DVD Leihvideo

Solino

Duisburg, 70er Jahre: Die italienische Familie Amato wandert ein und beschert dem Ruhrgebiet die erste Pizzeria, doch ihr Zusammenhalt zerbricht am neuen Leben in der Fremde.


Solino

Leihvideo

Erhältlich seit:
04.09.2003

Drama/ Komödie

Deutschland 2002
Laufzeit: 119 Min.
FSK: ab 12

Barnaby Metschurat
Moritz Bleibtreu
Antonella Attili

Regie: Fatih Akin
Warner Home Video Germany

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Barnaby Metschurat und Moritz Bleibtreu als italienische Brüder zwischen Liebe und Hass im Kampf um dasselbe Mädchen.

Ein Stück Heimat im Pott: die Amatos eröffnen eine Pizzeria

Ein Stück Heimat im Pott: die Amatos eröffnen eine Pizzeria

Brüder sind die engsten Freunde - und auch die bittersten Rivalen. Darum geht es in Fatih Akins ("Im Juli") neuem Film. In den 60er Jahren verlässt die Familie Amato ihr italienisches Heimatdorf Solino und wandert in den Ruhrpott aus.

Doch die anfängliche Freude verfliegt rasch: Die Wohnung ist schäbig und deutsches Gemüse kümmerlich. Da hat Mutter Rosa die zündende Idee: Sehnen sich nicht auch die anderen Italiener nach Pasta und Pizza?

So eröffnen die Amatos die erste Pizzeria des Ruhrpotts und landen damit einen vollen Erfolg. Während Rosa kocht und Vater Romano den weiblichen Gästen schöne Augen macht, genießen die Söhne Giancarlo (Moritz Bleibtreu) und Gigi (Barnaby Metschurat) das pralle Leben.

Brüder und Rivalen: Giancarlo und Gigi lieben dasselbe Mädchen

Brüder und Rivalen: Giancarlo und Gigi lieben dasselbe Mädchen

Doch das Chaos der Wohngemeinschaft, die nächtlichen Streifzüge, Drogen und wilde Partys können nicht über die Rivalität hinwegtäuschen, die zwischen ihnen schwelt: Schließlich sind beide in die Nachbarstochter Jo verliebt. Voller Leidenschaft kämpfen sie um deren Herz - und werden dabei zu erbitterten Gegnern...

Erst ein Jahrzehnt später treffen sie sich in Italien wieder, und da stellt sich die entscheidende Frage: Wer hat sein Leben richtig gelebt? Moritz Bleibtreu und Barnaby Metschurat bringen die Geschichte der rivalisierenden Brüder voller Komik und Gefühl auf die Leinwand. Ein filmischer Leckerbissen, mal Brüderdrama, mal Lovestory, mit viel Pizza und Musik.

Solino

Die sechziger Jahre, das war das Jahrzehnt der Gastarbeiter. Bis nach Apulien hat sich die Story vom reichen Deutschland herumgesprochen. Und Familie Amato macht sich auf vom warmen Solino in den kalten Norden. Über 20 Jahre hinweg zeichnet Fatih Akin nach dem Buch von Ruth Toma das Leben von vier Menschen in der Fremde und stellt die Frage, was eigentlich Heimat ist.

