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Spurwechsel

Nachdenklicher Moralthriller um zwei grundverschiedene Männer, die zu erbitterten Feinden werden.


Spurwechsel

Leihvideo

Erhältlich seit:
05.06.2003

Originaltitel: Changing Lanes

Thriller/ Drama

USA 2002
Laufzeit: 95 Min.
FSK: ab 12

Ben Affleck
Samuel L. Jackson
Toni Collette

Regie: Roger Michell
Paramount Home Entertainment

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In Roger Michells wendungsreichem Action-Thriller liefern sich die beiden Hollywood-Hochkaräter Ben Affleck und Samuel L. Jackson einen gnadenlosen Machtkampf.

Ben Affleck gegen Samuel L. Johnson Großansicht

Ben Affleck gegen Samuel L. Johnson

Als 1949 der amerikanische Ingenieur Edward "Ed" Aloysius Murphy ein physikalisches Experiment durchführen wollte, war irgendwie der Wurm drin. 16 Sensoren mussten für die Durchführung des Tests angebracht werden - und alle, so stellte sich nach langer Fehlersuche heraus, waren falsch angeschlossen worden!

Daraufhin soll Murphy den Satz geäußert haben, der als "Murphy's Law" in die Geschichte einging: "Wenn etwas schief gehen kann, wird es auch schief gehen." An dieses Gesetz erinnerten sich wohl die Drehbuchautoren von "Spurwechsel", Michael Tolkin ("The Player") und Skriptdebütant Chap Taylor, die eine Zweipersonenvariante des Erfolgsthrillers "Falling Down" ersannen.

Gavin Banek lässt sich von seinem Chef zu äußerst fragwürdigen Arbeitsmethoden "überreden" Großansicht

Gavin Banek lässt sich von seinem Chef zu äußerst fragwürdigen Arbeitsmethoden "überreden"

An einem ganz normalen Vormittag bekommen der arrogante weiße Wall-Street-Anwalt Gavin Banek (Ben Affleck) und der verbitterte schwarze Versicherungsangestellte Doyle Gibson (Samuel L. Jackson) Murphy's Gesetz am eigenen Leib zu spüren.

Ein simpler Verkehrsunfall beim Spurwechsel während der morgendlichen Rush Hour mündet in einem heftigen Klassenkampf. Beide Männer befinden sich jeweils auf dem Weg zu wichtigen Gerichtsterminen - Baneks berufliche Zukunft bzw. Gibsons Sorgerechtsstreitigkeiten sollen entschieden werden.

Der schnöselige Banek lässt Gibson nach dem Zusammenstoß einfach mit einem saloppen Spruch neben dessen schrottreifem Auto stehen. Dabei übersieht der aalglatte Jurist jedoch, dass er seinem Kontrahenten unabsichtlich wichtige Dokumente überlassen hat. Und deren Rückgabe will sich Doyle, der scheinbar ohnehin nichts mehr zu verlieren hat, teuer bezahlen lassen...

Bei seinem Kampf um Frau und Kind rennt Doyle Gibson gegen Mauern Großansicht

Bei seinem Kampf um Frau und Kind rennt Doyle Gibson gegen Mauern

Nach seinem Romantikerfolg "Notting Hill" präsentiert Regisseur Roger Michell hier einen rasanten Action-Thriller, der bis in die kleinsten Nebenrollen exzellent besetzt ist. Neben der wandlungsfähigen Toni Collette ("About a Boy") und der spröde-erotischen Amanda Peet ("High Crimes") sind auch das Kinourgestein William Hurt und der "fremdgehende" Regisseur Sydney Pollack mit von der Partie.

Im Zentrum des Thrillers steht aber die sich immer schneller drehende Spirale der Gewalt zwischen den beiden Hauptdarstellern. Der überraschend einfühlsam agierende Hollywoodbeau Ben Affleck und Samuel L. Jackson liefern sich eine Schlammschlacht, die es in sich hat.

