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St. Pauli Nacht

Polaroidartige Kiezimpressionen von Deutschlands Erfolgsregisseur Sönke Wortmann.


St. Pauli Nacht

Kaufvideo

Erhältlich seit:
19.07.2001

Drama

Deutschland 1999
Laufzeit: 91 Min.
FSK: ab 12

Benno Fürmann
Armin Rohde
Oliver Stokowski

Regie: Sönke Wortmann
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St. Pauli Nacht

St. Pauli bei Nacht: Lebenslust, Erotik und Laster pur. Menschen aller Rassen und Klassen vergnügen sich hier, suchen allabendlich nach dem ultimativen Kick. Und tatsächlich hat die sündigste Meile der Welt stets ein paar Überraschungen parat - Überraschungen, die wie Bomben einschlagen: gnadenlos und unerwartet. Das müssen zum Beispiel der Ex-Knacki Johnny, der Postbote Manfred, das Mittelstands-Ehepaar Ulrike und Peter oder die attraktive Single-Frau Dorit - teilweise überaus schmerzhaft - am eigenen Leibe erfahren...

Eine mit Benno Fürmann, Armin Rohde, Valerie Niehaus, Maruschka Detmers u.a. attraktiv besetzte, deutsche "Short Cuts"-Variante, die Sönke Wortmann ("Der bewegte Mann") mit viel Gespür für Atmosphäre in Szene gesetzt hat. Für das stimmige Drehbuch, die episodische, elliptische Erzählweise sowie den romantisch-melancholischen Ton zeichnet Romanautor Frank Göhre verantwortlich, dessen Vorlage Wortmann wohl dazu bewog, sein bevorzugtes (Komödien-)Terrain zu verlassen. Ein überaus ambitionierter Film, der ohne "Großkonflikte" auskommt und ein eher aufgeschlossenes Publikum voraussetzt.

St. Pauli Nacht

Ein attraktiv besetzter, inszenatorischer und atmosphärischer Kontrast zum oft von ihm beschrittenen Komödienterritorium gelingt Erfolgsregisseur Sönke Wortmann mit diesem Porträt einer "St.Pauli Nacht", das angenehm zurückhaltend und platte Theatralik aussparend, im Polaroidstil in die Biografie einer Reihe von Menschen eintaucht, deren individuelle Tragödien und Glücksmomente ein allgemeines Bild vom Kiezleben liefern. Ungeachtet seiner großen kommerziellen Erfolge ist "St. Pauli Nacht" Sönke Wortmanns lang vermißte Antwort auf "Kleine Haie", dürfte sich aber ohne die in "Der bewegte Mann", "Das Superweib" oder "Der Campus" gezeigte Annäherung an den breiten Geschmack an der Kasse schwerer tun als diese Hit-Trilogie.

Wortmanns zweiter Hamburg-Film in Folge, eine vom Autor selbst vorgenommene Adaption von Frank Göhres Roman "St. Pauli Nacht", beginnt vital und sexy mit Ex-Zuhälter Johnny (Kinotyp: Benno Fürmann), der - aus dem Knast entlassen - mit Freundin Steffi (Doreen Jacobi) ein bürgerliches Leben beginnen will. Gäbe es da nicht eine telefonische Morddrohung und den Kiezpaten Brilli (Christian Redl), der sich von Johnny verpfiffen glaubt. Johnnys Henker aber wird der Zufall sein, der ihn am falschen Ort und zur falschen Zeit auf die Straße schickt, als der mehrfach gedemütigte Postbote Manfred (die stärkste Figur des Films: Armin Rohde) Amok läuft und nicht nur einen Pitbull von den Pfoten holt. Von diesem kleinen Blutbad ausgehend, blendet der Film zurück, liefert Manfreds Motive nach und springt zu anderen Personen über, um auch hier mit einer elliptischen Erzählweise, Entscheidendes zunächst aussparend und später vervollständigend, nach der Liebe in ihren unterschiedlichen Stadien zu fahnden: die zart-romantische Anbahnung (Oliver Stokowski, Valerie Niehaus), die folgende Verbitterung (Axel Milberg, Maruschka Detmers), der traumatische Gefühlsverrat. Als eine Art Reiseführer durch den Lebensreigen und Verbindungsknoten der einzelnen, nicht gleichwertig überzeugenden, aber durchgehend ansehnlichen Episoden funktioniert ein junger Taxifahrer (Viva2-Moderator Ill-Young-Kim fällt von der übrigen, gut disponierten professionellen Besetzung ab), der vom Drehbuch mit dem schwächsten Nebenplot bedacht wird, wenn die attraktive Maruschka Detmers in einem emotional-sexuellen Notstand ihm unbegründet große Aufmerksamkeit schenkt. Mit attraktiven Breitwandbildern und Gespür für Timing und lakonische Zurückhaltung führt Wortmann seine Impressionen zu einem etwas abruptem Ende. Daß diesen, im Unterschied etwa zu Robert Altmans "Short Cuts", die große dramatische Wucht mit emotionalen Nachwirkungen fehlt, ist nicht in seiner Inszenierung, sondern der Vorlage und den vielen nicht immer gleichwertig interessanten, der kürzeren Laufzeit wegen auch oberflächlicher vorgestellten Figuren und Schicksalen begründet. Ein kleines Manko, das den Zuschauer allerdings kaum beeindrucken dürfte. kob.

Darsteller:  Benno Fürmann   als Johnny
  Armin Rohde   als Manfred
  Oliver Stokowski   als Der Friese
  Florian Lukas   als Sven
  Valerie Niehaus   als Dorit
  Kim Ill-Young   als Rasta Robby
  Maruschka Detmers   als Ulrike
  Axel Milberg   als Peter
  Peter Sattmann   als Wolfgang
  Doreen Jacobi   als Steffi
  Christian Redl   als Brilli
  Kathleen Gallego Zapata   als Roberta
  Jana Straulino   als Jane
  Matthias Laaser   als Erik
  Timo Rathjens   als Timo
  Mignon Remé   als Karin
  Heiner Lauterbach  
  Hannes Hellmann  
  Ercan Durmaz  
  Silvan-Pierre Leirich  
  Wotan Wilke Möhring  
  Otto Waalkes  
  Roger Willemsen  
 
Regie:  Sönke Wortmann  
Buch:  Frank Göhre  
Musik:  Peter Wolf  
Kamera:  Tom Fährmann  
Produzent:  Kirsten Hager  
  Eric Moss  
 

St. Pauli Nacht in der Fotoshow

 

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Benno Fürmann

Kraftvoll, vital, zupackend, draufgängerisch, gutaussehend mit durchtrainiertem Körper, zu melancholischen Tönen, manischen Anwandlungen,...

 

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Armin Rohde

Mit seiner Paraderolle als ruppiger, cooler Proll zählt Armin Rohde zu den bekanntesten Gesichtern des deutschen Films, konnte aber bei seinen...