Eine Familiengeschichte, die sich über drei Jahrzehnte erstreckt - von 1964 bis 1984. Nur widerwillig fährt Rosa mit ihrem Mann Romano und den beiden kleinen Söhnen Gigi und Giancarlo ins ferne Deutschland. Erst einmal der Schock: eine muffige Wohnung in einem unwirtlichen Duisburg, dreckige Straßen und ein Job unter Tage, den Romano schnell hinwirft. Da hat die Signora eine tolle Idee. Warum nicht in der heruntergekommenen Eisdiele gegenüber die erste Pizzeria des Ruhrgebiets eröffnen? Nach den "Gastarbeitern" die an karierten Decken futtern wie bei Muttern, kommen bald auch Einheimische, um sich ganz weltmännisch an unbekannte Speisen zu versuchen. Das "Solino", genannt nach dem Heimatdorf, wird zum Treffpunkt. Als eines Tages eine Filmcrew einfällt, wächst in Gigi der Wunsch, Filmemacher zu werden, später klaut er sogar eine Kamera aus dem nahen Fotogeschäft. Der Coup geht in die Hose, doch statt ihm böse zu sein, schenkt der Ladenbesitzer dem Cinéphilen eine alte Kamera und Gigi dreht seinen ersten Dokumentarfilm "Dat iss jetz wech". Was als Erfolgsstory begann, endet mit dem Zerbrechen der Familie. Die leukämiekranke Rosa verlässt ihren untreuen Mann, die Söhne verlieben sich in dasselbe Mädchen und Giancarlo gibt sich als Regisseur des preisgekrönten Films aus, während Gigi in Apulien die Mutter pflegt. Fatih Akin erzählt von der Suche nach Glück, die meistens in der Sackgasse endet, von Zufällen, die das ganze Leben umkrempeln. Liebevoll betrachtet er die Versuche, aus dem Schlamassel herauszukommen: der Vater, der Geld und Frauen nachjagt und am Ende traurig und allein in seinem leeren Restaurant sitzt, Rosa, die ackert, bis sie krank ist und erst im Süden wieder zu sich findet, Gigi, der in der Heimat zwar nicht Regie führt, dafür aber eine glückliche Ehe und Giancarlo, auf dessen Schultern das gestohlene Leben zur Last wird. Sie alle haben mit dem Verlust von Heimat auch ein Stückchen Seele verloren. Fernab jeglicher Klischees lässt Fatih Akin (wie auch in seinem Dokumentarfilm "Wir haben vergessen zurückzukehren") die innerliche Zerrissenheit von Emigranten spüren, das Gefühl, nirgends daheim zu sein. Für Authentizität sorgt die streckenweise italienische Sprache, Barnaby Metschurat als Sympathieträger Gigi und Moritz Bleibtreu als zerbrechlicher Macho Giancarlo mit schwarzer Matte auf dem Kopf sind bestens besetzt. "Solino" ist Kino der Zärtlichkeit und großer Emotionen, geht ganz nah an die Figuren, mit denen man liebt, leidet und lacht. Und wenn Gigis Freundin im Dorf Solino dem Deutschitaliener beibringt, wie man "Amore" ausspricht, weiß man sich ganz tief im Land, wo die Zitronen blühen. Eine italienische Redewendung besagt, dass der Deutsche den Italiener liebt, aber nicht respektiert und der Italiener den Deutschen respektiert, aber nicht liebt. Da ist was dran. mk.

Darsteller:  Barnaby Metschurat   als Gigi Amato
  Moritz Bleibtreu   als Giancarlo Amato
  Antonella Attili   als Rosa Amato
  Gigi Savoia   als Romano Amato
  Patrycia Ziolkowska   als Jo
  Tiziana Lodato   als Ada
  Lucas Gregorowicz   als Hajo
  Francesco Fiannaca   als Franco
  Bastian Trost   als Rainer Baumann
  Christian Tasche   als Jos Vater
  Lilian Fritz   als Blonde
  Hermann Lause   als Fotograf Klasen
  Nicola Cutrignelli   als Gigi als Kind
  Michele Ranieri   als Giancarlo als Kind
  Vincent Schiavelli   als Regisseur Baldi
 
Regie:  Fatih Akin  
Buch:  Ruth Toma  
Musik:  Jánnos Eolou  
Kamera:  Rainer Klausmann  
Produzent:  Ralph Schwingel  
  Stefan Schubert  
  Hejo Emons  
 

Solino in der Fotoshow

 

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Barnaby Metschurat

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Moritz Bleibtreu

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