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Spider

Unheimlicher dramatischer Thriller von David Cronenberg, der die Psychopathologie eines Geisteskranken durchleuchtet.


Spider

Leihvideo

Erhältlich seit:
26.10.2004

Drama/ Thriller

Kanada/Großbritannien 2002
Laufzeit: 94 Min.
FSK: ab 12

Ralph Fiennes
Miranda Richardson
Gabriel Byrne

Regie: David Cronenberg
Sony Pictures Home Entertainment (SPHE)

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Unheimlicher, dramatischer Thriller von David Cronenberg, der die Psychopathologie eines Geisteskranken durchleuchtet.

Als Kind beobachtete Spider seine Mutter gerne beim Hübschmachen (Foto: Columbia TriStar) Großansicht

Als Kind beobachtete Spider seine Mutter gerne beim Hübschmachen (Foto: Columbia TriStar)

Der geistesgestörte Spider (Ralph Fiennes) zieht in ein tristes Londoner Männerwohnheim. Während seiner langen Spaziergänge durch die Gegend sucht er all die Orte seiner Kindheit auf und erlebt Schlüsselszenen nach, die irgendwie zu seinem gegenwärtigen Zustand hinführen.

Sein Vater (Gabriel Byrne) lernt bei einem seiner regelmäßigen Pub-Besuche die ordinäre Yvonne (Miranda Richardson) kennen und beginnt eine Affäre mit ihr. Die führt dazu, dass die beiden die Mutter erschlagen und in einem Schrebergarten vergraben.

Spider findet das heraus, und muss nun miterleben, wie Yvonne zu Hause einzieht und nach und nach die Züge seiner Mutter annimmt.

Spider spinnt sein eigenes Netz (Foto: Columbia TriStar) Großansicht

Spider spinnt sein eigenes Netz (Foto: Columbia TriStar)

Astreine One-Man-Show

David Cronenberg erzählt diese Psychopathologie eines Geisteskranken ruhig, fast statisch, ganz ohne Special Effects und verlässt sich dabei zu Recht auf die unheimliche Atmosphäre seiner Schauplätze und das ausdrucksstarke Spiel seiner durchwegs hervorragenden Hauptdarsteller - allen voran Ralph Fiennes in der Titelrolle, dem das Kunststück gelingt, eine One-Man-Show abzuliefern, die bis zum Abspann fasziniert.

Spider

Mit ironischem Stolz verkündete David Cronenberg, "Spider" sei sein erster Film, der ganz ohne Spezialeffekte auskomme. Das ist richtig, doch ansonsten ist der Kanadier sich treu geblieben: Sein Interesse für verschobene Realitätsebenen und für ein Leben innerhalb und außerhalb seltsamer Geisteswelten führte ihn auch zu dieser Romanadaption des britischen Autors Patrick McGrath, bei der Ralph Fiennes das Kunststück gelingt, als nahezu katatonischer Titelheld eine One-Man-Show abzuliefern, die bis zum Abspann fasziniert. Schade ist, dass "Spider" auf eine einzige Pointe hinausläuft, die sich etwa eine halbe Stunde vor Schluss bereits abzeichnet.

Es ist ein heruntergekommenes, nahezu menschenleeres London, in das Cronenberg seinen Spider (Fiennes) ankommen lässt. Zwar spielt die Geschichte in den achtziger Jahren, doch die Dekors wecken eher den Eindruck von Zimmern und Hallen, die seit den Fünfzigern nicht mehr gelüftet wurden. Den Blick zu Boden gerichtet, Unverständliches vor sich hin murmelnd und ständig an selbstgedrehten Zigaretten ziehend, bietet Spider ein Bild des Elends, und dieser Eindruck wird bestätigt, als er in ein tristes Männerwohnheim zieht, wo er offensichtlich hinempfohlen wurde. Ein riesiges Gaswerk gegenüber macht Spider Angst, doch getrieben wird er von etwas anderem: Während seiner langen Spaziergänge durch die Gegend sucht er all die Orte seiner Kindheit auf und erlebt Schlüsselszenen nach, die irgendwie zu seinem gegenwärtigen Zustand hinführen. Sein Vater (Gabriel Byrne) lernt bei einem seiner regelmäßigen Pubbesuche die ordinäre Yvonne kennen und beginnt eine Affäre mit ihr, die schließlich darin gipfelt, dass die beiden die Mutter erschlagen und in einem Schrebergarten vergraben. Spider findet das heraus, und muss nun miterleben, wie Yvonne zu Hause einzieht und nach und nach die Züge seiner Mutter (Miranda Richardson) annimmt. Allein, der Vater will von Spiders Warnungen und Anschuldigen nichts hören. Fiebrig schreibt der erwachsene Spider all diese kleinen Vergangenheitstrips in sein Notizbuch, und allmählich spannt sich jeder der Erinnerungsfäden zu einem Netz der Selbsterkenntnis - welche allerdings für alle Beteiligten wenig Tröstliches hat. Cronenberg erzählt diese Psychopathologie eines Geisteskranken ruhig, fast statisch und verlässt sich dabei zu Recht auf die unheimliche Atmosphäre seiner Schauplätze und das ausdrucksstarke Spiel seiner durchwegs hervorragenden Hauptdarsteller. Wie immer ist er dabei auch an den sexuellen Kausalitäten interessiert, in diesem Fall daran, was im Inneren eines Kindes geschieht, wenn es in der Enge der Wohnung alles miterlebt, was zwischen seinen Eltern geschieht. Die Feststellung, dass der Geist eines Menschen ein wahrlich merkwürdiger Ort ist, ist für Cronenberg, den Regisseur von "Crash", "eXistenZ" und "Die Unzertrennlichen", zwar nicht gerade neu, doch gibt es auch kaum jemanden, der sich darin so sicher bewegt wie er. evo.

