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Sin City

Robert Rodriguez' Pulp-Noir-Extravaganza: Die vorlagentreue, starbesetzte Adaption von Frank Millers Kultcomic.


Sin City

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Erhältlich seit:
15.12.2005

Thriller/ Drama

USA 2005
Laufzeit: 119 Min.
FSK: k.J. (keine Jugendfreigabe)

Jessica Alba
Bruce Willis
Mickey Rourke

Regie: Robert Rodriguez, ...
Walt Disney Studios Home Entertainment

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Die Ausstattung

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Soviel Stars, Sex & Crime gab es selten. Der einzigartige Kosmos von Frank Millers Kult-Comic wird zu einem Meisterwerk des Actionkinos.

Der letzte aufrechte Cop: Hartigan tut alles, um Nancy zu beschützen (Foto: Buena Vista) Großansicht

Der letzte aufrechte Cop: Hartigan tut alles, um Nancy zu beschützen (Foto: Buena Vista)

Um es vorweg zu sagen: "Sin City" ist die innovativste und spektakulärste Comic-Verfilmung, die je aus den Werkhallen Hollywoods kam. Dass dieser Geniestreich ausgerechnet Robert Rodriguez glückte, mag erstaunen. Der Filmemacher war bis dahin eher für ideenreiche Ballerepen wie "Irgendwann in Mexico" bekannt. Doch mit "Sin City" gelingt ihm ein atemberaubend gestylter Erzählteppich, der im Actionkino neue Maßstäbe setzt.

Denn Rodriguez hatte eine brillante Vorlage: 1991 feierte Frank Millers Comic-Serie "Sin City" ihre Premiere. Inspiriert von den harten Krimis der 'Schwarzen Serie' erschuf der Zeichner eine düstere Metropolis voll Sex und Gewalt, bevölkert mit einsamen Helden und Femmes fatales, brutalen Killern und korrupten Politikern.

Marv erlebt in einer Nacht Himmel und Hölle (Foto: Buena Vista) Großansicht

Marv erlebt in einer Nacht Himmel und Hölle (Foto: Buena Vista)

Odysseen und Missionen

Rodriguez überträgt diesen apokalyptischen Kosmos Bild für Bild originalgetreu ins Medium Film. Die Handlung entfaltet sich in drei Hauptgeschichten: der Rache-Odyssee des Streetfighters Marv, einer Schlacht zwischen Huren und Gangstern und der Mission eines aufrechten Cops.

Im Computer entstanden dafür expressionistisch überdrehte Schwarz-Weiß-Szenerien, die mit surrealen Farbeffekten verfremdet wurden. Dass dieses Konzept auf Schauspieler enorme Zugkraft hatte, versteht sich von selbst.

Gail und Privatdetektiv Dwight (Foto: Buena Vista) Großansicht

Gail und Privatdetektiv Dwight (Foto: Buena Vista)

Special Guest auf dem Regiestuhl

So bietet "Sin City" ein erstaunliches Ensemble - von Bruce Willis über Elijah Wood und Jessica Alba bis hin zu Oscarpreisträger Benicio del Toro. Rodriguez holte sich noch andere Unterstützung: Für eine Szene nahm Quentin Tarantino auf dem Regiestuhl Platz.

Aber die Schlüsselfigur war Frank Miller. Der Zeichner stellte als Co-Regisseur sicher, dass nichts von der Wucht seiner Schöpfungen verloren ging. So wurde nicht der Comic zum Film, sondern der Film zum Comic.

Sin City

Robert Rodriguez ist ein Mann der Extreme. Extrem flexibel und facettenreich, wie seine von "El Mariachi" über "From Dusk Till Dawn" hin zur "Spy Kids"-Saga reichende Karriere attestiert. Extrem vielseitig talentiert, belegt durch seine Vorliebe, als Regisseur, Drehbuchautor, Kameramann, Cutter und Komponist seiner Filme zu fungieren. Mit seiner visuell faszinierenden, (Kult-)Star besetzten, cartoonhaft ultra-gewalttätigen und mit Galgenhumor gespickten Adaption von Frank Millers Comic "Sin City" muss der Liste der Extreme nun auch extrem innovativ und vorlagengetreu hinzugefügt werden.

