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Stage Beauty

Kostümdrama im Stil von "Shakespeare in Love" um einen Londoner Frauendarsteller, dessen Karriere ins Wanken gerät, als reale Frauen auf die Bühne drängen.


Stage Beauty

Leihvideo

Erhältlich seit:
24.01.2007

Historienfilm/ Komödie

Großbritannien/Deutschland/USA 2004
Laufzeit: 105 Min.
FSK: ab 12

Billy Crudup
Claire Danes
Rupert Everett

Regie: Richard Eyre
Senator Home Entertainment

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Theater-Drama im Stil von "Shakespeare in Love" um einen Londoner Frauendarsteller, dessen Karriere ins Wanken gerät, als echte Frauen auf die Bühne drängen.

Maria ist heimlich in den Schauspieler verliebt (Foto: Senator) Großansicht

Maria ist heimlich in den Schauspieler verliebt (Foto: Senator)

London um 1660: Ned Kynaston (Billy Crudup) ist der Star der Theaterwelt, abonniert auf Frauenrollen, denn Frauen selbst war die Schauspielkunst seinerzeit untersagt. Sein Liebhaber wie seine weiblichen Fans schwärmen ausschließlich für den weiblichen Ned.

Die Einzige, die Ned so liebt, wie er ist, ist seine Garderobiere Maria (Claire Danes), die jedoch plötzlich für ihn zur Konkurrentin auf der Bühne wird.

Ein kostümreiches Historien-Drama, das sich durchaus mit "Shakespeare in Love" vergleichen lässt, sich dabei aber erkennbar tiefgründiger mit der Thematik der Geschlechterrollen auseinandersetzt.

Kynaston fühlt sich als Mann auf der Bühne verloren (Foto: Senator) Großansicht

Kynaston fühlt sich als Mann auf der Bühne verloren (Foto: Senator)

Dialoge mit Biss

Richard Eyres beschwingter Nachfolger seines Dramas "Iris" basiert auf dem Theaterstück "Compleat Female Stage Beauty" von Jeffrey Hatcher, der auch das Drehbuch für die Kinofassung beisteuerte - und vor allem auch die absolut treffsicheren Dialoge.

Stage Beauty

Ein Blick zurück in die gar nicht verstaubte Londoner Theaterwelt des 17. Jahrhunderts. Frauenrollen werden traditionell von Männern gespielt, bis die Garderobiere des Desdemona-Stars Edward 'Ned' Kynaston sich mutig über alle Hindernisse hinwegsetzt und die Bretter, die die Welt bedeuten, im Streich erobert. Eine Geschichte von Liebe und Hass, Aufstieg und Fall, bei der das Publikum "very amused" sein sollte.

Für diese unterhaltend-maliziöse Tragikomödie gab es keinen Geeigneteren als Richard Eyre, bestens vertraut mit der Theaterwelt und außerdem Regisseur von zwei Othello-Inszenierungen. Genau durch dieses Stück gelangt Edward 'Ned' Kynaston zu Ruhm. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts waren nur Männer auf Englands Bühnen erlaubt, Relikt der puritanischen Herrschaft Oliver Cromwells. Ausgerechnet die scheinbar loyale Garderobiere Maria kleidet sich nach der Vorstellung in Neds Kostüme, um abends in einer dubiosen Schenke als Desdemona zu glänzen. Als dieses unschickliche Benehmen an den Tag kommt, entscheidet der theaterbegeisterte neue König Charles II auf liebevollen Druck seiner schauspielneugiergen Mätresse, dass nur noch echte Frauen Frauen verkörpern sollen. Für Maria die große Chance, für Ned quasi das Aus der Karriere von einer Stunde auf die andere. Hier geht es vor allem um Identitätssuche. Ein schöner und schwuler Mann verliert alles, was er hat - Freunde, Anerkennung, Arbeit, ausgerechnet durch die Frau, die ihn insgeheim liebt und verehrt. Aus diesem Stoff entwickelt Eyre eine fiktive Handlung. In der Figur des männlichen Charakters komprimiert er die Geschichte des Theaters und der Schauspielerei, wenn der Mann erst eine Art Kabuki-Theater darbietet mit künstlichen Gesten und sukzessive eine natürliche Darstellung Oberhand gewinnt, wie auch Ned langsam an Echtheit und Menschlichkeit gewinnt. Nicht zuletzt dadurch, dass er ganz unten landet. Überraschenderweise funktioniert die Besetzung durch Billy Crudup und Claire Danes, die beiden Amerikaner überzeugen nicht nur durch differenzierte Darstellung, sondern auch durch gehobene Sprache und gehen locker als Briten durch. "Stage Beauty" ist gleichzeitig auch vergnügliche Love-Story, in der die Grenzen zwischen unterschiedlichen sexuellen Orientierungen verschwimmen. Ein exzellentes Ensemble, darunter "King" Rupert Everett, scharfzüngige Dialoge, Esprit, Charme und frivoler Witz machen den Film, der das Ende offen lässt, zum absoluten Genuss. Nicht nur für Freunde des Theaters und der populären Filmkunst. mk.

