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Simone

Al Pacino ist der omnipräsente Star dieser aufwendigen Filmbizsatire, die Andrew Niccol gekonnt inszenierte.


Simone

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Erhältlich seit:
18.06.2003

Originaltitel: S1m0ne

Komödie/ Drama

USA 2002
Laufzeit: 112 Min.
FSK: ab 6

Al Pacino
Catherine Keener
Jay Mohr

Regie: Andrew Niccol
Warner Home Video Germany

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Simone

Als ihm kurz nach Drehbeginn die Hauptdarstellerin abspringt, steht der ohnedies krisengebeutelte Filmproduzent Viktor Taransky vor dem Ruin. Da kommt ihm Programmierer Aleno zur Hilfe und präsentiert "Simone", die vollelektronische Instant-Traumfrau aus dem Cyberspace. Tatsächlich gelingt es Tarensky, den Morph der Öffentlichkeit als Mensch aus Fleisch und Blut zu verkaufen, selbst die Yellow Press wird bis zum Ende der Dreharbeiten erfolgreich an der Nase herum geführt. Dann aber wächst der Betrug Taransky über den Kopf...

Al Pacino ist der omnipräsente Star dieser aufwendigen Filmbiz-Satire, deren Themenwahl und Tonlage die Handschrift von "Truman Show"-Autor und "Gattaca"-Regisseur Andrew Niccol verraten. Dass die ähnlich ambitionierte "Simone" nicht auch ähnlich überzeugend geriet, liegt an gewissen Unglaubwürdigkeiten, die selbst von einer Top-Bestzung wie der hiesigen nicht allzeit übertüncht werden können. Gute Namen sorgen gleichwohl für berechtigte Aufmerksamkeit des Endverbrauchers.

Simone

"Unsere Fähigkeit eine Fälschung zu kreieren, übersteigt inzwischen unsere Fähigkeit, diese als solche zu erkennen", sagt Protagonist Al Pacino in der schwarzhumorigen Hollywoodsatire "Simone". Darin wird ein Star nicht geboren, sondern digital kreiert und von einer fanatisch-hysterischen Öffentlichkeit illusorisch als real angesehen. Oscarpreisträger Pacino ("Insomnia") verkörpert den Schöpfer dieser Massen verzaubernden 'Simulation One' (folglich Simone), der als ursprünglich integrer und kreativer Filmemacher durch seinen "Betrug" in ein persönliches Dilemma gestürzt wird.

Regisseur und Drehbuchautor Andrew Niccol, der sein Regiedebüt mit dem stilvollen Science Fiction Drama "Gattaca" gab und das Skript für "Die Truman Show" verfasste, widmet sich hier einmal mehr der Frage von Illusion und Realität. Er rollt dies in eine beißende Satire über das Filmgeschäft und übersteigerten Personenkult, skrupellose Medienmanipulation und blindgläubige Massenhysterie ein. Zwar sind Niccols giftige Spitzen auf die Gutgläubigkeit von Journalisten und das breite Publikum teils arg überzeichnet, doch mit Pacino als allgegenwärtigen Antriebsmotor der hinterfragenden Kulturbestandsaufnahme bleibt das Tempo wie im themenverwandten "Wag The Dog" stets straff. Pacino stellt zur Abwechslung sein großartiges komödiantisches Timing unter Beweis und liegt damit auf gleicher Wellenlänge wie sein renommierter Kollegen Robert De Niro, der nun schon länger neben ernsthaften Filmen in Komödien auftritt.

Zur Story: Kunstfilm-Regisseur Viktor Taransky (Pacino) ist nach drei Flops in Folge am Ende, als seine divenhafte Hauptdarstellerin Nicola Anders (Winona Ryder in einem köstlichen Cameo) beschließt, inmitten von Dreharbeiten vom Set zu stürmen. Daraufhin will das Studio unter der Leitung von Viktors Ex-Frau Elaine (Catherine Keener nach "Full Frontal" schon wieder als knallharte Karrierefrau) den Film gänzlich fallenlassen. In einer flammenden Rede attackiert Taransky die überzogenen Ansprüche verwöhnter Stars und das Abwürgen jeglicher Kreativität durch geschäftsorientierte Studiobosse. Doch dann erhält der passionierte Filmemacher alter Schule durch das geniale Computerprogramm eines verstorbenen Software-Geeks eine unerwartete Chance zur Rettung seines Films. Viktor ersetzt sämtliche Aufnahmen von Nicola mit der dreidimensional computergenierten Traumfrau Simone, die sämtliche Dialoge und Expressionen von Viktor erhält (Pacinos Ausleben seiner femininen Seite durch sein Alter Ego hält "Tootsie"-haften Humor bereit) und vorgabengerecht simuliert. Simone - ein lebensecht wirkendes Konstrukt aus artifizieller Technologie und inspirierter Kreativität - steigt über Nacht zur gefeierten Sensation auf - alle brennen darauf sie kennenzulernen. Doch Viktor fabriziert einen undurchdringlichen Deckmantel aus Mysterium und Unnahbarkeit, was die Massen und die Medien noch mehr in sie vernarrt sein lässt. Simone wird zum durchschlagenden Erfolg auf allen Ebenen: Sie ziert zahllose Titelseiten, hat ihr eigenes Parfum und wird schließlich gar zum umjubelten Popstar. Alldieweil steht Viktor im Schatten seiner Pixelkreation, und seine Charade um ihre Existenz beginnt an seinem Stolz und seiner Integrität zu nagen. Als er sich ihrer zu entledigen versucht, scheitert er, da sie scheinbar ein Eigenleben angenommen hat. Elaine und ihre 15-jährige Tochter Lainey (Evan Rachel Wood erweist sich als fantastisches Jungtalent) sind Viktors letzte Hoffnung.

Simone wird in den Pressenotizen zwar als "sie selbst" aufgeführt, doch hat die Digitaldame starke Ähnlichkeit mit dem kanadischen Model Rachel Roberts. Ihr Aussehen fügt sich jedenfalls wunderbar in das durchgestylte Produktionsdesign von Jan Roelfs, der bereits für "Gattaca" hervorragende Arbeit leistete. Gerade die strengen Kompositionen sind es bisweilen allerdings auch, die den Zugang zu der Satire erschweren, die als Film über das Filmbusiness naturgemäß einen schweren Stand haben könnte. Eine allemal beachtliche Leistung, technisch wie inhaltlich, ist der tiefgründige Spaß allemal. ara.

Darsteller:  Al Pacino   als Viktor Taransky
  Catherine Keener   als Elaine Christian
  Jay Mohr   als Hal Sinclair
  Pruitt Taylor Vince   als Max Sayer
  Jason Schwartzman   als Milton
  Stanley Anderson   als Frank Brand
  Evan Rachel Wood   als Lainey Christian
  Daniel von Bargen   als Chief Detetive
  Rachel Roberts   als Simone
  Winona Ryder   als Nicola Anders
  Tony Crane   als Lenny
  Susan Chuang   als Lotus
  Sean Cullen   als Bernard
  Jeffrey Pierce   als Kent
  Rebecca Romijn   als Faith
  Derrex Brady  
  Chris Coppola  
  Barbara Rae  
  Michael Weston  
 
Regie:  Andrew Niccol  
Buch:  Andrew Niccol  
Musik:  Carter Burwell  
Kamera:  Ed Lachman  
Produzent:  Andrew Niccol  
 

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Features

 

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