Denn Rodriguez war daran gelegen, das hartgesottene Neo-Noir-Comicuniversum Millers mit seinen ehrbaren Gangstern, kannibalischen Killern, desillusionierten Cops, korrupten Politikern und käuflichen Frauen ganz nach der Vision des Schöpfers zu realisieren. Um ihm einen Koregie-Credit einräumen zu können, trat Rodriguez sogar aus der Regiegewerkschaft aus. Bevor es soweit war, galt es für Rodriguez zunächst den skeptischen Comicautoren (er kreierte u. a. "Daredevil", "Elektra" und die düstere Fortführung der "Batman"-Saga) zur Zusammenarbeit zu bewegen. Dies vollbrachte er mit der nun als Prolog dienenden Verfilmung von Millers Story "The Customer Is Always Right" mit Josh Hartnett als poetischem Hitman auf den Häuserdächern der trostlosen Sin City. Wie der Rest des Films wurde die Sequenz mit HD-Digitalkameras vor Green Screen aufgenommen. Sämtliche Backgrounds wurden hinterher digital eingefügt. Die kontrastreichen Schwarzweiß -Aufnahmen versah man mit spärlichen, dafür umso eindrucksvolleren Farbeffekten. Das ästhetisch atemberaubende Ergebnis ist das schwarzweiße Pendant zum sepiagetönten "Sky Captain and The World of Tomorrow". Damit überzeugte Rodriguez nicht nur Miller, sondern auch Bruce Willis, Clive Owen, Benicio Del Toro und Mickey Rourke waren Feuer und Flamme. Letzterer kann in seiner Rolle als klotziger Antiheld Marv, der einen Amoklauf durch den Sündenpfuhl von Basin City begeht, um den Mord an dem von ihm angehimmelten Callgirl Goldie zu rächen, ein formidables Comeback im Stile von John Travolta in "Pulp Fiction" verbuchen. Durch die Performance des zeitweiligen Amateurboxers Rourke, der meisterhaft Gefühl, Gewalt und Galgenhumor balanciert, wird seiner Story dramatische Punch verliehen. Bruce Willis hingegen wirkt als angeschlagener Cop Hartigan, der ebenfalls ein Herz für das schwache Geschlecht in Nöten hat, wie eine klassische Bogart-Figur. So will er die madonnenhafte Stripperin (Jessica Alba) vor dem irren Sexualtäter Yellow Bastard (Nick Stahl) bewahren, vor dem er sie bereits vor Jahren gerettet hatte. Der dritte Erzählstrang widmet sich dem ebenfalls frauenfreundlichen Dwight (Owen), der sich wegen seiner neuen Freundin (Brittany Murphy) mit dem fiesen Jackie-Boy (Del Toro) anlegt. Eine grotesk überzogene Autofahrt der beiden, in der Jackie-Boy einen Revolverlauf in der Stirn stecken hat, wurde von "Gastregisseur" Quentin Tarantino mit Sinn für Blood, Guts and Gore inszeniert. Selbstverständlich geizt auch Rodriguez in dieser Hinsicht nicht. Neben Schießereien und Prügeleien, inklusive Enthauptung, Amputation, Strangulation, Aufspießung, Kannibalismus, Kastration und Samurai-Schwertschnetzeleien, wartet er in bester Exploitation-Manier auch mit viel nackter Haut auf. Dabei ist all dies genauso over the top wie die jeweiligen Voiceover und Dialoge, die eine Hommage an die klassische Noir-Tradition von Raymond Chandler und Dashiell Hammett sind. Insgesamt ein sündhaft irrwitziger Thrillride, der als eine der am faszinierendsten zum Leinwandleben erweckten Comicadaptionen bezeichnet werden darf. ara.

Sin City

Diese Stadt begrüßt die Harten, die Korrupten, die mit den gebrochenen Herzen.

Einer von ihnen ist Marv (Mickey Rourke), ein riesiger Schlägertyp, der für eine einzige Nacht das Glück in den Armen einer Frau findet. Am Morgen liegt sie ermordet neben ihm und Marv sinnt auf Rache - um jeden Preis. Dwights (Clive Owen) Problem ist Jackie Boy (Benicio Del Toro), der psychopathische Ex-Lover seiner Geliebten, den er aufhalten muss.
Für John Hartigan (Bruce Willis) bleibt nur noch eine Stunde, bis der letzte aufrichtige Cop von Sin City seine Marke abgibt. Doch davor gilt es noch, ein kleines Mädchen aus den Fängen eines Perversen zu retten und ihm die Waffen abzunehmen - alle Waffen.

Kultregisseur Robert Rodriguez schuf gemeinsam mit Sin City-Schöpfer Frank Miller, Gastregisseur Quentin Tarantino und einer sensationellen Besetzung nicht nur die spektakulärste Comicverfilmung aller Zeiten, sondern einen Film mit Kultstatus.

