
Das Team von "Ritter aus Leidenschaft", bestehend aus Regisseur und Drehbuchautor Brian Helgeland und den Hauptdarstellern Heath Ledger und Shannyn Sossaman hat sich nun wieder für das Okkultdrama "The Sin Eater" zusammengefunden. Mit von der Partie ist Deutschland-Export Benno Fürmann, der es trotz so mancher gestelzter Dialogzeile spielend schafft, bestens (und am besten) dazustehen.
Die Prämisse von einem Exorzismen betreibenden Priester, der sein Gelübde in Frage stellt und in eine Verschwörung innerhalb der katholischen Kirche verwickelt wird, lässt natürlich Vergleiche zum Horrorklassiker "Der Exorzist" (vor allem auch Teil 2 "Der Ketzer") aufkommen. Tatsächlich befindet sich Helgelands mystische Mordmystery mehr in der Liga mit jüngeren Genregeschwistern wie "Stigmata", "Lost Souls" oder "Die Prophezeiung". Aufgrund des übernatürlichen Elements setzen Filme dieser Art von vornherein ein gewisses Entgegenkommen des Publikums voraus. Doch auch bei ihnen ist es eine Todsünde, wenn die Figuren artifiziell und unglaubwürdig wirken. Dies ist der Fall bei Heath Ledger als junger New Yorker Priester Alex Bernier, der seine Soutane mit der Souveränität eines Halloween-Kostümträgers trägt. Als Alex von Kardinal Driscoll ("Robocop" Peter Weller) vom bizarren Tod seines Mentors erfährt, begibt er sich ins schön fotografierte Rom, um der Sache auf den Grund zu gehen. In seiner Begleitung befindet sich die frisch aus der Psychatrie ausgebrochene Mara (Sossaman), die zuvor versucht hatte, ihn bei einem Exorzismus umzubringen. Dennoch hegt er Gefühle für sie, die später in einer Sexszene kulminieren, die ebenso forciert anmutet wie der gesamte Subplot. Der angebliche Selbstmord des Mentors entpuppt sich als das Werk eines sogenannten "Sin Eaters", der wie der Name vermuten lässt, die Sünden von Exkommunizierten verschlingt. Dies leistet den ansehnlichen Sequenzen mit Fürmann und "Matrix"-inspirierten Lichtquallen-Spezialeffekten Vorschub.
Die Dämonen, mit denen Regisseur Helgeland zu kämpfen hat, sind neben diversen unfreiwillig komischen Momenten, ein träges Tempo und das Fehlen von furchteinflössenden Momenten. Diese können auch vom fast konstant eingesetzten Score, der nuancenfrei in gespenstischen Wispertönen schwelgt, nicht evoziert werden. ara.