent Hill stammelt, macht sich Rose mit ihr auf den Weg in die von der Außenwelt abgeschnittene, gleichnamige Geisterstadt. Dort schwelen seit 1974 unterirdische Kohlefeuer, so dass dichte grauschwarze Rauchschwaden über dem desolaten Ort hängen und Ascheflocken vom Himmel schneien. Kaum sind sie dort angekommen, verliert Rose ihre Tochter nach einem Autounfall aus den Augen und muss sich in die düstere Unterwelt von Silent Hill begeben, um ihre Tochter aus den Klauen des Bösen zu befreien. Zur Hilfe eilt ihr die taffe Motorradpolizistin Cybil (Laurie Holden als coole Gamegöttin), mit der sie sich vor raupenartigen Monstermenschen, gefräßigen Kakerlaken und dem Schwert schwingenden Hieronymus-Bosch-inspirierten Dämon Pyramid Head schützen muss. Als ihr größtes Problem entpuppen sich die verbliebenen Bewohner - puritanische christliche Fanatiker unter der Führung der bigotten Christabella (eine schön schaurige Alice Krige), die sie im feurigen Finale als Hexen auf den Scheiterhaufen von ihren Sünden befreien wollen.

Stimmung und Stil sind das Fundament dieser etwas zu lang geratenen Qualitäts-Produktion. Apokalyptische Endzeitstimmung evozieren die hypnotisch verrauchten Aufnahmen der Geisterstadt mit ihrem verfallenen Ruinen-Labyrinth, akustisch perfekt vom düster-deprimierenden TripHop-Score ergänzt. Auch Johnny Cashs "Ring of Fire" kommt zu erinnerungswerten Einsatz. Darüber hinaus sind kunstvolle Kamerawinkel und -fahrten ein Augenschmaus, auch wenn abscheuliche Kreaturen (zumeist nicht CGI-kreiert, sondern vorrangig mit hervorragendem Makeup und Kostümen geschaffen) der Fokus sind. Besonderes Lob verdient auch Mitchell für ihre Rolle als martialisches Muttertier, für die sie mit einer überdurchschnittlichen schauspielerischen Leistung glänzt. Freunde atmosphärischen Horrors mit kunstvoll französischem Twist werden sich gerne zu einem Besuch von "Silent Hill" bewegen lassen. ara.

Darsteller:  Radha Mitchell   als Rose DaSilva
  Sean Bean   als Christopher DaSilva
  Laurie Holden   als Cybil
  Deborah Unger   als Dahlia
  Kim Coates   als Officer Gucci
  Tanya Allen   als Anna
  Alice Krige   als Cristabella
  Jodelle Ferland   als Sharon/Alessa
 
Regie:  Christophe Gans  
Buch:  Roger Avary  
Musik:  Jeff Danna  
Kamera:  Dan Laustsen  
Produzent:  Samuel Hadida  
  Don Carmody  
 

Silent Hill in der Fotoshow

 

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