Darsteller:  Ralph Fiennes   als Dennis "Spider" Cleg
  Miranda Richardson   als Mrs. Cleg
  Gabriel Byrne   als Bill Cleg
  Lynn Redgrave   als Mrs. Wilkinson
  John Neville   als Terrence
  Bradley Hall   als Spider als Kind
  Gary Reineke   als Freddy
  Philip Craig   als John
  Cliff Saunders   als Bob
  Tara Ellis   als Nora
 
Regie:  David Cronenberg  
Buch:  Patrick McGrath  
Musik:  Howard Shore  
Kamera:  Peter Suschitzky  
Produzent:  Catherine Bailey  
  David Cronenberg  
  Samuel Hadida  

Kultverfilmung mit Mr. und Mrs. Depp

Für Schauspieler-Pärchen gibt es nichts Schöneres als zusammen vor der Kamera zu stehen. Doch in ihrem ersten gemeinsamen Film ist es nicht Johnny Depp, dem seine französische Lebensgefährtin den Kopf verdreht.

Johnny Depp: Vom durchtriebenen Piraten zum verruchten Zigeuner (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Johnny Depp: Vom durchtriebenen Piraten zum verruchten Zigeuner (Foto: Kurt Krieger)

Die Herzen eingefleischter Insider werden höher schlagen: "The Gypsy's Curse" von Harry Crews wird mit internationalem Staraufgebot verfilmt. Charakterdarsteller Johnny Depp, zuletzt als durchgeknallter Kapitän Jack Sparrow in "Fluch der Karibik" zu sehen, soll einen Zigeuner spielen, der einen verhängnisvollen Fluch ausspricht. Für weitere Hauptrollen sind Vanessa Paradis, Harvey Keitel und David Toole vorgesehen.

"The Gypsy's Curse" erzählt die Geschichte eines behinderten Mannes, der seinen ganz eignen Weg gefunden hat, mit seinem Schicksal fertig zu werden: David Toole, ein britischer Tänzer, der keine Beine hat, spielt den Lebenskünstler Marvin. In einem Fitnessstudio, das vom schrulligen Harvey Keitel geleitet wird, übt er ausgefallene Stunts. Als Marvin sich in eine trügerische Femme Fatale (Vanessa Paradis) verliebt, wird er von einem mysteriösen Zigeuner gewarnt.

Heikles Thema galant umschifft

Die Dreharbeiten beginnen Mitte August in England und werden im September in Portugal abgeschlossen. Produzent Samuel Hadida, dessen Thriller "Spider" im Juni ins Kino kommt, hat bekannt gegeben, den Film im kommenden Jahr im Cannes präsentieren zu wollen. Spätestens dann ist "The Gypsy's Curse" kein Geheimtipp mehr.

 

Spider in der Fotoshow

 

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Features

 

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Ralph Fiennes

Als Sohn eines Architekten und einer Malerin schloss Fiennes seine Ausbildung an der Royal Academy of Dramatic Arts ab, wurde Mitglied der...

 

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Miranda Richardson

Ihre Figuren haben einen Zug ins Dekadent-Maliziöse, verdecken seelische Verletzungen hinter Contenance und tragen etwas von einer...