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Spiel auf Zeit

Verschachtelten, visuell bestechender Suspensethriller, in dem die Form über den Inhalt triumphiert.


Spiel auf Zeit

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Start: 01.04.2005

Originaltitel: Snake Eyes

Thriller

USA 1998
Laufzeit: 94 Min.
FSK: ab 12

Nicolas Cage
Gary Sinise
Gilbert Powell

Regie: Brian De Palma
Walt Disney Studios

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Mit seinem neuesten Actionthriller "Snake Eyes" über weitreichende Verschwörungen und Korruption wird Regisseur Brian De Palma wieder einmal seinem Ruf als Hollywoods ewiger Filmstudent gerecht. Gleich mit der atemberaubend-adrenalindurchtränkten Openingsequenz - einer ungeschnittenen zwölfminütigen Kamerafahrt, die dem ununterbrochen plappernden Protagonisten Nicolas Cage quer durch die Korridorschluchten, Stufenaufgänge und Rolltreppen einer Casino-Arena in Atlantic City auf dem Weg zu seinem Sitzplatz bei der Schwergewichtsboxmeisterschaft folgt - offenbart sich De Palmas Experimentierfreude und optische Brillanz. Doch schon bald nach dem aufpeitschenden Auftakt macht sich auch sein fast schon sprichwörtlicher Vorzug von Logistik über Logik bemerkbar. Oscar-Gewinner Cage ("Con Air"") mimt den korrupten Cop Rick Santoro in geradezu manischem Overdrive, gegen den selbst sein Auftritt als Castor Troy in "Im Körper des Feindes" bescheiden wirkt. Innerhalb kürzester Zeit erfährt man, daß er Frau, Kind und Freundin hat, keine Skrupel verspürt, Bestechungsgelder anzunehmen oder aus einer fragwürdigen Figur mehrere 1000 Dollar herauszuprügeln, sich eine künftige Kandidatur als Bürgermeister vorstellen kann und sich im allgemeinen für jedermanns Kumpel hält. Am Ring trifft er einen Freund aus Schultagen, den Marinekommandanten Kevin Dunne (Gary Sinise), der für die Bewachung des anwesenden Verteidigungsministers zuständig ist. Abgelenkt von einer rothaarigen Sexbombe verläßt er seinen Posten, woraufhin sich eine Blondine (Carla Gugino) in "Dressed To Kill"-Weiß zum Verteidigungsminister setzt. Sekunden später fällt der Champion (Stan Shaw) k.o.-geschlagen um, es fallen Schüsse, der Politiker sackt zusammen, und eine Massenpanik bricht aus. Inzwischen erschießt Dunne den Täter - einen arabischen Terroristen - und Santoro läßt das Stadium in seiner Funktion als Detective der Mordkommision verriegeln, da sich unter den14.000 Anwesenden vermutlich Komplizen befinden. Aus den verschiedenen Perspektiven von drei Hauptzeugen - Commander Dunne, der vermeindlich besiegte Boxchamp und die Blondine, die sich als Brünette entpuppt, die getürkten Militärtests eines neuen Luftabwehrsystems auf der Spur ist - werden die Ereignisse, die zum Attentat führten, nach und nach wie ein Puzzle zusammengesetzt. Keiner ist das, was er zunächst zu sein vorgibt, wobei der Haupttäter fast umgehend als der solche zu erkennen ist und der Spannungsbogen merklich darunter leidet. Die oftmals absurd anmutende Plotkonstruktionen um politisch-militärische Verdunkelungsmanöver, einen einflußreichen Immobilien-Tycoon (John Heard) und absurde Motivationen wurden von David Koepp ("Jurassic Park") ausgeheckt, der für De Palma bereits an "Mission Impossible" und "Carlito's Way" geschrieben hatte. Des weiteren wurde ein interner Gewissenskonflikt des Protagonisten eingebaut, der in einer 180-Grad-Wendung zum moralischen Katalysator gerät. Seine Läuterung wirkt trotz Cages schauspielerischer Schwerstarbeit nur bedingt glaubwürdig. Auch die Symbolik (z. B. Blut an Geld, ein tobender Hurricane) ist äußerst direkt und nicht immer voll jener Finesse, wie man sie von einem Filmmeister wie De Palma erwarten darf. Interessant und spannend sind dagegen seine technischen Spielereien - wie z. B. ein voyeuristischer Overhead-Shot, der langsam von einem Hotelzimmer ins nächste gleitet. Ein ganz großer Wurf im Stile von "Mission: Impossible" sollte dieser modernisierten Variante von De Palmas eigenem "Blow Out - Der Tod löscht alle Spuren" nicht gelingen, dafür aber - nicht zuletzt dank Nicolas Cages beachtlicher Popularität - ein ansehnlicher Erfolg im gehobenen Mittelfeld. ara.

