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Slumdog Millionär

Herausragendes Drama im Bollywoodstil über einen aus ärmsten Verhältnissen stammenden indischen Jungen, der die Chance bekommt, bei "Wer wird Millionär?" den Jackpot zu knacken.


Slumdog Millionär

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Erhältlich seit:
08.10.2009

Originaltitel: Slumdog Millionaire

Drama

Großbritannien/USA 2008
Laufzeit: 120 Min.
FSK: ab 12

Dev Patel
Anil Kapoor
Freida Pinto

Regie: Danny Boyle, ...
Prokino Filmverleih GmbH

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Ein indischer Junge aus ärmsten Verhältnissen knackt den Jackpot in dem hinreißenden Lebens- und Liebesabenteuer von Kultfilmer Danny Boyle.

Jamal kann jede Frage beantworten (Foto: Prokino (Fox)) Großansicht

Jamal kann jede Frage beantworten (Foto: Prokino (Fox))

Nur noch eine Frage trennt Jamal Malik (Dev Patel) vom 20 Millionen Rupien-Hauptgewinn in der indischen Version von "Wer wird Millionär". Für den mittellosen Youngster aus den Slums von Mumbai ist es der größte Tag seines Lebens. Doch wie kommt einer wie er überhaupt in diese Sendung? Und warum weiß Jamal, der nie zur Schule ging, auf alle Fragen eine Antwort?

Schummelt er? Jamal versucht die Polizei, die ihn unsanft verhört, zu überzeugen: Jede der gestellten Fragen hat etwas mit seiner Lebensgeschichte zu tun. Außerdem geht es ihm gar nicht ums Geld, sondern einzig und allein um die Liebe. Die Sendung ist für ihn nur eine letzte Chance, seine verlorene, große Liebe Latika (Freida Pinto) in der flirrenden Millionenmetropole Mumbai wiederzufinden ...

Latika ist Jamal wichtiger als der Gewinn (Foto: Prokino (Fox)) Großansicht

Latika ist Jamal wichtiger als der Gewinn (Foto: Prokino (Fox))

Ein neuer Geniestreich

In atemberaubenden, kraftvollen und authentischen Bildern - gedreht wurde an Originalschauplätzen - erzählt Danny Boyle eine außergewöhnliche, berührende Liebesgeschichte und ein mitreißend-faszinierendes Lebensabenteuer. Zwölf Jahre nach "Trainspotting" gelingt Boyle ein neuer Geniestreich, geschrieben vom Drehbuchautor von "Ganz oder gar nicht".

Der berauschende Mix aus Liebes-, Abenteuer- und Gangsterfilm, der auch in den tragischsten Situationen nie den Blick für die humorvollen Seiten des Lebens verliert, hat zurecht acht Oscars gewonnen und ist einer der überzeugendsten Filme des Jahres!

Slumdog Millionär

Ein großer Wurf für Danny Boyle: Mit seinem berauschenden Drama über einen mittellosen indischen Jungen, der es bei "Wer wird Millionär?" bis zur letzten Frage geschafft hat, erzählt er die Geschichte der verzweifelten großen Liebe eines Lebens und entwirft en passant ein präzises Bild von grenzenloser Armut in Zeiten der Globalisierung.

14 Fragen hat Jamal bereits beantwortet bei der indischen Ausgabe von "Wer wird Millionär?". Eine richtige Antwort noch, in der Sendung am nächsten Tag, und der islamische Junge aus den Slums von Mumbai hat den Jackpot geknackt. Während Millionen vor den Bildschirmen mitfiebern, steht für die Verantwortlichen der Sendung fest: Jamal muss geschummelt haben, betrogen. Wie sonst sollte einer, der über keinerlei Bildung verfügt, all die richtigen Antworten aus den verschiedenen Wissensgebieten gewusst haben? Zwei hartgesottene Polizeibeamte sollen Jamals Geheimnis aus ihm herausprügeln.

