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Kaufvideo
Erhältlich seit:
09.01.2010
Originaltitel: Sense and Sensibility
USA 1995
Laufzeit: 131 Min.
FSK: ab 6
Emma Thompson
Alan Rickman
Kate Winslet
Regie: Ang Lee
Süddeutsche Zeitung

War es eine Entscheidung des Verstandes oder des Gefühls, dem zweifach oscarnominierten Regisseur Ang Lee ("Das Hochzeitsbankett") die Verfilmung von Jane Austens erzbritischem Romanklassiker anzuvertrauen? Es zeugt von Verstand, weil Lee bereits zuvor mit wenig Geld die hier geforderte dramatisch-komödiantische Mischform bravourös bewältigt hatte. Es zeugt von Gefühl, weil die Welt von Verhaltens-Konventionen und familiärem Druck für Lee trotz kultureller Unterschiede emotional bekanntes Territorium darstellte.
Das Vertrauen der Produzenten hat der Regisseur jedenfalls gerechtfertigt. Bereits für sechs Golden Globes nominiert, ist "Sinn und Sinnlichkeit" ein reifer und unterhaltsamer Film geworden, dem mit Rückenwind von Onkel Oscar Einspielergebnisse oberhalb der Ivory-Gipfel von "Zimmer mit Aussicht" (310.000 Besucher) oder "Wiedersehen in Howards End" (375.000) zuzutrauen sind. Parallelen mit letzterer E.M.-Forster-Verfilmung sind in Figuren und Themen unübersehbar. Ausgangspunkt ist hier wie dort ein nicht eingehaltenes Versprechen am Sterbebett - mit Emma Thompson als leidgeprüftem Doppelopfer. War es in "Howards End" der gleichnamige Landsitz, so ist es in "Sinn und Sinnlichkeit" zunächst das Geburtshaus und dann die großzügige finanzielle Unterstützung, die Thompsons Figur und ihrer Familie verwehrt werden. Während die intrigante Schwägerin sich im Familiensitz einnistet, müssen Elinor Dashwood (Thompson, die auch das Drehbuch schrieb!) und ihre Schwestern Margaret und Marianne (erneuter Talentbeweis nach "Heavenly Creatures": Kate Winslet) das Haus verlassen. Die Bedeutung des Geldes als neben Herkunft zentrales statusbildendes Kriterium, ist bis zur letzten Einstellung das durchgehende Motiv in Lees Film. Geld bestimmt den Platz in der Gesellschaft, aber auch die emotionale Farbe der Liebe. Die Wahl des Partners wird zur Verstandes-, nicht zur Gefühlsentscheidung - eine Bankrotterklärung des Herzens, die an mehreren Figuren festgemacht wird. So verliebt sich Elinor in Edward (ein gewohnt devot-schüchterner Hugh Grant), den Bruder ihrer Schwägerin, der erst am Ende seinem Gefühl vertraut. So verfällt Marianne einem charmanten Verführer, der sie des Geldes wegen wie ein Spielzeug fallen läßt. Verstand und Gefühl beschreiben auch den charakterlichen Gegensatz der beiden engverbundenen Schwestern. Thompson verkörpert Vernunft und unterdrückte Leidenschaft - Winslet Impulsivität und sinnliche Romantik. Die Defizite beider Charaktere werden am Ende kompensiert, was im Falle Thompsons zu einem Gefühlsausbruch führt, der die in zwei Stunden aufgebaute psychologische Spannung unvergeßlich entlädt. Kein verkrampftes Kammerspiel, sondern einen lockeren, durchaus witzigen Emotionenparcours hat Ang Lee hier inszeniert - veredelt von plastischer und farbsatter Fotografie und exzellenten darstellerischen Leistungen. Diesen schönen Film muß man einfach mögen - aus Gründen des Verstandes und des Gefühls. kob.
| Darsteller: | Emma Thompson | als Elinor Dashwood | |
|---|---|---|---|
| Alan Rickman | als Colonel Brandon | ||
| Kate Winslet | als Marianne Dashwood | ||
| Hugh Grant | als Edward Ferrars | ||
| James Fleet | als John Dashwood | ||
| Harriet Walter | als Fanny Dashwood | ||
| Gemma Jones | als Mrs. Dashwood | ||
| Elizabeth Spriggs | als Mrs. Jennings | ||
| Robert Hardy | als Sir John Middleton | ||
| Greg Wise | als Willoughby | ||
| Imelda Staunton | als Charlotte Palmer | ||
| Imogen Stubbs | als Lucy Steele | ||
| Hugh Laurie | als Mr. Palmer | ||
| Emile Francois | als Margaret Dashwood | ||
| Richard Lumsden | als Robert Ferrars | ||
| Oliver Ford Davies | als Doctor Harris | ||
| Regie: | Ang Lee | ||
| Buch: | Emma Thompson | ||
| Musik: | Patrick Doyle | ||
| Kamera: | Michael Coulter | ||
| Produzent: | Lindsay Doran | ||
Sinn und Sinnlichkeit in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch
Star
Emma Thompson
Ihre komödiantische Ader und der aus den blitzgescheiten Augen springende Schalk, ihr wunderbar trockener, manchmal bissiger Humor und die...
Star
Alan Rickman
Edelmänner bei Jane Austen, Schurken in Action-Filmen und Parodien zur Kurzweil: Der Engländer Alan Rickman war schon ein gefragter und mit...
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