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Sophie Scholl - Die letzten Tage

Drama, das die letzten Tage der Widerstandskämpferin Sophie Scholl nach ihrer Festnahme im Februar 1943 aus deren Sicht zeigt.


Sophie Scholl - Die letzten Tage

Leihvideo

Erhältlich seit:
23.09.2005

Drama

Deutschland 2004
Laufzeit: 112 Min.
FSK: ab 12

Julia Jentsch
Alexander Held
Fabian Hinrichs

Regie: Marc Rothemund
Warner Home Video Germany

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Julia Jentsch kämpft als Studentin gegen das Nazi-Regime und ist bereit, dafür bis in den Tod zu gehen.

Sophie und Hans Scholl in der Münchner Uni (Foto: X Verleih (Warner)) Großansicht

Sophie und Hans Scholl in der Münchner Uni (Foto: X Verleih (Warner))

Sie gehört zu den wenigen Heldinnen, die die deutsche Geschichte hat: Sophie Scholl. Mit ihrem Bruder Hans kämpfte sie gegen die Nazi-Diktatur, nach einer Flugblattaktion in der Münchner Uni 1943 werden die beiden verhaftet.

Die junge Studentin lässt sich auch im Gestapo-Verhör nicht einschüchtern, sogar dem Blutrichter Roland Freisler bietet sie die Stirn und steht zu ihren Idealen und Überzeugungen, auch wenn es sie das Leben kostet.

Mutig geht sie noch einen Schritt weiter und schützt mit ihren Aussagen die anderen Mitglieder der Widerstandsgruppe "Weiße Rose".

In Gefahr, entdeckt zu werden: Mitglieder der "Weißen Rose" (Foto: X Verleih (Warner)) Großansicht

In Gefahr, entdeckt zu werden: Mitglieder der "Weißen Rose" (Foto: X Verleih (Warner))

Geschichte ganz zeitgemäß

Basierend auf in Stasi-Archiven neu entdeckten Verhörprotokollen zeichnet Marc Rothemund das Porträt einer jungen, lebenslustigen Frau. Aus Sophies ganz persönlichem Blickwinkel schildert er die Tage der Flugblattaktion, die Verhaftung und den Kampf um die Freiheit, und ist dabei erfrischend unverkrampft.

Die zum Zerreißen gespannten Gefühle und ein aufregend junges Schauspieler-Ensemble - allen voran Shooting-Star Julia Jentsch ("Die fetten Jahre sind vorbei") - machen aus der historischen Tragödie großes, packendes und zeitgemäßes Kino, schnell geschnitten, mit aktueller Musik unterlegt.

Eine Hymne auf Sophie Scholl, die Ikone der Zivilcourage. Sie wurde nur 21 Jahre alt.

Sophie Scholl - Die letzten Tage

Marc Rothemund inszenierte die letzten sechs Tage im Leben der Widerstandskämpferin Sophie Scholl im Februar 1943 als strenges und bewusst schmuckloses Drama, beobachtet aus der Perspektive der Protagonistin, unbedingt an historischen Fakten und Original-Vernehmungsprotokollen orientiert und mit einem beeindruckend unverkrampft agierendem jungen Ensemble.

Mit Michael Verhoevens "Die weiße Rose" (mit Lena Stolze in der Rolle der Sophie Scholl) und Percy Adlons "Fünf letzte Tage" (beide aus dem Jahr 1982) wurde die Geschichte einer der wenigen Heldinnen der deutschen Geschichte bereits zweimal verfilmt. Letzterer konzentrierte sich bereits ganz ähnlich Rothemunds Ansatz auf das kammerspielhafte Drama um Scholls letzte fünf Tage vor ihrer Hinrichtung, allerdings aus der Sicht ihrer Zellengenossin. Verhoeven zeigte dagegen die Geschichte der Widerstandsgruppe bis zum Februar 1943. Rothemund beginnt nun dort, wo Verhoeven endet - mit der Verhaftung der Geschwister Scholl nach deren Flugblatt-Aktion im Lichthof der Münchner Uni - und endet (unter Voraussetzung der Kenntnisse der Zeitgeschichte) mit der Hinrichtung der Scholls. Dazwischen liegen Verhöre bei der Gestapo und ein Psycho-Duell zwischen Sophie und dem Vernehmungsbeamten Robert Mohr (gespielt von Alexander Held).

Die Rededuelle zwischen Scholl und Mohr wie auch jenes zwischen Scholl und Richter Roland Freisler (André Hennicke mit einer an Bruno Ganz in "Der Untergang" fast heranreichenden Performance) auf der Anklagebank basieren auf Vernehmungsprotokollen und Zeugenaussagen. Über weite Strecken ist "Sophie Scholl - Die letzten Tage" so mit kammerspielartiger Inszenierung zum Teil an Originalschauplätzen eine asketische Personenstudie, die zwangsläufig Vergleiche mit Romuald Karmakars "Der Totmacher" wachruft. War es dort die spannende Sezierung der Psyche eines Mörders, macht das Duell zwischen Angeklagter und Kläger hier deutlich, wie einer starken, jungen und lebenslustigen Studentin die Folgen ihres Handelns immer bewusster werden, wie sie erst zu diesem Zeitpunkt zu der Heldin wird, als der man sich heute ihrer erinnert. Während am Ende zwar ihre Angst vor den Konsequenzen wächst, gewinnt damit gleichzeitig auch ihr Rechts- und Pflichtbewusstsein gegenüber ihrer Überzeugung an Bedeutung, sodass sie mit dem Wunsch, ein Zeichen zu setzen, in den Tod geht.