Darsteller:  Billy Crudup   als Ned Kynaston
  Claire Danes   als Maria
  Rupert Everett   als King Charles II
  Tom Wilkinson   als Betterton
  Ben Chaplin   als George Villiars, Duke of Buckingham
  Hugh Bonneville   als Samuel Pepys
  Zoe Tapper   als Nell Gwynn
  Edward Fox   als Sir Edward Hyde
  Richard Griffiths   als Sir Charles Sedley
  Tom Hollander   als Sir Peter Lely
  Clare Higgins   als Mistress Revels
  Fenella Woolgar   als Lady Meresvale
  Alice Eve   als Miss Frayne
  Mark Letheren   als Emilia/Dickie
  Derek Hutchinson   als Inspizient
  Stephen Marcus   als Thomas Cockerell
  David Westhead   als Harry
  Nick Barber   als Nick
  Robin Dunn   als Butler
  Isabella Calthorpe   als Lady Jane Bellamy
  Hermione Gulliford   als Mrs. Barry
  Jack Kempton  
  Madeleine Worrall   als weibliche Emilia
  Nancy Chandler   als Angelina Hooker
 
Regie:  Richard Eyre  
Buch:  Jeffrey Hatcher  
Musik:  George Fenton  
Kamera:  Andrew Dunn  
Produzent:  Robert De Niro  
  Jane Rosenthal  
  Hardy Justice  

"Theater als Karrikatur des echten Lebens"

Drei Jahre nach seinem bewegenden Drama "Iris" überrascht der britische Theater- und Filmregisseur Richard Eyre mit einem heiteren Kostümfilm über verdrehte Geschlechterrollen.

Hat ein Faible für starke Stoffe und starke Frauen: Regisseur Richard Eyre (Foto: Senator) Großansicht

Hat ein Faible für starke Stoffe und starke Frauen: Regisseur Richard Eyre (Foto: Senator)

Ist das Theater trotz Ihrer Filmkarriere die Liebe Ihres Lebens?

RICHARD EYRE: Ja, das stimmt. Ich begann als Fernsehfilm-Produzent und -Regisseur für die BBC und wechselte danach einige Jahre lang zwischen dem Theater und TV-Arbeiten ab. Anschließend leitete ich für ungefähr zwölf Jahre das National Theatre. Das war so ähnlich, wie in einem Kloster zu leben - es gab keine Möglichkeit, außerhalb des Theaters zu arbeiten.

Erst nachdem ich das National Theater verlassen hatte, begann ich wieder Filme zu drehen. Ich hatte das Glück, gleich eine Herzensangelegenheit, nämlich "Iris" machen zu können. Dennoch arbeite ich noch immer am Theater und mache gleichzeitig Filme.

In "Iris" glänzt Kate Winslet als Literatin Iris Murdoch, die an Alzheimer erkrankt (Foto: Buena Vista) Großansicht

In "Iris" glänzt Kate Winslet als Literatin Iris Murdoch, die an Alzheimer erkrankt (Foto: Buena Vista)

Lernt man mit dem Älterwerden starke Frauen zu schätzen?

Ja. Ich war mir nicht bewusst, eine Art roten Faden in Sachen starker Frauen zu verfolgen. Aber jetzt, wo Sie es erwähnen, fällt mir auf, dass ich als letztes Theaterprojekt die Adaption von "Hedda Gabler" geschrieben habe. Also scheine ich mich tatsächlich für starke Frauen zu interessieren.

"Iris" war sehr bewegend und traurig, "Stage Beauty" hingegen strotzt vor Lebenslust. Was liegt Ihnen näher?

"Iris" lag mir sehr am Herzen. Der Gedanke von ewig gültiger Liebe, die auch eine große Herausforderung überlebt, faszinierte mich schon immer. Der Film hatte auch eine autobiografische Komponente - meine Mutter litt an Alzheimer. Ich schätze, ich wollte nun einfach etwas machen, das sehr entfernt war von solch einem schmerzhaften Thema. Außerdem fand ich das Theater-Setting bei "Stage Beauty" sehr reizvoll.

Sind seit dem Dreh zu "Stage Beauty" auch im echten Leben ein Paar: Billy Crudup und Claire Danes (Foto: Senator) Großansicht

Sind seit dem Dreh zu "Stage Beauty" auch im echten Leben ein Paar: Billy Crudup und Claire Danes (Foto: Senator)

Warum gerade Theater?

Da kann man genauso fragen, warum man Filme über die Mafia dreht. Es ist eine abgeschottete Welt, die die Leute zu kennen glauben, von der sie tatsächlich aber keine Ahnung haben. Schließlich spielt sich im Theater quasi eine Karikatur des echten Lebens ab.

Hat sich die Liebesbeziehung zwischen Claire Danes und Billy Crudup positiv auf die Stimmung des Films ausgewirkt?

Ich denke, es muss so gewesen sein. Ich war vor allem froh darüber, dass sie so gut miteinander auskamen. Von ihrem Privatleben hatte ich absolut keine Ahnung. Claire Danes und Billy Crudup spielen zwei Verliebte, beide sind gute Schauspieler - wie hätte ich da zwischen Fiktion und Realität unterscheiden können?

