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Simons Geheimnis

Nachdenkliches Drama über einen Schüler, der behauptet, der Sohn eines Terroristen zu sein und damit den mysteriösen Tod seiner Eltern endgültig verarbeitet.


Simons Geheimnis

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Erhältlich seit:
04.12.2009

Originaltitel: Adoration

Drama

Kanada 2008
Laufzeit: 97 Min.
FSK: ab 12

Arsinée Khanjian
Scott Speedman
Rachel Blanchard

Regie: Atom Egoyan
Warner Home Video Germany

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Nachdenkliches Drama über einen Schüler, der behauptet, der Sohn eines Terroristen zu sein und damit den mysteriösen Tod seiner Eltern verarbeitet.

Simon nimmt's nicht so genau mit der Wahrheit (Foto: X Verleih (Warner)) Großansicht

Simon nimmt's nicht so genau mit der Wahrheit (Foto: X Verleih (Warner))

Eigentlich sollte Simon (Devon Bostick) für den Französischunterricht nur einen Zeitungsartikel übersetzen. Doch dann macht er die schreckliche Geschichte zu seiner eigenen, behauptet, sein Vater wäre der Terrorist gewesen, der seine schwangere Frau mit einer Bombe auf dem Flug nach Israel mit allen Passagieren in den Tod schicken wollte.

Simons Geständnis löst an der Schule und in Video-Chatrooms hitzige Diskussionen aus. Hinter der Provokation steht der Tod seiner Eltern, vor allem die Rolle des Vaters, den sein Großvater als Mörder diffamierte.

Elegische Musik, hypnotische Kamerafahrten, betörende und verstörende Bilder verbinden sich im 11. Spielfilm von Atom Egoyan erneut zu einem eleganten Arthouseprojekt, das den Zuschauer langsam, aber nachwirkend erobert.

Im Französischunterricht nimmt das Drama seinen Lauf (Foto: X Verleih (Warner)) Großansicht

Im Französischunterricht nimmt das Drama seinen Lauf (Foto: X Verleih (Warner))

Intoleranz und Vorurteil

Wie schon in "Exotica" oder "Das süße Jenseits" erzählt Egoyan fragmentarisch über mehrere Zeitebenen verschachtelt eine Familientragödie, stellt sie aber in der Auseinandersetzung mit Intoleranz und Vorurteilen in einen größeren Zusammenhang. Trotz aller Skepsis lässt "Simons Geheimnis" am Ende Hoffnung keimen.

Simons Geheimnis

In seinem mosaikartig verschachtelten Erzählstil hinterfragt Atom Egoyan Vorurteile und die Segnungen des Internets.

Hypnotisch gleitet die Kamera an einer Baumreihe entlang, wehmütig streichelt ein Cello die Seele, abgelöst von den Klängen einer Violine, für die eine junge Musikerin den perfekten akustischen Rahmen gefunden hat: einen idyllischen See im Indian Summer. Stilsicher etabliert Autor-Regisseur Egoyan in den ersten Szenen die Atmosphäre und das verhaltene Tempo für seinen 11. Spielfilm, dessen Mysterium Egoyan-typisch schrittweise, über mehrere Perspektiven und Zeitebenen enträtselt wird. Impulsgeber dafür ist die Übersetzung eines Zeitungsartikels, die eine Französischlehrerin (Egoyans Frau Arsinée Khanjian) in Auftrag gegeben hat. Ihr Schüler Simon (Devon Bostick) geht weit über die gestellte Aufgabe hinaus, nimmt die schreckliche Geschichte als seine eigene an. So wird aus dem fanatischen Jordanier, der ein Flugzeug nach Israel in die Luft sprengen wollte, sein Vater, und aus der schwangeren, ahnungslosen Frau, bei der man die Bombe fand, seine Mutter. Von seiner Lehrerin ermutigt, die provokante Perspektive aufrechtzuerhalten, die Fiktion als Fakt zu vertreten, löst Simon eine hitzige, Konsequenzen nach sich ziehende Diskussion unter Mitschülern und Eltern aus, die in einem Video-Chatroom geführt wird. Hier wie auch bei Simons Onkel Tom (Scott Speedman), der den Jungen nach dem Tod der Eltern aufzog, stellt Egoyan Toleranz für kulturell-religiöse Andersartigkeit auf den Prüfstand. Denn die mysteriöse Libanesin mit dem goldenen Gesichtsschmuck, die in Toms Leben tritt, zwingt ihn zur Konfrontation mit Vorurteilen, Selbstverachtung und der Wahrheit über Simons Eltern, die Simons Großvater mit einer grausamen Lüge verfälschte. Wie schon in "Exotica" oder "Das süße Jenseits" enthüllt Egoyan ein Familientrauma - hier erweitert auf die Tragödie einer von Intoleranz und Hass vergifteten Welt. Skeptisch zeigt er sich gegenüber der Kommunikationsexplosion des Internets, weil die Qualität der Diskussion nicht mit der Quantität wächst. Doch am Ende ist diese elegante Verschmelzung von Bildern, Musik, Themen und zurückgenommenen Gefühlen ein Film der stillen Hoffnung, der erneut diese eigenartige Faszination entwickelt, die Egoyans Markenzeichen geworden ist. kob.

Darsteller:  Arsinée Khanjian   als Sabine
  Scott Speedman   als Tom
  Rachel Blanchard   als Rachel
  Noam Jenkins   als Sami
  Devon Bostick   als Simon
  Kenneth Welsh   als Morris
 
Regie:  Atom Egoyan  
Buch:  Atom Egoyan  
Musik:  Mychael Danna  
Kamera:  Paul Sarossy  
Produzent:  Atom Egoyan  
  Simone Urdl  
  Jennifer Weiss  
 

Simons Geheimnis in der Fotoshow

 

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Features

 

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Scott Speedman

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Rachel Blanchard

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