So handfest und abrupt steigt Danny Boyle ein in seinen Film, mit einer Flut an Bildern, Informationen und einem visuellen Einfallsreichtum, der seinem legendären "Trainspotting" Konkurrenz macht. Nur wenige Szenen braucht er, um die Figuren, ihre Welt und die Prämisse seiner Geschichte zu etablieren, die anschließend mit einer ebenso wilden wie unterhaltsamen, doppelt ineinander verschränkten Rückblendenstruktur einerseits Jamals abenteuerlichen Auftritt bei "Wer wird Millionär?" abspult und parallel aus seinem Leben erzählt. Der Clou des clever konstruierten Drehbuchs von Simon Beaufoy ("Ganz oder gar nicht") ist, dass jede Frage unmittelbar etwas mit einem entscheidenden Moment in Jamals Leben zu tun hat: Zunächst fühlt man sich an eine in lebhaften Farben explodierende Bollywood-Version von "Oliver Twist" erinnert, wenn man das Elend der Slums sieht, die Ermordung von Jamals Mutter bei einem Überfall des aufgebrachten Mobs auf eine islamische Siedlung, die Versklavung Jamals und seines Bruders Salim, die bei einem skrupellosen Kinderhändler landen. Mit ihrer Flucht öffnen sich die Bilder, präsentiert sich ein atemberaubendes Indien zwischen Tradition und Moderne, in dem Reichtum immer auf dem Rücken der Armen erkauft wird. Und es beginnt eine bewegende, sehnsüchtige Liebesgeschichte, die schließlich Jahre später mit Jamals Fernsehauftritt kulminiert.

"Slumdog Millionaire" ist unter schwierigsten Umständen vor Ort in Indien mit Laiendarstellern entstanden. Der Einsatz hat sich ausgezahlt: Keinen Moment zweifelt man die Authentizität der Bilder an, die Boyle in den tollsten Farben eines westlichen Films über Indien seit Renoirs "Der Fluss" malt. Es wäre eine bittere Ballade über Armut und Elend, Verrat und Ausnutzung, über den Preis, der für die Globalisierung zu zahlen ist, wenn die brodelnde und unmittelbar eingefangene Energie des Landes und seiner Menschen den Film nicht immer unnachgiebig, regelrecht lustvoll vorantreiben würden, begleitet von einem elektrisierenden Soundtrack, der auch als kluger Kommentar eingesetzt wird: "Paper Planes" von M.I.A. beispielsweise hat nicht nur einen treibenden asiatisch angehauchten Rhythmus, sondern erzählt eben auch von der vermeintlichen Bedrohung der Besitzenden durch die Besitzlosen. Dazu zeigt Boyle in einer Montage, wie die Brüder amerikanische Touristen am Tadsch Mahal ausnehmen. Im gleichen Maße, wie in diesem bemerkenswerten Lied ein Sample der Clash ("Straight to Hell") das Fundament bildet und Erste unmittelbar mit Dritter Welt in Verbindung gebracht wird, nutzt Boyle wiederum Dickens als Grundlage, um aus der Sicht des Westlers eine zutiefst indische Story zu erzählen: Ost und West treffen sich hier nicht einfach, sie verschmelzen ineinander, während sich der Regisseur als brillanter Geschichtenerzähler erweist, der genau weiß, wie er tragische mit witzigen Momenten ausbalancieren muss. Mit der Präzision eines Uhrwerks streben alle angelegten Konflikte auf den Moment zu, an dem Jamal die entscheidende Frage gestellt bekommt. Mit ihrer Antwort erfüllt sich das Schicksal aller Beteiligten. Wieder liegen Triumph und Untergang nah beisammen. Und lösen sich zum Ausklang in einer leidenschaftlichen Tanznummer am Bahnhof auf. Ein bisschen Bollywood zum Abschluss muss sein. Sonst wäre es nicht Indien. Und nicht Danny Boyle. ts.