Spiel auf Zeit

Regie:  Brian De Palma  
Buch:  David Koepp  
Musik:  Ryuichi Sakamoto  
Kamera:  Stephen H. Burum  
Produzent:  Brian De Palma  
 
Darsteller:  Nicolas Cage   als Rick Santoro
  Gary Sinise   als Kevin Dunne
  Gilbert Powell   als John Heard
  Julia Costello   als Carla Gugino
  Stan Shaw   als Lincoln Tyler
  Lou Logan   als Kevin Dunn
  Jimmy George   als Michael Rispell
  Charles Kirkland   als Joel Fabiani
  Luis Guzmán   als Cyrus
  Anthony Higgins   als Ned Campbell
  Mike Starr   als Walt McGahn
  Tamara Tunie   als Anthea
  Chip Zien   als Mickey Alter

Nicolas Cage als Gangsterboss

Er war der berühmteste Verbrecher der USA und ging als Kopf der Chicagoer Unterwelt mit Glücksspiel, illegalem Alkoholausschank und Prostitution in die Geschichte ein.

Bald mit Nadelstreifenanzug und Hut als Gangster unterwegs: Nicolas Cage (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Bald mit Nadelstreifenanzug und Hut als Gangster unterwegs: Nicolas Cage (Foto: Kurt Krieger)

Nun verkörpert Actionstar Nicolas Cage den berüchtigten Gangster Al Capone auf der großen Leinwand. "The Untouchables: Capone Rising" erzählt die Vorgeschichte zum Krimiklassiker "The Untouchables - Die Unbestechlichen" aus dem Jahr 1987. Thrillerexperte Brian De Palma wird, wie schon beim Vorgänger, Regie führen.

Mit "Capone Rising" tritt Nic in die Fußstapfen von Robert De Niro: Der Charakterdarsteller hatte Al Capone in "The Untouchables" gespielt. Für Cage und De Palma markiert das Prequel die zweite Zusammenarbeit nach dem spannungsgeladenen "Spiel auf Zeit".

Rolle mit Oscar-Garantie?

"Capone Rising" handelt von den jungen Jahren des späteren Mafiabosses in der Chicagoer Unterwelt. Er trifft zum ersten Mal auf den irischen Polizisten Jimmy Malone, der später versuchen wird, den Verbrecher dingfest zu machen. 1987 war Sir Sean Connery in der Rolle des taffen Cops zu sehen, für die er seinen bisher einzigen Oscar erhielt. Für den neuen Film sind Sean Penn und Colin Farrell für diesen Part im Gespräch. Die Dreharbeiten sollen im Oktober beginnen, fast genau 21 Jahre, nachdem "The Untouchables" entstand.

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Fassungen

 

Features

 

Star

Nicolas Cage

In der Legende vom unheiligen Trinker in "Leaving Las Vegas" säuft er sich trotz der schönen Hure Elisabeth Shue, die ihn erlösen könnte, ...

 

Star

Gary Sinise

Verlässlich, integer, kompetent und der beste Kumpel, den hochspezialisierte Profis haben (und brauchen), spielte Gary Sinise, durch seine ...