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Leihvideo
Erhältlich seit:
23.09.2005
Deutschland 2004
Laufzeit: 112 Min.
FSK: ab 12
Julia Jentsch
Alexander Held
Fabian Hinrichs
Regie: Marc Rothemund
Warner Home Video Germany

Marc Rothemund inszenierte die letzten sechs Tage im Leben der Widerstandskämpferin Sophie Scholl im Februar 1943 als strenges und bewusst schmuckloses Drama, beobachtet aus der Perspektive der Protagonistin, unbedingt an historischen Fakten und Original-Vernehmungsprotokollen orientiert und mit einem beeindruckend unverkrampft agierendem jungen Ensemble.
Mit Michael Verhoevens "Die weiße Rose" (mit Lena Stolze in der Rolle der Sophie Scholl) und Percy Adlons "Fünf letzte Tage" (beide aus dem Jahr 1982) wurde die Geschichte einer der wenigen Heldinnen der deutschen Geschichte bereits zweimal verfilmt. Letzterer konzentrierte sich bereits ganz ähnlich Rothemunds Ansatz auf das kammerspielhafte Drama um Scholls letzte fünf Tage vor ihrer Hinrichtung, allerdings aus der Sicht ihrer Zellengenossin. Verhoeven zeigte dagegen die Geschichte der Widerstandsgruppe bis zum Februar 1943. Rothemund beginnt nun dort, wo Verhoeven endet - mit der Verhaftung der Geschwister Scholl nach deren Flugblatt-Aktion im Lichthof der Münchner Uni - und endet (unter Voraussetzung der Kenntnisse der Zeitgeschichte) mit der Hinrichtung der Scholls. Dazwischen liegen Verhöre bei der Gestapo und ein Psycho-Duell zwischen Sophie und dem Vernehmungsbeamten Robert Mohr (gespielt von Alexander Held).
Die Rededuelle zwischen Scholl und Mohr wie auch jenes zwischen Scholl und Richter Roland Freisler (André Hennicke mit einer an Bruno Ganz in "Der Untergang" fast heranreichenden Performance) auf der Anklagebank basieren auf Vernehmungsprotokollen und Zeugenaussagen. Über weite Strecken ist "Sophie Scholl - Die letzten Tage" so mit kammerspielartiger Inszenierung zum Teil an Originalschauplätzen eine asketische Personenstudie, die zwangsläufig Vergleiche mit Romuald Karmakars "Der Totmacher" wachruft. War es dort die spannende Sezierung der Psyche eines Mörders, macht das Duell zwischen Angeklagter und Kläger hier deutlich, wie einer starken, jungen und lebenslustigen Studentin die Folgen ihres Handelns immer bewusster werden, wie sie erst zu diesem Zeitpunkt zu der Heldin wird, als der man sich heute ihrer erinnert. Während am Ende zwar ihre Angst vor den Konsequenzen wächst, gewinnt damit gleichzeitig auch ihr Rechts- und Pflichtbewusstsein gegenüber ihrer Überzeugung an Bedeutung, sodass sie mit dem Wunsch, ein Zeichen zu setzen, in den Tod geht.
Ihrer Figur Menschlich- und Glaubwürdigkeit zu verleihen, gelingt Julia Jentsch in jedem Moment ihrer beeindruckenden Darstellung -ganz besonders im letzten Drittel des Films, wenn Sophie aus dem Gerichtssaal in den Todestrakt gelangt und allein mit den Folgen ihres Handelns konfrontiert wird. Vor allem diese Momente tragen der emotionalen Intensität und der Konzentration auf die inneren Konflikte der Protagonisten der Inszenierung Rechnung, wobei Rothemunds Umgang mit dem historischen Stoff bei aller Schwere und Präzision beeindruckend unverkrampft bleibt und dennoch einen angemessenen nachhaltigen Eindruck hinterlässt, als Film wider das Vergessen, der sich nur in wenigen Momenten ganz betont Licht gönnt und doch bei aller Beklemmung auch hoffnungsvoll ist. deg.
| Darsteller: | Julia Jentsch | als Sophie Scholl | |
|---|---|---|---|
| Alexander Held | als Robert Mohr | ||
| Fabian Hinrichs | als Hans Scholl | ||
| Johanna Gastdorf | als Else Gebel | ||
| André Hennicke | als Dr. Roland Freisler | ||
| Florian Stetter | als Christoph Probst | ||
| Johannes Suhm | als Alexander Schmorell | ||
| Maximilian Brückner | als Willi Graf | ||
| Lilli Jung | als Gisela Schertling | ||
| Jörg Hube | als Robert Scholl | ||
| Petra Kelling | als Magdalena Scholl | ||
| Franz Staber | als Werner Scholl | ||
| Wolfgang Pregler | als Jakob Schmid | ||
| Erich Menzel | als Hefner | ||
| Klaus Händl | als Locher | ||
| Dorothea Senz | als Protokollführerin | ||
| Elias Lobewein | als Protokollführer | ||
| Christian Hoening | als Weyersberg | ||
| Paul Herwig | als August Klein | ||
| Anton Figl | als Ferdinand Seidl | ||
| Maria Hofstätter | als Wärterinn | ||
| Regie: | Marc Rothemund | ||
| Buch: | Fred Breinersdorfer | ||
| Musik: | Reinhold Heil | ||
| Johnny Klimek | |||
| Kamera: | Martin Langer | ||
| Produzent: | Christoph Müller | ||
| Sven Burgemeister | |||
| Marc Rothemund | |||
| Fred Breinersdorfer | |||
Sophie Scholl - Die letzten Tage in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Dt. f. Hörg.
Bildformat: 1:1,85/16:9
Extras: 2 DVDs: Audiokommentar, Bio- und Filmografien, Making of, Dokumentationen, Entfallene Szenen, Trailer
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Julia Jentsch
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