DVD Leihvideo

Soloalbum

Verfilmung des gleichnamigen Romans von Benjamin von Stuckrad-Barre: Ein junger Mann wird von seiner Freundin verlassen und versucht sich mit Musik, Alkohol und eben "Soloprojekten" zu trösten.


Soloalbum

Leihvideo

Erhältlich seit:
23.10.2003

Komödie

Deutschland 2003
Laufzeit: 84 Min.
FSK: ab 12

Matthias Schweighöfer
Nora Tschirner
Oliver K. Wnuk

Regie: Gregor Schnitzler
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"Soloalbum" ist der Kult-Roman der Pop-Literatur. Gregor Schnitzler hat aus Benjamin v. Stuckrad-Barres Bucherfolg jetzt eine lässige Komödie gemacht, die sogar dem Autor gefällt.

Ben und seine Freundin Katharina

Ben und seine Freundin Katharina

Er ist nicht in einer Band und hat keine Platte aufgenommen. Trotzdem fühlt sich Ben (Matthias Schweighöfer) wie ein Popstar. Sein Selbstvertrauen als Redakteur eines angesagten Berliner Musikmagazins kennt keine Grenzen. Und sein Chefredakteur (Leander Haussmann) gibt ihm die begehrtesten Interviews (Oasis!).

Es ist kalt im Schatten dieses Egomanen. Vor allem seine Freundin Katharina (Nora Tschirner) leidet an Bens Überheblichkeit. Als er sie versetzt und sich mit einem Party-Luder vergnügt ("No Angels"-Blondine Sandy Mölling), macht sie Schluss auf die denkbar schnellste und kürzeste Art: per SMS.

Der Strahlemann gerät in einen Strudel aus Zweifeln und Selbstmitleid, Job und Sexversagen. Je dorniger der Weg zurück zu Katharina, desto verbissener geht Ben ihn weiter. Bis er merkt, dass er sich richtig in sie verliebt hat.

Regisseur Gregor Schnitzler ("Was tun, wenn's brennt?") hat mehr Wert gelegt auf die Kino-Dramaturgie als auf größtmögliche Werktreue. Der Ton des Buches jedoch blieb erhalten und verleiht dem Film eine bissig-ironische Tiefenschärfe. Eine perfekte Spielwiese für die ausgezeichnete, junge Besetzung um den erst 21-jährigen Matthias Schweighöfer und die süße Nora Tschirner.

Ein aufmunterndes "Soloalbum" für vorübergehende Solisten - aber auch ein idealer Film für das Date zu zweit.

Soloalbum

Frei nach Motiven von Benjamin von Stuckrad-Barres Bestseller "Soloalbum" aus dem Jahre 1998 inszeniert Regisseur Gregor Schnitzler ("Was tun wenn's brennt?") eine lockere Comedy über männlichen Liebeskummer und seine vertrackten Folgen. Dabei verzichtet er größtenteils auf die im Buch starken Beobachtungen zur Popkultur, macht aus dem Narziss einen Sprücheklopfer, der im Großstadtrevier nach Anerkennung jagt und dabei nur an die Verflossene denkt, die ihm per SMS den Laufpass gegeben hat.

Als 23-Jähriger begeisterte Benjamin von Stuckrad-Barre mit seinem semibiografischen Bestseller nicht nur das Feuilleton, 300 000 Leser verschlangen seinen umstrittenen Einblick in die Szene. Kein leichtes Unterfangen, den Abgesang auf die Popkultur unterhaltend auf die Leinwand zu bringen. Gregor Schnitzlers Filmversion beschränkt sich auf das Thema Liebeskummer und Beziehungsstress. Held Ben ist cooler Redakteur im angesagtesten Berliner Musikmagazin und sonnt sich im Ruhm: Ein Daumenheben oder -senken von Mr. Wichtig beeinflusst ganze Musikerkarrieren. Als er seine Freundin Katharina an ihrem Geburtstag versetzt und statt dessen sich mit einem Partyluder amüsiert, schickt sie ihm per SMS das Aus, verziert mit einer Songzeile von den Smashing Pumpkins: "The killer in me is the killer in you". Erst einmal zieht sich der Egomane beleidigt in seine vermüllte Wohnung zurück, redet sich später ein, Katharina sei sowieso ein Fehlgriff und treibt's mit verschiedenen Damen. Dazwischen mal als Kick ein Fläschchen Hustensaft vom Feinsten. Doch irgendwann kapiert der Solist, er liebt das Weib. Und übt sich in nicht gerade subtilen Methoden der Rückgewinnung.

Die Aufwertung von Bens Kumpel - der ständig neue Drogencocktails mixende Alf und der verklemmte Oasis-Experte Christian - dämpfen die Egozentrik der ursprünglichen Romanfigur, der sich in Selbstmitleid suhlende Film-Ben zieht wenig Sympathie auf sich, Jungmime Matthias Schweighöfer wirkt gegen die flott aufspielenden 26-jährigen Oliver Wnuk und Christian Näthe gar seltsam blass. In zehn Kapiteln bzw. unter zehn schematischen Regeln (von Nr. 1: "Liebeskummer bloß nicht zulassen", bis Regel Nr. 10 "Den Tiefpunkt zum Wendepunkt machen!") stolpert der Verlassene durch sämtliche Stationen unglücklicher Liebe und Eifersucht. Die Lacher sind programmiert, wenn das Frustbündel dem vermeintlichen Nebenbuhler ins Auto pinkelt und dabei sein bestes Teil einklemmt, welches auch schon mal bei der falschen Frau den Dienst verweigert oder bei einer anderen nur ziemlich ramponiert aufersteht.

Wie bei einer Sitcom folgen die Sketche Schlag auf Schlag, leider manchmal auch ins Wasser. Das sollte ein junges Zielpublikum aber nicht von diesem harmlosen Vergnügen abhalten. Da der Buchautor und frühere Gagschreiber von Harald Schmidt kurz vor Kinostart seine Trennung von Anke Engelke öffentlich verkündet und sich so wieder ins Gespräch gebracht hat, steigt auch der mediale Aufmerksamkeitsfaktor. Vom provozierenden Kultroman der Popliteratur ist zwar nicht viel übriggeblieben, aber bei Liebeskummer kann jeder mitleiden. Und mit der Musik von Oasis bis zum Titelsong "Ans Ende denken wir zuletzt" der Sportfreunde Stiller punktet "Soloalbum" zusätzlich. Einem Kassenerfolg steht also potenziell nichts im Wege. mk.

Darsteller:  Matthias Schweighöfer   als Ben
  Nora Tschirner   als Katharina
  Oliver K. Wnuk   als Alf
  Christian Näthe   als Christian
  Lisa Maria Potthoff   als Nadja
  Sandy Mölling   als "Anastacia"
  Thorsten Feller   als Friedrich Unger
  Leander Haußmann   als Chefredakteur
  Jens-Frederik Otto   als Sanitäter
 
Regie:  Gregor Schnitzler  
Buch:  Jens-Frederik Otto  
  Christian Zübert  
Musik:  Fetisch & Meister  
Kamera:  Gero Steffen  
Produzent:  Christoph Müller  
 

Soloalbum in der Fotoshow

 

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Matthias Schweighöfer

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