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Solo für Klarinette

Milieustarkes Psychodrama um einen Polizisten und seine Obsession für eine Mordverdächtige.


Solo für Klarinette

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Erhältlich seit:
21.02.2005

Thriller

Deutschland 1998
Laufzeit: 91 Min.
FSK: ab 16

Götz George
Corinna Harfouch
Tim Bergmann

Regie: Prof. Nico Hofmann
Capelight Pictures

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Solo für Klarinette

Ein spektakulärer Mord ruft den Berliner Kriminalhauptkommissar Bernie Kominka auf den Plan: Der Leiche Georg Steinmanns fehlt ein Teil seiner Genitalien. Ein gelber Regenschirm bringt Kominka auf die Spur von Anna Weller. Als er wegen Differenzen mit seinem Chef und Schwager Thomas Hecht vom Dienst suspendiert wird, ermittelt er auf eigene Faust weiter. Auf einer Single-Party begegnet er Anna und verliebt sich in sie, obwohl er stark an ihrer Unschuld zweifelt. Eine leidenschaftliche, abgründige Affäre nimmt ihren Lauf...

Nico Hofmann, Regisseur des TV-Hits "Der Sandmann", gelang ein erotischer Psycho-Thriller der Extraklasse. Den in New York angesiedelten, gleichnamigen Roman der Psychoanalytikerin Elsa Lewin transponierte er dabei ohne jeglichen Reibungsverlust in die beklemmend-anonyme Atmosphäre des heutigen Berlin. Sein stimmiges Psychogramm zweier gesellschaftlicher Außenseiter - der desillusionierte Polizist und die verstörte Frau - wird von sensationellen Leistungen zweier der besten Schauspieler Deutschlands getragen: Götz George und Corinna Harfouch. Nicht nur für Krimi-Fans ein Muß!

Solo für Klarinette

Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter ist in Nico Hofmanns urbaner Tragödie plausible Konsequenz seelischer Vereinsamung und verletzter Herzen. Die aus explosiver Mischung von Verzweiflung und Attraktion gespeiste Faszination eines Polizisten für eine Mordverdächtige führt zu einer einfühlsamen Milieu- und Menschenstudie, ist in ihrer Hoffnungslosigkeit aber eine Herausforderung für die aktuellen Sehgewohnheiten des deutschen Kinopublikums.

"Solo für Klarinette" beginnt mit der Erwartung eines Thrillers - mit einer Leiche, die den Zorn des Mörders nicht nur am Penis des männlichen Opfers drastisch ausstellt. Als Kommissar Kominka (Götz George) am Schauplatz der Aggressionsexplosion eintrifft, erregt eine Frau sein Interesse, die er instinktiv mit dem Mord in Verbindung bringt. Als er durch Beschattung tiefer in deren Privatsphäre eindringt, macht Regisseur Hofmann (arbeitete mit George bereits an dem beachtlichen TV-Thriller "Der Sandmann") trotz extremen Breitwandformats eher intime Absichten deutlich. Auch wenn Fragen nach des Mörders Identität bis zum Ende gestellt werden, als Optionen neben Corinna Harfouchs Figur Anna auch Barbara Rudnik (als Ex-Frau des Ermordeten) ins Spiel gebracht werden, konzentriert sich diese Verfilmung eines Romans der New Yorker Psychoanalytikerin Elsa Lewin nicht auf die Enttarnung des Täters, sondern seelischer Zustände. Schwerpunkt dabei der nur für seinen Beruf lebende, ihn immer wieder auch als Fluchtmöglichkeit nutzende Kominka, der - von seiner Frau verlassen - längst auch die Nähe zum geistesgestörten Sohn verloren hat. Wie der Polizist ist auch seine Hauptverdächtige eine vereinsamte, von der Liebe verletzte Seele, mit der sich Kominka verwandt fühlt, ohne je wirklichen Zugang zu erhalten. In der Rolle der Anna bestätigt Corinna Harfouch, die man guten Gewissens die deutsche Helen Mirren nennen darf, abermals ihre Klasse. Götz George dagegen, erwiesenermaßen einer der besten Darsteller des deutschen Films, steht zu sehr unter Dampf, wirkt mitunter zu laut und expressiv, auch wenn es die Situation mutmaßlich nicht zwingend erfordert (etwa im Verhör Nikolaus Parylas). Der Eindruck, daß weniger mitunter mehr bedeutet hätte, stellt sich auch in den Sexszenen ein, in denen Kominkas unterdrückte Spannungen sich spürbar aggressiv entladen. So plausibel dies psychologisch auch sein mag, bringt es "Solo für Klarinette" ungewollt ins Revier von "Basic Instinct", zu dem sich inhaltlich ohnehin schon Parallelen ergeben. Vom Comic-Ton von Verhoevens Trash-Hit ist Hofmanns Film freilich so weit entfernt, wie Catherine Tramell von menschlichen Gefühlen. kob.

Darsteller:  Götz George   als Bernhard Kominka
  Corinna Harfouch   als Anna Weller
  Tim Bergmann   als Freddie Bahlo
  Barbara Auer   als Lydia Kominka
  Tobias Schenke   als Theo Kominka
  Christian Redl   als Thomas Hecht
  Katharina Thalbach   als Louise Bethmann
  Barbara Rudnik   als Johanna Steinmann
  Dietmar Mues   als Georg Steinmann
  Walter Kreye   als Simon Weller
  Mavie Hörbiger   als Emmie Weller
  Nikolaus Paryla   als Frieder Haug
  Daniela Ziegler   als Dörthe
  Saskia Vester   als Coco
  Heinrich Schafmeister   als Pathologe
  Miranda Toma   als Jolantha
  Marion Reuter   als Frau Faber
  Jochen Busse   als Laichinger
  Nicole Heesters   als Frau Jentsch
  Ute Willing   als Polizeiärztin
 
Regie:  Prof. Nico Hofmann  
Buch:  Susanne Schneider  
Musik:  Nikolaus Glowna  
Kamera:  Hans-Günther Bücking  
Produzent:  Prof. Regina Ziegler  
 

Fassungen

 

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Features

 

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Götz George

Er ist ein kraftvoller Schauspieler und Draufgänger, der sich auflehnende Charaktere und Außenseiter ebenso beherrscht wie die ihm auf den Leib...

 

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Corinna Harfouch

Ihr hellwacher Blick sticht ins Auge, weil er Neugier, Skepsis, Belustigung, Spott und gnadenlose Verachtung vermittelt, selten Hingabe...