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Standard Operating Procedure

Errol Morris reflektiert in seinem klugen Filmessay über den Gefängnisskandal in Abu Ghraib und misstraut dabei den Bildern.


Standard Operating Procedure (OmU)

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Erhältlich seit:
15.01.2009

Dokumentarfilm/ Politik

USA 2007
Laufzeit: 116 Min.
FSK: ab 18 (keine Jugendfreigabe)

Regie: Errol Morris
Sony Pictures Home Entertainment (SPHE)

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Errol Morris reflektiert über die Geschehnisse im Gefängnis von Abu Ghraib und misstraut dabei den Bildern.

Das Gefängnis von Abu Ghraib: ein Ort des Schreckens (Foto: Sony Pictures) Großansicht

Das Gefängnis von Abu Ghraib: ein Ort des Schreckens (Foto: Sony Pictures)

Oscarpreisträger Errol Morris ("The Fog of War") geht in seinem klugen Filmessay dem Gefängnisskandal von Abu Ghraib nach. Die im April 2004 veröffentlichten Bilder von Folter und Erniedrigungen aus dem berüchtigten Bagdader Gefängnis schockierten die Weltöffentlichkeit.

Die US-Schergen hatten ihre Untaten an irakischen Gefangenen selbst auf Film gebannt und stehen seitdem für den moralischen Bankrott einer Nation. Das Wüten einiger Armeeangehöriger oder systematische Folterpraxis? Was für Menschen waren die Täter, was erlebten die Opfer?

Der studierte Philosoph stellt sein Werk auf drei Säulen: Da sind zunächst die Bilder, die Folterfotos, die um die Welt gingen. Sie stehen für sich. Dann die Interviews. Mit denen, die man auf den Fotos sieht und mit denen, die sie gemacht haben. Und schließlich noch die nachgestellten Szenen. Die nackten Häftlinge, die eine Pyramide bilden, auf Befehl onanieren oder der Gefangene, der mit einem Damenhöschen über dem Kopf nackt an ein Bettgestell gekettet ist.

Die Häftlinge werden gedemütigt (Foto: Sony Pictures) Großansicht

Die Häftlinge werden gedemütigt (Foto: Sony Pictures)

Detektivische Recherche

Zwei Jahre lang forschte Morris nach, sprach mit Beteiligten, recherchierte Fakten und zeichnete die ungeheuerlichen Geschehnisse detektivisch nach. Zu Recht wurde er dafür bei der Berlinale 2008 mit einem silbernen Bären ausgezeichnet.

Standard Operating Procedure (OmU)

Errol Morris reflektiert in seinem klugen Filmessay über den Gefängnisskandal in Abu Ghraib und misstraut dabei den Bildern.

Die Dokumentaristen bleiben auf dem Vormarsch, werden weltweit mit Auszeichnungen überhäuft. Michael Moore beispielsweise, der ehemalige Präsidentschaftskandidat Al Gore, der "Super Sizer" Morgan Spurlock und natürlich auch Errol Morris, der unbestechliche Essayist, der für "The Fog of War", seiner Annäherung an den Ex-Außenminister Robert McNamara, einen Oscar gewann. Nun hat er als erster Dokumentarfilmer überhaupt auf der diesjährigen Berlinale den Großen Preis der Jury erhalten, für "Standard Operating Procedure", seiner detektivischen Nachzeichnung des Folterskandals von Abu Ghraib. Wie immer enthält sich Morris auch bei seiner aktuellen Arbeit eines Kommentars, bezieht nicht Stellung, tritt für keine Idee ein. Ihn interessiert ausschließlich die Wahrheit. Dabei stellt der studierte Philosoph sein Werk auf drei Säulen: Da sind zunächst die Bilder, die Folterfotos, die um die Welt gingen. Sie stehen für sich. Nur mit einem weißen Rand hat der Filmemacher sie versehen, um darauf hinzuweisen, dass es sich hier nicht um Ausschnitte handelt, sondern ums Ganze. Dann die Interviews. Mit denen, die man auf den Fotos sieht und mit denen, die sie gemacht haben. Mit Lynndie England etwa, die den nackten Iraker an einer Hundeleine hinter sich herzog, oder mit ihrer Kollegin Sabrina Harman. Und schließlich noch die nachgestellten Szenen. Die nackten Häftlinge, die eine Pyramide bilden, auf Befehl onanieren oder der Gefangene, der mit einem Damenhöschen über dem Kopf nackt an ein Bettgestell gekettet ist.

