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Leihvideo
Erhältlich seit:
26.10.2004
Kanada/Großbritannien 2002
Laufzeit: 94 Min.
FSK: ab 12
Ralph Fiennes
Miranda Richardson
Gabriel Byrne
Regie: David Cronenberg
Sony Pictures Home Entertainment (SPHE)

Mit ironischem Stolz verkündete David Cronenberg, "Spider" sei sein erster Film, der ganz ohne Spezialeffekte auskomme. Das ist richtig, doch ansonsten ist der Kanadier sich treu geblieben: Sein Interesse für verschobene Realitätsebenen und für ein Leben innerhalb und außerhalb seltsamer Geisteswelten führte ihn auch zu dieser Romanadaption des britischen Autors Patrick McGrath, bei der Ralph Fiennes das Kunststück gelingt, als nahezu katatonischer Titelheld eine One-Man-Show abzuliefern, die bis zum Abspann fasziniert. Schade ist, dass "Spider" auf eine einzige Pointe hinausläuft, die sich etwa eine halbe Stunde vor Schluss bereits abzeichnet.
Es ist ein heruntergekommenes, nahezu menschenleeres London, in das Cronenberg seinen Spider (Fiennes) ankommen lässt. Zwar spielt die Geschichte in den achtziger Jahren, doch die Dekors wecken eher den Eindruck von Zimmern und Hallen, die seit den Fünfzigern nicht mehr gelüftet wurden. Den Blick zu Boden gerichtet, Unverständliches vor sich hin murmelnd und ständig an selbstgedrehten Zigaretten ziehend, bietet Spider ein Bild des Elends, und dieser Eindruck wird bestätigt, als er in ein tristes Männerwohnheim zieht, wo er offensichtlich hinempfohlen wurde. Ein riesiges Gaswerk gegenüber macht Spider Angst, doch getrieben wird er von etwas anderem: Während seiner langen Spaziergänge durch die Gegend sucht er all die Orte seiner Kindheit auf und erlebt Schlüsselszenen nach, die irgendwie zu seinem gegenwärtigen Zustand hinführen. Sein Vater (Gabriel Byrne) lernt bei einem seiner regelmäßigen Pubbesuche die ordinäre Yvonne kennen und beginnt eine Affäre mit ihr, die schließlich darin gipfelt, dass die beiden die Mutter erschlagen und in einem Schrebergarten vergraben. Spider findet das heraus, und muss nun miterleben, wie Yvonne zu Hause einzieht und nach und nach die Züge seiner Mutter (Miranda Richardson) annimmt. Allein, der Vater will von Spiders Warnungen und Anschuldigen nichts hören. Fiebrig schreibt der erwachsene Spider all diese kleinen Vergangenheitstrips in sein Notizbuch, und allmählich spannt sich jeder der Erinnerungsfäden zu einem Netz der Selbsterkenntnis - welche allerdings für alle Beteiligten wenig Tröstliches hat. Cronenberg erzählt diese Psychopathologie eines Geisteskranken ruhig, fast statisch und verlässt sich dabei zu Recht auf die unheimliche Atmosphäre seiner Schauplätze und das ausdrucksstarke Spiel seiner durchwegs hervorragenden Hauptdarsteller. Wie immer ist er dabei auch an den sexuellen Kausalitäten interessiert, in diesem Fall daran, was im Inneren eines Kindes geschieht, wenn es in der Enge der Wohnung alles miterlebt, was zwischen seinen Eltern geschieht. Die Feststellung, dass der Geist eines Menschen ein wahrlich merkwürdiger Ort ist, ist für Cronenberg, den Regisseur von "Crash", "eXistenZ" und "Die Unzertrennlichen", zwar nicht gerade neu, doch gibt es auch kaum jemanden, der sich darin so sicher bewegt wie er. evo.
| Darsteller: | Ralph Fiennes | als Dennis "Spider" Cleg | |
|---|---|---|---|
| Miranda Richardson | als Mrs. Cleg | ||
| Gabriel Byrne | als Bill Cleg | ||
| Lynn Redgrave | als Mrs. Wilkinson | ||
| John Neville | als Terrence | ||
| Bradley Hall | als Spider als Kind | ||
| Gary Reineke | als Freddy | ||
| Philip Craig | als John | ||
| Cliff Saunders | als Bob | ||
| Tara Ellis | als Nora | ||
| Regie: | David Cronenberg | ||
| Buch: | Patrick McGrath | ||
| Musik: | Howard Shore | ||
| Kamera: | Peter Suschitzky | ||
| Produzent: | Catherine Bailey | ||
| David Cronenberg | |||
| Samuel Hadida | |||
Spider in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch, Englisch
Bildformat: 1:1,78/16:9
Extras: Audiokommentar, Dokumentationen, Filmografien, Trailer
Star
Ralph Fiennes
Als Sohn eines Architekten und einer Malerin schloss Fiennes seine Ausbildung an der Royal Academy of Dramatic Arts ab, wurde Mitglied der...
Star
Miranda Richardson
Ihre Figuren haben einen Zug ins Dekadent-Maliziöse, verdecken seelische Verletzungen hinter Contenance und tragen etwas von einer...
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