Darsteller:  Dev Patel   als Jamal Malik
  Anil Kapoor   als Prem Kumar
  Freida Pinto   als Latika
  Madhur Mittal   als Salim Malik
  Mia Drake   als Adele
  Imran Hasnee   als Security
  Irrfan Khan   als Polizeiinspektor
 
Regie:  Danny Boyle  
  Loveleen Tandan  
Buch:  Simon Beaufoy  
Musik:  A. R. Rahman  
Kamera:  Anthony Dodd Mantle  
Produzent:  Christian Colson  

"All die Preise sind mir egal"

Mit seinem historischen Gewinn von acht Oscars für "Slumdog Millionär" ist Danny Boyle endgültig in die erste Regie-Riege aufgestiegen. Im Gespräch mit KINO.DE erzählt der Oscar-Gewinner von seinen Erfahrungen bei den Dreharbeiten in Indien.

Oscar-Abräumer: Danny Boyle triumphierte mit "Slumdog Miilionär" bei den diesjährigen Academy Awards (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Oscar-Abräumer: Danny Boyle triumphierte mit "Slumdog Miilionär" bei den diesjährigen Academy Awards (Foto: Kurt Krieger)

» Wie wird Ihr Film in Indien aufgenommen?

DANNY BOYLE: Es geht rund. Unser Komponist A. R. Rahman wird in Indien vergöttert. Das ganze Land liebt das Kino, und er ist der bedeutendste Filmkomponist. Dass er von Hollywood geehrt wurde, bedeutet den Menschen sehr viel.

Es hagelt aber auch Kritik, weil wir es uns als Ausländer anmaßen, über Indien zu urteilen. Damit muss man rechnen. Ich bin ein Außenseiter, mein Blick auf das Land kann nicht komplett sein. Deshalb bin ich für Kritik dankbar. Es war Privileg genug, überhaupt vor Ort drehen zu können. All die Preise sind mir egal. Entscheidend ist, dass mir diese Erfahrung keiner mehr nehmen kann.

Durch seinen Auftritt beim indischen "Wer wird Millionär" hofft Jamal, seine große Liebe zurückzuerobern (Foto: Prokino (Fox)) Großansicht

Durch seinen Auftritt beim indischen "Wer wird Millionär" hofft Jamal, seine große Liebe zurückzuerobern (Foto: Prokino (Fox))

» Worum ging es Ihnen?

Mir war es wichtig, dem Ort gerecht zu werden. Ich wollte festhalten, was ich gesehen habe, wie es sich für mich anfühlte. Das ist uns gelungen. Darauf bin ich stolz.

» Ohne Frage haben Sie mit einem präzisen Drehbuch gearbeitet. Trotzdem wirkt der Film, als wäre er sehr spontan entstanden.

Grundsätzlich halte ich mich immer strikt ans Drehbuch. Ich bin da auch sehr streng mit meinen Schauspielern. Improvisation ist nicht mein Ding. Aber wenn man in Mumbai dreht, mitten auf den Straßen, ist es unmöglich, die Kontrolle zu bewahren. Man kann es versuchen. Aber man wird nur Geld und Zeit verpulvern, um dann mit einem Film dazustehen, der die Realität nicht im Entferntesten widerspiegelt.

Also wählten wir einen anderen Ansatz und setzten uns ganz bewusst der Energie der Stadt aus. Es ist tatsächlich so, als fegte eine Flutwelle nach der anderen durch die Straßen. Es ist berauschend. Zum Glück, sonst hätte ich vor Angst vergessen zu atmen: Man hat keine Gelegenheit, sich abzusichern, dass man wirklich alles im Kasten hat. Wir haben sogar den Moment im Film gelassen, in dem uns ein Mann entgegenläuft und sagt, dass wir hier nicht drehen dürften. Das war unser Tribut an die Stadt. Ich glaube, das gibt dem Film das gewisse Etwas, diese Mischung aus Kontrolle und Chaos.

 

Slumdog Millionär in der Fotoshow

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Freida Pinto

Indische Schauspielerin, Model und Moderatorin. Seit sie in Danny Boyles mit acht Oscars ausgezeichnetem "Slumdog Millionär" (2008) als Atika,...