Quelle: Walt Disney Studios

Darsteller:  Jessica Alba   als Nancy
  Bruce Willis   als Hartigan
  Mickey Rourke   als Marv
  Clive Owen   als Dwight
  Brittany Murphy   als Shellie
  Benicio Del Toro   als Jackie Boy
  Elijah Wood   als Kevin
  Rosario Dawson   als Gail
  Michael Clarke Duncan   als Manute
  Michael Madsen   als Bob
  Josh Hartnett   als The Man
  Carla Gugino   als Lucille
  Jaime King   als Goldie/Wendy
  Nick Stahl   als Roark Jr/Yellow Bastard
  Devon Aoki   als Miho
  Alexis Bledel   als Becky
  Marley Shelton   als The Customer
  Rick Gomez   als Klump
  Powers Boothe   als Senator Roark
  Rutger Hauer   als Cardinal Roark
  Jude Ciccolella   als Beauftragte Liebowitz
  Jesse De Luna   als Korporal Rivera
  Tommy Flanagan   als Brian
  Sherrell Murphy-Ramos   als Molly Prince
 
Regie:  Robert Rodriguez  
  Frank Miller  
  Quentin Tarantino  
Buch:  Frank Miller  
  Robert Rodriguez  
Musik:  Robert Rodriguez  
  John Debney  
  Graeme Revell  
Kamera:  Robert Rodriguez  
Produzent:  Robert Rodriguez  
  Elisabeth Avellán  
  Frank Miller  

"Sin City"-Autor Frank Miller hetzt gegen Occupy-Bewegung

"Hat sie Frank Miller nicht mehr alle?", fragen sich nun Fans auf der ganzen Welt.

Ist Frank Millers Werk gar das eines wahren Teufels? (Foto: Buena Vista) Großansicht

Ist Frank Millers Werk gar das eines wahren Teufels? (Foto: Buena Vista)

Gewalt und Hass haben in den Comics von "Sin City"-Autor Frank Miller ihren festen, kultigen Platz. Doch jetzt sorgt der Künstler selbst bei hartgesottenen Fans für Stirnrunzeln, denn offensichtlich ist es Miller mit seinen Allmachts- und Herrscherphantasien ernster, als gedacht: In seinem Blog äußert sich Miller jetzt zur amerikanischen Occupy-Wallstreet-Bewegung - hasserfüllt, beleidigend und verbal unter aller Kanone.

Kurz zuvor antwortete Frank Miller in einem Interview noch ganz harmlos auf die Frage, wie sein Batman wohl auf die Bewegung reagieren würde: Mit Achtung und Akzeptanz. Kurz darauf aber verfasste er in seinem Blog ein Statement zum Thema, dass ein bisschen anders klingt: "Occupy ist nichts weiter als ein unbeholfener, armseliger Ausdruck einer Anarchie-Bewegung, was sage ich, 'Bewegung', eher ein 'Gewürm'", zetert Miller.

Das Ganze sei nichts weiter als eine "bescheuerte Modeströmung von einem Haufen iPhone -und iPad-Bratzen, die sich lieber mal einen anständigen Job suchen sollten". Miller beschimpft die Leute als eine "Bande von Dieben, Halbstarken und Vergewaltigern" und betitelt sie als "außer Rand und Band geratenen widerspenstigen Mob, angetrieben von Woodstock-Nostalgie und ekelhafter Selbstgerechtigkeit."

"Alles dämliche iPod-Bratzen"

Als Begründung für seine Ablehnung führt Miller an, dass die Occupy-Bewegung islamistischen Fanatikern in die Hände spielt. Warum er sich allerdings so unflätig über Leute beschwert, die gegen Wallstreet-Gebaren und Ausuferung des Großkapitalismus protestieren und wie er sich die Sache im Zusammenhang mit Amerikas Kampf gegen den Terror denkt, führt er schlussendlich nicht aus.

Der Rundumerneuerer von "Batman" ("Der dunkle Ritter kehrt zurück") und Erfinder von Filmen wie "300" sorgte mit diesem Palaver für jede Menge erboster Kommentare auf seiner Seite und lässt die Frage, die sich auch Anhänger immer wieder stellen, neu aufleben:

Hat Frank Miller seine bisher immer als ironisch und überspitzt gezeichneten Gewaltphantasien am Ende doch ernst gemeint? Unter diesem Stern steht nun auch Millers neuestes Werk, der Comic "Holy Terror". Darin metzelt ein Superheld islamistische Terroristen nieder, was nach dieser Geschichte wohl einigen Fans doch nicht mehr so cool und kultig erscheinen wird.

 

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