Ihrer Figur Menschlich- und Glaubwürdigkeit zu verleihen, gelingt Julia Jentsch in jedem Moment ihrer beeindruckenden Darstellung -ganz besonders im letzten Drittel des Films, wenn Sophie aus dem Gerichtssaal in den Todestrakt gelangt und allein mit den Folgen ihres Handelns konfrontiert wird. Vor allem diese Momente tragen der emotionalen Intensität und der Konzentration auf die inneren Konflikte der Protagonisten der Inszenierung Rechnung, wobei Rothemunds Umgang mit dem historischen Stoff bei aller Schwere und Präzision beeindruckend unverkrampft bleibt und dennoch einen angemessenen nachhaltigen Eindruck hinterlässt, als Film wider das Vergessen, der sich nur in wenigen Momenten ganz betont Licht gönnt und doch bei aller Beklemmung auch hoffnungsvoll ist. deg.

Darsteller:  Julia Jentsch   als Sophie Scholl
  Alexander Held   als Robert Mohr
  Fabian Hinrichs   als Hans Scholl
  Johanna Gastdorf   als Else Gebel
  André Hennicke   als Dr. Roland Freisler
  Florian Stetter   als Christoph Probst
  Johannes Suhm   als Alexander Schmorell
  Maximilian Brückner   als Willi Graf
  Lilli Jung   als Gisela Schertling
  Jörg Hube   als Robert Scholl
  Petra Kelling   als Magdalena Scholl
  Franz Staber   als Werner Scholl
  Wolfgang Pregler   als Jakob Schmid
  Erich Menzel   als Hefner
  Klaus Händl   als Locher
  Dorothea Senz   als Protokollführerin
  Elias Lobewein   als Protokollführer
  Christian Hoening   als Weyersberg
  Paul Herwig   als August Klein
  Anton Figl   als Ferdinand Seidl
  Maria Hofstätter   als Wärterinn
 
Regie:  Marc Rothemund  
Buch:  Fred Breinersdorfer  
Musik:  Reinhold Heil  
  Johnny Klimek  
Kamera:  Martin Langer  
Produzent:  Christoph Müller  
  Sven Burgemeister  
  Marc Rothemund  
  Fred Breinersdorfer  

"Die DVD ist ein Stück Zeitgeschichte"

Durch die Komödie "Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit" wurde er bekannt. Mit dem Gerichtsdrama "Sophie Scholl - Die letzten Tage" begibt sich Marc Rothemund auf völlig neues Terrain - und wird dafür mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Erhielt für "Sophie Scholl" stehende Ovationen: Regisseur Marc Rothemund (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Erhielt für "Sophie Scholl" stehende Ovationen: Regisseur Marc Rothemund (Foto: Kurt Krieger)

"Sophie Scholl - Die letzten Tage" erscheint als umfangreiche Special-Edition am 23. September. Was waren die Beweggründe für die Veröffentlichung einer Doppel-DVD?

MARC ROTHEMUND: Die Frage war, ob nur der Film "Sophie Scholl" der Star sein sollte, oder ob sich auch unser gesammeltes Material als spannend genug für eine Doppel-DVD erwies. Und wir hatten viele gute Aufnahmen, die mir sehr am Herzen lagen.

Ich bin generell ein großer Fan des Bonusmaterials einer DVD. Bernhard Eschenbach, der das Making-of gefilmt hat, ging uns während des Drehs zwar manchmal auf die Nerven - aber durch seine Hartnäckigkeit und Kreativität hat er ein tolles Werk geschaffen, das fast wie ein eigener Film ist.

Sophie Scholl muss dem "Blutrichter" Roland Freisler Rede und Antwort stehen (Foto: X Verleih) Großansicht

Sophie Scholl muss dem "Blutrichter" Roland Freisler Rede und Antwort stehen (Foto: X Verleih)

Hatten Sie beim Dreh bereits die DVD-Auswertung im Hinterkopf?

Wir haben parallel zur Drehbucharbeit viele wichtige Zeitzeugen interviewt, die uns die Epoche, die Orte und die Menschen näher gebracht haben. Es war von Anfang an klar, dass auch die Arbeit am historischen Drehort Material für die DVD liefern könnte.

Der Film hatte ursprünglich eine Länge von drei Stunden. Wir haben ihn auf zwei Stunden gekürzt. Alles, was herausgeschnitten wurde, sind überlieferte und spannende Szenen und Zitate. Sie fielen nicht dem Schnitt zum Opfer, weil sie langweilig waren, sondern weil der Film sonst zu lang geworden wäre. Dank der DVD bleiben diese einzelnen verbürgten Szenen nun erhalten.

