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Somersault - Wie Parfüm in der Luft

Coming-of-age-Geschichte um eine 16-Jährige, die sich nach einem Streit mit ihrer Mutter alleine durchschlagen will.


Somersault - Wie Parfüm in der Luft

Leihvideo

Erhältlich seit:
10.11.2005

Originaltitel: Somersault

Drama

Australien 2004
Laufzeit: 102 Min.
FSK: ab 12

Abbie Cornish
Sam Worthington
Lynette Curran

Regie: Cate Shortland
Paramount Home Entertainment

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Coming-of-age-Geschichte um eine 16-Jährige, die sich nach einem Streit mit ihrer Mutter alleine durchschlagen will.

Heidi schleppt immer neue Männer ab (Foto: Prokino (Filmwelt)) Großansicht

Heidi schleppt immer neue Männer ab (Foto: Prokino (Filmwelt))

Die 16-jährige Heidi (Abbie Cornish) flieht nach Jindabyne in der Nähe eines kleinen Wintersportortes, nachdem sie von der Mutter in flagranti mit deren Liebhaber erwischt wurde. Heidi ist sich ihrer Wirkung auf Männer voll bewusst und es scheint fast wie kindliches Ausprobieren, wenn sie ihre Sexualität einsetzt, um ihre Grenzen zu erfahren.

Voller Schuldgefühle und Scham stolpert Heidi bald von einer Affäre in die nächste, bis sie für den Farmersohn Joe (Sam Worthington) echte Gefühle entwickelt. Sie sucht sich einen Job und eine Bleibe, um ihm nahe zu sein und knüpft soziale Kontakte: zum einen zur älteren Hotelbesitzerin Irene (Lynette Curran), bei der Heidi wohnt, zum anderen zu einer jungen Arbeitskollegin und deren autistischem Bruder.

Für Joe entwickelt Heidi echte Gefühle (Foto: Prokino (Filmwelt)) Großansicht

Für Joe entwickelt Heidi echte Gefühle (Foto: Prokino (Filmwelt))

Aus Überzeugung langsam

Das bemerkenswerte Spielfilmdebüt der australischen Regisseurin Cate Shortland fordert mit seinem langsamen Takt zwar etwas Geduld, belohnt aber mit genauen Charakterzeichnungen bis in die Nebenrollen hinein. Die Geschichte über die Wirrungen des Erwachsenwerdens überzeugt durch ihre Einfachheit.

Somersault - Wie Parfüm in der Luft

Das bemerkenswerte Spielfilmdebüt der australischen Regisseurin Cate Shortland, die bereits mit einigen preisgekrönten Kurzfilmen auf sich aufmerksam machte, lief in Cannes in der Reihe Un Certain Regard. Der langsame Takt des Arthouse-Films fordert zwar etwas Geduld, belohnt aber mit genauen Charakterzeichnungen bis in die Nebenrollen hinein. Auch wenn die Erzählung nicht immer mit der möglichen Stringenz vorangetrieben wird, überzeugt die in ihrer Einfachheit tiefe Geschichte um die Wirrnisse des Erwachsenwerdens.

Sieben Jahre lang entwickelte Shortland ihr eigenes Drehbuch, und diese Sorgfalt schlägt sich nieder in detaillierten Personenbeschreibungen, die ein Leben der Figuren jenseits ihrer Szenen vor der Kamera erahnen lassen. Die differenzierten Charaktere, die mit ihren unterschiedlichen Lebensherausforderungen zu kämpfen haben, finden ihre Entsprechung in schneeverhangenen Landschaften und den düsteren Lokalitäten eines Skiorts. Das Setting mutet europäisch an und ist nicht gerade das, was man hierzulande von einem Aussie-Film erwartet.

Die Regisseurin lässt nicht den typischen immerblauen Down-Under-Himmel scheinen, sondern verlegt ihre Coming-of-Age Geschichte in die klamme Umgebung eines kleinen Wintersportortes. Dorthin, nach Jindabyne, flieht die 16-jährige Heidi (Abie Cornish zeigt überzeugend Verletzlichkeit unter einer rauen Schale), nachdem sie von der Mutter in flagranti mit deren Liebhaber erwischt wurde. Heidi ist sich ihrer Wirkung auf Männer mehr als bewusst und setzt, in einem kindlichen Akt des Ausprobierens, ihre Sexualität ein, um ihre Grenzen zu erfahren. Voller Schuldgefühle und Scham stolpert sie von einer Affäre in die nächste, bis sie für den Farmer-Sohn Joe (Sam Worthington) Gefühle entwickelt. Sie sucht sich einen Job und eine Bleibe, um ihm nahe zu sein, knüpft soziale Kontakte mit Irene, einer älteren Hotelbesitzerin, die sie beherbergt, und einer jungen Arbeitskollegin und deren autistischem Bruder. Doch Joe, ebenso unreif wie Heidi, kann die Unzufriedenheit, in der er gefangen ist, nicht deuten und seine Gefühle nur schwer artikulieren. So ist ihrer Liebe zwar kein Happy End beschert, doch gehen beide gereift aus diesem Zusammentreffen hervor, mit einer Ahnung davon, was sie vom Leben und von der Liebe erwarten. Heidi lernt, was es heißt zu verzeihen, und die Versöhnung von Mutter und Tochter liefert einen Anhaltspunkt dafür, dass ihr Leben fortan in anderen Bahnen verlaufen könnte.

Die Unwirtlichkeit der Umgebung setzt sich fort in der Kühle des Umgangs der Personen untereinander, deren Unfähigkeit, ihre Gefühle zu verstehen beziehungsweise zu kommunizieren. Auch wenn Shortlands Blick wenig Mitleid zeigt, verrät sie dennoch ihre Figuren nicht. Die Empathie stellt sich nur viel langsamer ein, als es bei einer gefühlsbetonteren Regie der Fall wäre. Die Handkamera von Robert Humphery spiegelt die emotionalen Konflikte der Figuren, viel Blau und Stahl unterstreicht die Distanziertheit, mit der diese Geschichte eines emotionalen Reifeprozesses fesselnd erzählt wird. boe.

Darsteller:  Abbie Cornish   als Heidi
  Sam Worthington   als Joe
  Lynette Curran   als Irene
  Erik Thompson   als Richard
  Nathaniel Dean   als Stuart
  Hollie Andrew   als Bianca
  Leah Purcell   als Diane
  Olivia Pigeot   als Nicole
  Blake Pittman   als Karl
  Paul Gleeson   als Roy
  Anne Louise Lambert   als Joes Mutter
  Damian de Montemas  
  John Sheerin  
 
Regie:  Cate Shortland  
Buch:  Cate Shortland  
Musik:  Norman Parkhill  
Kamera:  Robert Humphreys  
Produzent:  Anthony Anderson  
 

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