Gehen locker als Briten durch: die Amerikaner Crudup und Danes alias Ned und Maria (Foto: Senator) Großansicht

Gehen locker als Briten durch: die Amerikaner Crudup und Danes alias Ned und Maria (Foto: Senator)

Warum hat keine englische Produktion dieses doch so britische Thema verfilmt?

Es gab tatsächlich etwa drei Jahre vor der amerikanischen Fassung unseres Drehbuchautors ein britisches Theaterstück über männliche Frauendarsteller. Es wurde jedoch nie verfilmt.

Nahmen die amerikanischen Produzenten großen Einfluss auf die doch sehr freizügige Sprache und die relative sexuelle Offenheit?

Nein, sie hielten sich zurück. Im Gegenteil, sie wünschten es sich roh und freizügig. Anders als man denken möchte, bestanden sie auch keineswegs auf amerikanischen Darstellern. Die Besetzung von Billy und Claire war allein meine Entscheidung - ich betrachtete sie als ideale Wahl für diese Rollen.

Rupert Everett als König Charles II beschließt, auch Frauen auf der Bühne zu dulden (Foto: Senator) Großansicht

Rupert Everett als König Charles II beschließt, auch Frauen auf der Bühne zu dulden (Foto: Senator)

Man hält "Stage Beauty" allgemein für wesentlich besser als "Shakespeare in Love" - ein Vergleich, der sich aufdrängt. Wie fühlen Sie sich dabei?

Das macht mich sehr glücklich, ehrlich! Denn "Shakespeare in Love" ist doch eine klare Romantik-Komödie. Mein Film dagegen passt in keine Kategorie. Es ist einfach ein Werk über Menschen in einer sehr interessanten Situation. Die Produktion zielte nicht unbedingt von Anfang an darauf ab, das Publikum zu amüsieren.

Ist es schwierig, einen Film zu realisieren, den man nicht einordnen kann?

Es ist wahrlich schwierig. Am Ende hängt alles vom eigenen Glauben an das Drehbuch und von den Schauspielern ab.

Sie liebt Ned (Billy Crudup) so wie er ist: die Garderobiere Maria (Claire Danes) (Foto: Senator) Großansicht

Sie liebt Ned (Billy Crudup) so wie er ist: die Garderobiere Maria (Claire Danes) (Foto: Senator)

Wo sehen Sie Ihr Publikum für "Stage Beauty"?

Ich denke da an intelligente Leute, die sich für Filme interessieren, die nicht einer bekannten Formel folgen - Leute, die sich gerne überraschen lassen.

Wie konnten Sie die Leiter des Naval College dazu bringen, Ihnen die Dreh-Erlaubnis zu erteilen?

Das Naval College ist ja heutzutage eine Universität und wir drehten in den Semesterferien. Die Universitäts-Leitung freute sich sogar über das zusätzliche Geld. Schwierigkeiten bereitete uns nur, dass wir unglaublich vorsichtig mit diesen prächtigen Bauten umgehen mussten: Wir durften nichts an die Decke hängen und Dinge nur extrem vorsichtig an die Wände lehnen.

Aber die Location war fantastisch und wir bauten sogar die Straßenzüge in einem der Innenhöfe des Naval Colleges nach. Also hatte man bei jedem Blick auf unsere Kulissen stets die richtige Ära vor Augen.

Sie entwickelt sich zur ernsthaften Schauspiel-Konkurrenz für Ned: Claire Danes als Maria (Foto: Senator) Großansicht

Sie entwickelt sich zur ernsthaften Schauspiel-Konkurrenz für Ned: Claire Danes als Maria (Foto: Senator)

Was muss das europäische Kino tun, um wieder an Bedeutung zu gewinnen?

Man muss eine eigene Identität gewinnen und sich seiner Bedeutung bewusst sein. Die Probleme des englischen Kinos liegen insbesondere in der Sprache, die wir mit den Amerikanern teilen. Für britische Filmemacher ist es verführerisch, eine meta-atlantische Sensibilität zu entwickeln und etwas nur auf den amerikanischen Geschmack hin zu produzieren. Schließlich reicht das britische Publikum als Zielgruppe oftmals nicht aus, um einen Film über Wasser zu halten.

Stört es einen, dass simple amerikanische Produktionen ein Zigfaches der eigenen Filme einspielen, obwohl man selbst mit viel Herzblut dreht?

Das ist ziemlich schmerzhaft, ja (lacht).

 

Stage Beauty in der Fotoshow

 

Fassungen

 

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Features

 

Star

Billy Crudup

Er erschoss Kevin Bacon in "Sleepers", spielte in "Almost Famous" Gitarre in einer fiktiven amerikanischen Rock-Band und wurde als gefeierter...

 

Star

Claire Danes

Nesthäkchen, Teenager und romantisch liebende junge Frauen waren die ersten Rollen, die Claire Danes vor ihrem Welterfolg als Julia in der MTV-...