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Sin Nombre

Beeindruckendes Drama über einen jungen Mexikaner, der einem Mädchen Unschuld und vielleicht Leben rettet und damit auf die Abschussliste seiner eigenen Gang gerät.


Sin Nombre

Leihvideo

Erhältlich seit:
07.10.2010

Drama/ Kriminalfilm

Mexiko/USA 2009
Laufzeit: 91 Min.
FSK: ab 16

Paulina Gaitan
Edgar Flores
Kristian Ferrer

Regie: Cary Fukunaga
Prokino Filmverleih GmbH

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Sin Nombre

Seiner Gang, einer lokalen Clika der berüchtigten Mara Salvatrucha, ist der 18-jährige Mexikaner El Casper treu ergeben. Doch der Tod seiner großen Liebe, für den er Gangleader Lil' Mago verantwortlich macht, verändert alles. Bei einem Überfall auf einen Zug mit Flüchtlingen aus Mittelamerika rettet er kurz entschlossen das junge Mädchen Sayra aus Honduras, muss dafür aber seinen Anführer töten. Aus Dank und Zuneigung schließt sich Sayra El Casper an, doch die Mara folgt den Spuren der Flüchtenden mit blutiger Konsequenz.

Das Debüt des Amerikaners Cary Joji Fukunaga ist handwerklich souverän inszeniert, in Cinemascope-Kompositionen, die für großes Kino stehen und die faszinierende Bühne für eine ebenso spannende wie emotionale, immer an der Realität ausgerichteten Geschichte bieten. Auch im Ton ist das Drama über eine zarte Liebe im Angesicht höchster Lebensgefahr stimmig. Der von Fukunaga nach eigenem Drehbuch an mexikanischen Schauplätzen gedrehte Film appelliert an das Gefühl, an die Humanität und ist immer mitreißend.

Sin Nombre

Das Regiedebüt des Amerikaners Cary Joji Fukunaga ist ein Glücksgriff, eine überzeugende Mischung aus Gangdrama, Lovestory und Roadmovie.

Seit der Uraufführung beim Sundance Film Festival ist "Sin Nombre" durch internationale Festivals getourt. Dass der Film hierzulande nicht unter dem Laser Premiere feiert, ist trotzdem keineswegs selbstverständlich, aber eine Chance für Kinofans, ihren Akku wiederaufzuladen.

Denn "Sin Nombre" zeigt, wie auch ein Erstlingsfilm aussehen kann: handwerklich souverän, formatiert in Cinemascope, unsentimental und hart, aber doch voller Menschlichkeit. Fukunagas geradliniges Drehbuch beginnt in Mexiko, mit dem brutalen Aufnahmeritual des zwölfjährigen Smiley in die lokale Dependance der Mara Salvatrucha, der größten und gefährlichsten Gang der Welt. Hauptfigur aber wird Smileys älterer Freund El Casper (Edgar Flores) werden, denn er leistet sich in dieser Welt der Gnadenlosigkeit Gefühle, verheimlicht Gangleader Lil' Mago, dass er ein Mädchen mehr noch als die Mara liebt. Ein Unfall, verursacht durch einen Schlag Lil' Magos, tötet das Mädchen kurz vor der Vergewaltigung, bringt El Caspers Welt zum Einsturz. "Du findest eine andere", resümiert der Anführer lapidar und setzt seine These beim Überfall auf einen Zug mit Flüchtlingen aus Mittel- und Südamerika selbst in die Tat um. Doch dieses Mal schreitet El Casper ein, tötet den Gangleader, bevor dieser die junge Honduranerin Sayra (Paulina Gaitlan, das entführte Mädchen in "Trade - Willkommen in Amerika") missbrauchen kann. Der Beginn einer überraschenden Zuneigung, für die der Film keinen Namen finden muss. Aber auch der Anfang vom Ende El Caspers, nach dem jetzt der lange Arm der Mara greift. Ohne große Worte etabliert Fukunaga Kodex und Zusammenhalt der Mara, aber auch die Ausnahmestellung des Protagonisten, der seinen Wert im Schutz für eine völlig Fremde erkennen lernt.

Kitschfrei ist diese Beziehung entwickelt, in ein authentisches Umfeld eingebettet, in denen die Flüchtlinge vom amerikanischen Paradies träumen, in denen gerade aber die Gangs, die sie hier terrorisieren, ihre Wurzeln haben. Die Mara, die unlängst durch die Ermordung des Filmemachers Christian Poveda ("Mi Vida Loca") Schlagzeilen machte, und längst auch über Dokus hinaus Plotzugang in den US-Serienmainstream ("Nip/Tuck") gefunden hat, wirft einen furchterregend realistischen Schatten über diese nie belehrende oder exzessiv gewalttätige, stets der Unterhaltung verpflichtete Reise durch unterschiedliche Gefühlswelten, durch Verrat, Vertrauen und die Armenhäuser Mittelamerikas. Eine stark bebilderte, auf Zugdächern erlebte Reise mit ungewöhnlichen Perspektiven und klugen Einstellungen (die aus der Unschärfe im Rücken El Caspers hervortretende Sayra), mit der sich Fukunaga dem Titel zum Trotz auf Anhieb einen Namen gemacht hat. kob.

Darsteller:  Paulina Gaitan   als Sayra
  Edgar Flores   als Willy/El Casper
  Kristian Ferrer   als El Smiley
  Tenoch Huerta   als Lil' Mago
  Diana Garcia   als Martha Marlene
  Luis Fernando Pena   als El Sol
 
Regie:  Cary Fukunaga  
Buch:  Cary Fukunaga  
Musik:  Marcelo Zarvos  
Kamera:  Adriano Goldman  
Produzent:  Amy J. Kaufman  
 

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