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Still Crazy

Feel-Good-Movie zwischen Realsatire und Nostalgie, das eine Handvoll Altrocker auf Band-Reunion-Tour schickt.


Still Crazy

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Komödie

Großbritannien 1998
Laufzeit: 92 Min.
FSK: ab 12

Stephen Rea
Billy Connolly
Jimmy Nail

Regie: Brian Gibson
Sony Pictures Home Entertainment (SPHE)

Bild 1 von 7

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Still Crazy

1977 ist die Rockgruppe "Strange Fruit" auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs. Leider eskaliert schon bald der Streit unter den Mitgliedern und die Band löst sich auf. Keiner der Rocker schafft jedoch den Sprung ins geregelte, bürgerliche Leben. Jeder der Truppe scheitert auf seine Weise. Als der Keyboarder Tony zwanzig Jahre später eine Reunion plant, ist keiner seiner ehemaligen Mitstreiter dagegen. Ende der Neunziger geht "Strange Fruit" wieder auf Tour. Der Jubel der Massen muß allerdings schwer erkämpft werden...

Durch seine typisch britische Mischung aus Ernst und Humor spielt sich dieser Musiker-Film mühelos (nicht nur) in die Herzen von Rockfans. Das Drehbuch stammt von den Co-Autoren des Welterfolgs "Die Commitments", und Regisseur Brian Gibson gestaltete bereits das ähnlich gelagerte Tina-Turner-Biopic "Tina - What's Love Got To Do With It". Der gitarrenlastige Original-Soundtrack trägt das Seinige zur beschwingten Atmosphäre dieses unangestrengten Midlife-Crisis-Dramas bei.

Still Crazy

In diesem Feel-Good-Movie aus England werden eine Handvoll Altrocker auf eine Band-Reunion-Tour geschickt, wo sie sich zwischen midlife-crisis und 70er-Jahre-Pop-Sound neu zu orientieren versuchen. Obwohl Anklänge an Filme wie "Die Commitments" oder "Ganz oder gar nicht" unübersehbar sind, findet die Komödie "Still Crazy" schnell eine originelle Balance, freischwebend zwischen Nostalgie und Realsatire.

Wenn im wirklichen Leben einstige Pop-Leichtgewichte wie Smokey, Tremeloes oder Rubetts - und wie sie alle heißen - revitalisiert und durch die Gassen getrieben werden, ist das meist der Gipfel der Peinlichkeit. Wenn im Film Tony (Stephen Rea), der Keyboarder von "Strange Fruit", 20 Jahre nach der Trennung seine Ex-Kollegen zu einem Comeback überredet, hat das etwas Tragisches und Komisches zugleich. Die juvenilen Rebellen von einst haben sich mittlerweile mehr schlecht als recht mit dem Establishment arrangiert und hängen - wenn überhaupt - ihren verlorenen Idealen und Träumen nur noch saft- und kraftlos nach. Da kommt ihnen das Bandrevival irgendwie gelegen. Eine Aufwärmtour durch Holland wird schnell zu einer emotionalen Tour de force mit letztlich karthartischer Wirkung. Den Drehbuchautoren Ian La Frenais und Dick Clement, die bereits an "Die Commitments" mitschrieben, und dem Regisseur Brian Gibson, der sich mit dem Tina Turner Bio-Pic "What's Love Got To Do With It?" eine guten Namen machte, ging es in ihrem Film vor allem um den zwischenmenschlich-sozialen Aspekt. Und so ist "Still Crazy" weder eine amüsante Pop-Chronik geworden, noch eine luzide Abrechnung mit dem Showgeschäft oder dem Mythen des Rock 'n' Roll, sondern schon eher ein Pop-Proustsches "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit". Die Protagonisten sind mit viel Liebe und Verständnis gezeichnet. Sie werden zwar genüßlich mit all ihren Schwächen und manischen Egotrips bloßgestellt, aber nie denunziert. Die Details stimmen und verleihen dem Film sowohl im Präsens als auch bei den diversen Rückblenden Authentizität. So stört es weiter nicht, wenn mancher running gag nicht richtig zündet oder die Logik gelegentlich auf der Strecke bleibt. Daß "Still Crazy" ein hochamüsanter Film geworden ist, verdankt er auch seinen vorzüglichen Schauspielern, die sich zu einem fulminanten Ensemblespiel zusammengefunden haben und sich nicht hinter ihren Figuren verstecken. Auch die Musik, eine krude Mischung aus "Uriah Heep", "Atomic Rooster" und späten "Deep Purple" paßt perfekt in dieses Post-Pop-Kaleidoskop. Wer könnte da noch etwas dagegen haben, daß die Geschichte am Ende den süßen Traum vom Rock'n'Roll favorisiert?! Bei effektvoller Sensibiliesierung der Zielgruppe hat "Still Crazy" alle Chancen, sein komödiantisches und romantisches Potential voll auszuschöpfen. ull.

Darsteller:  Stephen Rea   als Tony Costello
  Billy Connolly   als Hughie
  Jimmy Nail   als Les Wickes
  Timothy Spall   als David (Beano) Baggot
  Bill Nighy   als Ray Simms
  Juliet Aubrey   als Karen Knowles
  Helena Bergström   als Astrid Simms
  Bruce Robinson   als Brian Lovell
  Hans Matheson   als Luke Shand
  Rachael Stirling   als Clare Knowles
  Phil Daniels   als Neil Gaydon
  Frances Barber   als Lady in Black
  Philip Davis   als Limousinenfahrer
  Zoe Ball  
  Andy Nichol  
  Francis Magee  
  Justin Grattan  
  Delroy Atkinson  
  Julian Sims  
 
Regie:  Brian Gibson  
Buch:  Dick Clement  
  Ian La Frenais  
Musik:  Clive Langer  
Kamera:  Ashley Rowe  
Produzent:  Amanda Marmot  
 

Fassungen

 

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Features

 

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Stephen Rea

Er blickt gutmütig in die Welt, seine krausen kurzen Locken wachsen, wie es ihnen gefällt, das ovale Gesicht hängt meist etwas nach unten, das...

 

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Billy Connolly

Der nach Sir Sean Connery populärste Schotte der Welt. Humorist, Stand-Up-Komiker, Folksänger, Bandleader, Schauspieler und Entertainer...