Vereint im Kampf gegen Hitler: die Münchner Widerstandsgruppe "Weiße Rose" (Foto: X Verleih) Großansicht

Vereint im Kampf gegen Hitler: die Münchner Widerstandsgruppe "Weiße Rose" (Foto: X Verleih)

Welche Highlights enthält die zweite DVD?

Wir haben spannende Zeitzeugen, darunter die Schwester von Sophie Scholl und den Sohn des Vernehmungsbeamten, der einerseits stolz ist, dass sein Vater versucht hat, Sophie Scholls Leben zu retten, der andererseits aber aber auch weiß, dass sein Vater trotzdem ein überzeugter Nazi war. Oder die kleine Schwester von Willi Graf, die vier Monate in der gleichen Zelle wie Sophie Scholl war und den gleichen Vernehmungsbeamten hatte.

Darüber hinaus enthält die DVD Original-Gestapo-Dokumente, die den Gerichtsprozess, die Vernehmungen und die Hinrichtung beschreiben.

Julia Jentsch lässt als Sophie Scholl Geschichte lebendig werden (Foto: X Verleih) Großansicht

Julia Jentsch lässt als Sophie Scholl Geschichte lebendig werden (Foto: X Verleih)

Die DVD ist also auch ein Stück Zeitgeschichte?

Auf jeden Fall, schließlich gibt es nicht mehr viele Zeitzeugen, die über die Kriegszeit und die Mitglieder der "Weißen Rose" erzählen können. Vom echten Prozess existiert von den Nazis versteckt gefilmtes Material vom "Blutrichter" Roland Freisler. Mich hat überrascht, wie wenige Leute Roland Freisler kennen. Das ist ein Stück deutscher Geschichte.

"Sophie Scholl" ist sicherlich kein leichtes Thema - der Film ist eine Art Kammerspiel und erreichte in Deutschland trotzdem mehr als eine Million Kinobesucher. Hat Sie das überrascht?

Sophie Scholl ist nicht nur ein Kammerspiel. Wir zeigen, wie die 21-jährige Sophie Scholl drei Tage mit dem doppelt so alten Gestapo-Mann Mohr verbringt, dazu kommt das Drucken der Flugblätter, das Verteilen an Originalplätzen sowie der Gerichtsprozess.

Sophie kämpft um ihr Leben und lügt auf höchstem Niveau. Dadurch entsteht eine unglaubliche Spannung im Film, obwohl das Ende natürlich bekannt ist. Hinzu kommt natürlich eine fantastische Julia Jentsch.

Flugblätter als Todesurteil: Sophie und Hans Scholl in der Münchner Universität (Foto: X Verleih) Großansicht

Flugblätter als Todesurteil: Sophie und Hans Scholl in der Münchner Universität (Foto: X Verleih)

Zivilcourage ist ein zentrales Thema des Films. Ein Wert, der in der heutigen Gesellschaft verloren gegangen ist?

Zivilcourage kann man überall finden - für das menschliche Zusammensein ist dies ein Grundwert. Es gibt aber leider immer noch Nazis in Deutschland und Europa, weshalb man das Thema in den Köpfen der Leute präsent halten muss. Gerade Jugendlichen hilft sicher ein Film wie "Sophie Scholl".

Wie geht man als Kreativer mit dem Thema Raubkopien um?

Ich war vor kurzem in China und habe dort für zehn Cent eine "Untergang"-DVD gekauft. Der Name war falsch geschrieben und die Qualität hinkt gewaltig. Zum Glück ist hier noch immer ein riesiger Unterschied zu den Original-DVDs festzustellen. Trotzdem: Ein Film kostet Geld und das muss wieder reinkommen. Wenn dann vor dem Kinostart schon illegale Kopien existieren, wird es gefährlich. Der Produzent muss schließlich Geld verdienen, um einen neuen Film zu finanzieren.

Feierten auf der Berlinale: Rothemund und die "Sophie-Scholl"-Crew (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Feierten auf der Berlinale: Rothemund und die "Sophie-Scholl"-Crew (Foto: Kurt Krieger)

"Napola", "Der Untergang", "Sophie Scholl" - der deutsche Film beschäftigt sich stark mit der Thematik Nazi-Deutschlands. Warum kam es gerade hier zu einer Renaissance?

Die meisten Filme, wie zum Beispiel "Napola", wurden von einer neuen Generation von Regisseuren gedreht, die nach Wim Wenders und Volker Schlöndorff kommen und die in etwa alle gleich alt sind. Sie und mich beschäftigt die Geschichte unserer Großeltern, die wir noch kannten, die sich uns aber nicht mitgeteilt haben.

Viereinhalb Millionen Kinobesucher sahen sich in "Der Untergang" die Darstellung Hitlers als Mensch an. Ich finde, dass jeder, der in diesem Film war, eigentlich auch "Sophie Scholl" sehen müsste. Denn das Gegenteil von Adolf Hitler ist Sophie Scholl, die nicht nur als Heldin, sondern auch als Mensch wahrgenommen werden sollte.

 

Sophie Scholl - Die letzten Tage in der Fotoshow

 

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