Was anfangs als bösartiger Streich beginnt, steigert sich in blinde Zerstörungswut. Dass dabei einiges zu Bruch geht, nehmen die Protagonisten gern in Kauf. Denn um seinen Feind zu schädigen, sind alle Mittel recht: Selbst vor Mord machen die beiden nicht halt.

Spurwechsel

Ein simpler Spurwechsel verursacht einen Autounfall, der die Schicksale zweier grundverschiedener Männern kollidieren lässt und beider Leben gründlich aus der Bahn wirft. Nach der gefälligen romantischen Komödie "Notting Hill" wartet Michell hier mit einem erstaunlich nonkonformistischen Film auf, der für eine Mainstream-Produktion in punkto Story, Kameraarbeit und Musikzusammenstellung einige unerwartete Wege einschlägt und mit Samuel L. Jackson ("Shaft") und Ben Affleck ("Pearl Harbor") zwei Stars aufweist, denen man gerne durch das nicht immer bequeme Gestrüpp des nachdenklich stimmenden Moralthrillers folgt.

Gleich die ersten einfallsreichen Einstellungen, die leicht zittrige Bilder von New Yorks Skyline (samt Trade Towers) unterlegt mit melancholischen Triphop-Klängen geben den Ton vor. In der Folge werden im eleganten Gegenschnitt die beiden zukünftigen, hinsichtlich sozialer Schicht und ethnischer Herkunft kontrastierenden Kontrahenten vorgestellt. Gavin Banek (Affleck) ist ein elitärer Wall-Street-Anwalt, der sich auf dem Weg zum Gericht befindet, um (unlauter erhaltene) Dokumente zu präsentieren, die seiner Firma Kontrolle über eine millionenschwere Wohltätigkeitsorganisation verleihen würden. Der Versicherungsangestellte Doyle Gipson (Jackson) hingegen, ebenfalls en route zum Gerichtsgebäude, hofft beim Familienrichter das Fortziehen seiner Exfrau und seiner Söhne zu verhindern. Unterwegs machen die beiden unliebsame Zufallsbekanntschaft, als ihre Autos zusammenstoßen. Banek wimmelt die Bitten des verzweifelten Gipson für eine Fahrt zum Gericht überheblich ab - "Mehr Glück beim nächsten Mal" - und lässt ihn stehen. Er ahnt allerdings nicht, dass er Gipson versehentlich die wichtigen Dokumente in die Hand gedrückt hat. Beide sind nun in einer äußerst prekären Lage. Gipson hat seinen Termin verpasst, und Banek kann ohne die Unterlagen womöglich sogar im Gefängnis landen. Es beginnt ein erbitterter persönlicher Kleinkrieg, der eine Kettenreaktion in Bewegung setzt.

Die Drehbuchautoren Chap Taylor und Michael Tolkin ("The Player", "Deep Impact") skizzieren beide Männer überaus menschlich mit gravierenden Charakterschwächen und vermeiden es bewusst, die Sympathiewaagschale aus der Balance geraten zu lassen. Banek ist gedankenlos, selbstgefällig, lügt ohne mit der Wimper zu zucken, schaltet einen Computerhacker ein, der Gipson finanziell ruiniert. Und doch regt sich in ihm das schlechte Gewissen, das ihn ermutigt, seine Fehltritte wieder gut zu machen. Gipson dagegen, der zunächst alles immer "auf die richtige Art machen" will, ist ein ehemaliger Alkoholiker, mit entzündbarem Temperament, der laut Aussage seines besten Freundes "chaossüchtig" ist. In seiner blinden Wut wird er Fremden gegenüber handgreiflich und spielt mit dem Gedanken, Banek umzubringen. Doch letztlich gewinnt auch sein guter Kern Oberhand.

