
Glaubwürdiges Kriegsdrama um zwei junge deutsche Blauhelm-Soldaten, die im Kosovo zwischen die Fronten von Albanern, Serben und den eigenen Kameraden geraten.
Manchmal lohnt es sich, an einer Idee festzuhalten, wie im Fall Rudolf Schweiger. Seit fünf Jahren war der gebürtige Münchner, der 1999 die Kaleidoskop Film & Fernsehproduktion gründete, von der Idee besessen, einen abendfüllenden Spielfilm über deutsche Soldaten im Kosovo zu machen. Dass ihn diese Thematik besonders interessierte, war schon bei dem unter anderem mit dem Friedrich-Wilhelm-Murnau-Preis ausgezeichneten Kurzfilm "Snipers Alley" (2002) erkennbar. Darin geht es um zwei Blauhelmsoldaten, die einer von einem Heckenschützen schwer verletzten Zivilistin helfen wollen, es aber laut "Befehl von oben" nicht dürfen. "Mörderischer Frieden" basiert im Prinzip auf dieser 14 Minuten langen Arbeit von Schweiger. Auch hier stehen zwei junge, deutsche Soldaten, die im Kosovo stationiert sind, im Zentrum des Geschehens: Tom (Adrian Topol) und Charly (Max Riemelt) sind auf dem Balkan, um den Frieden zwischen Serben und Albanern sicherzustellen. Doch als sie genau dies tun - sie retten der jungen Serbin Mirjana (Susanne Bormann), die ins Fadenkreuz eines jugendlichen Snipers geraten ist, das Leben - geraten die beiden zwischen die verfeindeten Fronten, und nicht nur das, auch innerhalb der Truppe haben sie sich mit ihrer "Heldentat" alles andere als Freunde gemacht.
Man spürt in jeder Szene, dass Schweiger, der 2003 und 2004 Recherchereisen in den Kosovo unternahm, nichts dem Zufall überlassen hat, Authentizität um jeden Preis abbilden will. So wird dem Zuschauer schnell klar, wie gefährlich und unberechenbar die Situation für alle Beteiligten ist und wie überfordert, verloren und allein gelassen sich UN-Blauhelme fühlen müssen in einer ihnen fremden Welt, in der abgrundtiefer Hass jeden Moment zu gewaltsamen Übergriffen mit Todesfolge führen kann. Auch die alptraumhafte Angst, die durch Tretminen verursacht werden kann, macht dieses Kriegsdrama - fast körperlich spürbar - deutlich. Während Max Riemelt und vor allem Adrian Topol ihre Figuren höchst glaubhaft darstellen, hat Susanne Bormann einige Probleme, die schwierige Aufgabe, ihren serbischen Dialekt konsequent durchzuhalten, zu meistern. Auch ein paar junge deutsche Soldaten sind ein wenig überzogen dargestellt, kommen wie ein Mix aus "Rambo" und "Universal Soldier" daher und passen deshalb so gar nicht in diese ansonsten so detailgenaue Studie einer mörderischen Friedensmission, der man dennoch ob des brisanten und wichtigen Themas, vor dem man nur zu gern die Augen verschließt, möglichst viele Zuschauer wünscht. lasso.