Na und, kann man jetzt sagen. Ist doch alles längst bekannt. Zumindest für die, die es wissen wollten. Richtig. So denkt auch Morris und misstraut den Bildern. "Was geschah wirklich zwischen den Bildern" fragte sich Werner Nekes schon 1985. Genau das wird auch hier untersucht. Denn Fotos halten die Zeit an. Was geschah davor, danach? Das Offensichtliche zu hinterfragen, hat sich Morris zur Aufgabe gemacht und das ist ihm überaus gut gelungen. Sicher dramatisiert er manchmal das Geschehen, lässt zu Hornklängen Patronenhülsen in Zeitlupe zu Boden fallen. Manipulativ? Nein, eher ein cineastischer Kniff, um die Zuschauer bei der Stange zu halten, sie zu zwingen beim Grauen hinzuschauen, die Menschen hinter den Soldaten sichtbar werden zu lassen. Ohne diese freilich freizusprechen. Und ganz nebenbei erfährt man auch noch etwas über die Sexualisierung des Krieges und wird daran erinnert, dass auch Gefangene Würde besitzen und es diese unbedingt zu schützen gilt. Dokumentarfilme bilden die Wirklichkeit nicht ab, sie stehen in einer komplizierten Beziehung zu ihr - und sie können die Welt verändern. Das behauptet Morris - und man möchte ihm Recht geben. geh.

Standard Operating Procedure (OmU)

Kann ein Foto die Welt verändern? Zwölf Fotos aus dem Gefängnis Abu Ghraib in Baghdad haben 2004 dem Irak-Krieg eine neue Wendung gegeben - und vor allem das Bild Amerikas in der Welt ins Wanken gebracht. Doch eine zentrale Frage bleibt: Sind die berüchtigten Fotos aus Abu Ghraib Beweise für eine systematische Folterpraxis des amerikanischen Militärs, oder dokumentieren sie nur das Verhalten einiger weniger "schwarzer Schafe". In STANDARD OPERATING PROCEDURE untersucht der Dokumentarfilmer Errol Morris (The Fog Of War, The Thin Blue Line) den unmittelbaren Kontext dieser Bilder. Warum wurden sie gemacht? Was zeigen sie nicht, was lassen sie aus? Morris spricht sowohl mit den Soldaten, die damals auf den Auslöser gedrückt haben als auch mit denen, die auf den Fotos zu sehen sind. Wer sind diese Menschen? Was haben sie sich dabei gedacht? Viele Journalisten haben nach den unwiderlegbaren Beweisen für Abu Ghraibs Folterskandal gesucht. STANDARD OPERATING PROCEDURE zeigt auf, dass Abu Ghraib selbst der Beweis ist. Die grundlegenden Fragen allerdings sind: Wie konnten amerikanische Werte so blossgestellt werden? Wie konnte es zu Abu Ghraib - und der anschließenden Vertuschung des Folterskandals - überhaupt kommen?

Quelle: Sony Pictures

Audiokommentar von Regisseur Errol Morris
Zusätzliche Szenen
Trailer

Quelle: Sony Pictures

 
Regie:  Errol Morris  
Musik:  Danny Elfman  
Kamera:  Robert Chappell  
  Robert Richardson  
Produzent:  Julie Ahlberg  
  Errol Morris  
 

Standard Operating Procedure (OmU) in der Fotoshow

 

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