Der Reiz des zügig inszenierten psychologischen Dramas im Deprie-Look liegt in der meisterhaften Charakterbeschreibung der beiden Figuren, deren Reaktionen und Gegenreaktionen trotz Kontraste auch ihre Parallelen verdeutlichen. Sowohl Jackson als auch Affleck, der in anderen Filmen gerne etwas steif wirkt, liefern eindringliche schauspielerischen Leistungen. Unterstützt werden sie von einer kompetenten Besetzungsriege, die von Sydney Pollack als hochgestellter Rechtsverdreher, der überzeugt ist, "am Ende des Tages mehr Gutes als Schädliches getan" zu haben, über Toni Collette als Baneks ehemalige Geliebte und Amanda Peet als Baneks Ehefrau zu William Hurt als Gipsons AA-Sponsor reichen. Ein intensives Menschenporträt voller Paradoxe ist das Ergebnis, das Roger Michells "Falling Down"-Prämisse auf geradezu genialische Weise variiert und ausreizt. ara.

Darsteller:  Ben Affleck   als Gavin Banek
  Samuel L. Jackson   als Doyle Gipson
  Toni Collette   als Michelle
  Sydney Pollack   als Stephen Delano
  William Hurt   als Sponsor
  Amanda Peet   als Cynthia Banek
  Kim Staunton   als Valerie Gipson
  Richard Jenkins   als Walter Arnell
  Dylan Baker   als Finch
  Matt Malloy   als Ron Cabot
  Michael Patrick McGarth   als Seavers
  Joe Grifasi   als Cosell
  John Benjamin Hickey   als Carlyle
  Myra Taylor   als Abarbanel
  Cole Hawkins   als Danny Gipson
  Kevin Sussman   als Tyler Cohen
  Angela Goethals   als Sarah Windsor
  Ileen Getz   als Ellen
  Bruce Altman   als Joe Kaufman
  Jennifer Dundas   als Mina Dunne
  Olga Merediz   als Mrs. Miller
  Akil Walker   als Stephen Gipson
  Lisa Leguillou   als Gina Gugliotta
  Ray Bokhour   als Willard
  Susan Varon   als Sheryl Buckburg
  Bradley Cooper   als Gordon Pinella
 
Regie:  Roger Michell  
Buch:  Chap Taylor  
  Michael Tolkin  
Musik:  David Arnold  
Kamera:  Salvatore Totino  
Produzent:  Scott Rudin  

Affleck feiert mit Gandolfini Weihnachten

Ben Affleck dürfte dieses Jahr äußerst entspannte Weihnachten feiern. Privat läuft es für den neuen Superstar der Traumfabrik super. Latino-Schönheit Jennifer Lopez ist ganz vernarrt in sexy Ben und auch beruflich war das letzte Jahr nur so mit Höhepunkten gespickt.

Große Weihnachtspläne:<br />Ben Affleck

Große Weihnachtspläne:<br />Ben Affleck

Erst brillierte Ben Affleck neben Samuel L. Jackson in dem Thriller "Spurwechsel" und dann legte er noch einen richtigen Blockbuster nach: "Der Anschlag" spielte locker über 100 Millionen Dollar ein. Grund genug, am Fest der Liebe eine ruhige Kugel zu schieben - möchte man meinen. Doch Affleck denkt gar nicht daran, in der stillen Zeit die Beine hochzulegen und auszuspannen. Er plant schon sein nächstes Projekt.

In "Surviving Christmas" wird Affleck einen erfolgreichen Geschäftsmann spielen, der Weihnachten auf keinen Fall alleine verbringen möchte. Deshalb fährt er über die Feiertage zu seiner Familie. Allerdings hat er keine Ahnung, wie die lieben Eltern und Geschwister sein plötzliches Auftauchen aufnehmen werden. Schließlich ist er als Jugendlicher von zu Hause abgehauen.

Neben Affleck wirdJames Gandolfini ("The Mexican") als Familienoberhaupt zu sehen sein, Christina Applegate ("Super süß und super sexy") mimt eine verrückte Wissenschaftlerin. Die Dreharbeiten beginnen im Frühling nächsten Jahres, damit "Surviving Christmas" pünktlich zu Weihnachten in den Kinos anlaufen kann.

 

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