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Kaufvideo
Erhältlich seit:
29.06.2004
USA 2002
Laufzeit: 116 Min.
FSK: ab 12
Tobey Maguire
Kirsten Dunst
Willem Dafoe
Regie: Sam Raimi
Sony Pictures Home Entertainment (SPHE)

Ein feines Blockbuster-Netz hat Sam Raimi dem dienstältesten Superhelden von Marvel-Comics gesponnen: Mit seiner Verfilmung von Stan Lees "Spider-Man" ist es dem Regisseur gelungen, die Essenz der Vorlage inhaltlich wie visuell bewundernswert genau einzufangen. Mit viel Elan und Humor, aber auch dem nötigen Ernst hält die 110-Mio.-Dollar-Produktion zunächst die ersten Schritte des mit Tobey Maguire ("Der Eissturm") perfekt besetzten Peter Parker als Spinnenmann fest und skizziert souverän dessen gesamten Kosmos, um in der zweiten, weitaus konventionelleren Hälfte des Films konsequent Schatten auf das frisch entdeckte Superheldendasein fallen zu lassen: Das abschließende Duell mit dem Bösewicht Green Goblin beschreitet kein Neuland, weist aber den Weg zu einer dramatischen Auflösung dieses sehenswerten Spektakels, zweifellos der erste Teil einer lukrativen Franchise für Sony.
Ein Held wie du und ich - das ist die Vorgabe des 1962 erstmals veröffentlichten Comics. Anders als Superman, Batman oder die ebenfalls aus dem Hause Marvel stammenden X-Men handelt es sich bei Peter Parker nicht um einen Freak, eine zwiegespaltene Persönlichkeit oder gar ein Alien vom anderen Stern. Als harmloser, schüchterner Teenager, der mit Onkel und Tante in einem Arbeiterklassenviertel von New York lebt, ist er vielmehr die ultimative Integrationsfigur, ein liebenswerter Typ, dem man Sympathien entgegenbringt, weil der Zuschauer im Regelfall selbst so ist wie er: unsicher, unauffällig. Raimi, der mit "Dark Man" vor zwölf Jahren erstmals bewies, dass er ein Händchen für Comic-artige Stoffe hat, hat Peters ureigene Qualitäten erkannt. Nach einer herrlich souveränen Creditsequenz zeichnet er den aufrechten Schul-Loser mit ähnlich sicheren Strichen und viel warmem Humor in einer flinken Abfolge von Szenen, in denen schnell auch alle relevanten Personen der Geschichte vorgestellt werden: Onkel Ben und Tante Mary (Cliff Robertson, Rosemary Harris), Peters bester Freund, der privilegierte Harry (James Franco), dessen Vater, der Großindustrielle Norman Osborn (Willem Dafoe) und natürlich das Nachbarsmädchen Mary Jane (Kirsten Dunst), in die Peter verliebt ist, seit er denken kann, ohne dass er sich jemals getraut hätte, sie anzusprechen.
Anders als in der Comicvorlage, in der der Biss einer nuklear verseuchten Spinne den Wandel in Peter Parkers Körper auslöst, ist es hier ein durch Versuche mutierte Arachnid, die seine Fänge bei einem wissenschaftlichen Ausflug der Schulklasse in die Hand des Helden in spe bohrt. Für Raimi ist das der Ausgangspunkt einer brillanten Abfolge von Szenen, in denen die stückweise Entdeckung der neuen Fähigkeiten deutlich als Metapher auf die Vorgänge in der Pubertät angelegt ist (überdeutlich, wenn Peter in einem sehr komischen Moment auf den Dächern von New York erstmals weiße Spinnenfäden aus dem Handgelenk abfeuert). Lakonisch und doch auch ernst folgt er den ersten ungelenken Schritten des neu erwachten Superhelden, die auch eine große Befreiung darstellen. Dass diese erhebenden Augenblicke nicht lange währen können, deutet ein paralleler Handlungsfaden an, in dem Norman Osborn seinerseits die Verwandlung vom Geschäftsmann zum Green Goblin durchmacht:
Je mehr sich der Film zum Duell zwischen Spidey und ihm zuspitzt, desto mehr verliert er diesen ureigenen Charme, der ihn zunächst so hinreißend macht. Zwar wird der Zauber immer wieder evoziert, etwa wenn Mary Jane den kopfüber baumelnden Spider-Man erstmals küsst, aber die nicht immer vollständig überzeugende Action in den Straßenschluchten von New York nimmt doch deutlich überhand. Unschwer lässt sich indes erkennen, dass der finale Showdown auf der Brooklyn Bridge, in der die New Yorker ihrem Helden erstmals zur Hilfe eilen, letztlich nur dazu dient, die Figuren für die Fortsetzung in Stellung zu bringen. Dass man sich rückhaltlos jetzt schon auf sie freut, ist neben dem wunderbar linkischen Tobey Maguire in der Titelrolle vor allem Sam Raimi zu verdanken, der die Chance von Sony beim Schopf gepackt hat: Vor "Spider-Man" war er ein stilistisch beachteter Filmemacher ohne Kassenhit im Resümee - nach "Spider-Man" ist er der Mann, der die Verantwortung für die beste Comicverfilmung bislang trägt und Sony überdies eine Franchise geschenkt hat, die dem Studio noch in Jahren erkleckliche Beträge einbringen sollte. ts.
| Darsteller: | Tobey Maguire | als Spider-Man / Peter Parker | |
|---|---|---|---|
| Kirsten Dunst | als Mary Jane Watson | ||
| Willem Dafoe | als Green Goblin / Norman Osborn | ||
| James Franco | als Harry Osborn | ||
| Cliff Robertson | als Onkel Ben | ||
| Rosemary Harris | als Tante May | ||
| J.K. Simmons | als J. Jonah Jameson | ||
| Michael Papajohn | als Einbrecher | ||
| Randy Savage | als Bone Saw McGraw | ||
| Joe Manganiello | als Flash Thompson | ||
| Ted Raimi | als Hoffman | ||
| Bill Nunn | als Joseph "Robbie" Robertson | ||
| Bruce Campbell | als Ringmoderator | ||
| Gerry Becker | als Maximilian Fargas | ||
| Jack Betts | als Henry Balkan | ||
| Stanley Anderson | als General Slocum | ||
| Ron Perkins | als Dr. Mendel Stromm | ||
| K. K. Dodds | als Simkins | ||
| Elizabeth Banks | als Miss Brant | ||
| John Paxton | als Houseman | ||
| Tim De Zarn | als Philip Watson | ||
| Taylor Gilbert | als Madeline Watson | ||
| Regie: | Sam Raimi | ||
| Buch: | David Koepp | ||
| Musik: | Danny Elfman | ||
| Kamera: | Don Burgess | ||
| Produzent: | Laura Ziskin | ||
| Ian Bryce | |||
Spider-Man (Einzel-DVD) in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch, Englisch
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
Bildformat: 1:1,85/16:9
Extras: Film, Kommentare, "Der Spinnen-Sinn", Exklusive Hintergrundinfos, Filmografien/Charaktere, DVD-Rom (z.B. Vergleich Comic/Film), Trailer, Musik-Videos, TV-Spots
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