DVD (OmU) Kaufvideo

Still Life

Ein poetischer und gleichzeitig politischer Film über die desaströsen Folgen des Drei-Schluchten-Staudamms in China.


Still Life (OmU)

Kaufvideo

Erhältlich seit:
03.07.2008

Originaltitel: Sanxia haoren

Drama

Hongkong/China 2006
Laufzeit: 108 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Zhao Tao
Han Sanming
Wang Hong-wei

Regie: Jia Zhang-ke
EuroVideo Bildprogramm

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Ein poetischer und gleichzeitig politischer Film über die desaströsen Folgen des Drei-Schluchten-Staudamms in China.

Der Jangtse ist für viele Schicksale verantwortlich (Foto: Delphi) Großansicht

Der Jangtse ist für viele Schicksale verantwortlich (Foto: Delphi)

In der Endzeitatmosphäre der Ortschaft Fengijie - einer Gegend, die bald wegen einem Staudamm in den Fluten des Jangtse versinken soll - laufen die Geschichten von zwei Paaren parallel: Ein Bergarbeiter macht sich auf den Weg zur früheren Frau und Tochter, die er seit 16 Jahren nicht mehr gesehen hat und verdingt sich als Abrissarbeiter. Auf der anderen Seite sucht eine Frau ihren seit zwei Jahren verschollenen Mann.

Während sich das eine Paar fast beiläufig endgültig trennt und die Scherben einer Liebe wie unbeteiligt wegfegt, versucht das andere Paar einen Neuanfang. Nur muss der Mann seine Frau, die bei einem Fährbesitzer wie eine Leibeigene die Schulden ihres Bruders abschuftet, frei kaufen.

Manche Paare trennen sich, manche finden zueinander (Foto: Delphi) Großansicht

Manche Paare trennen sich, manche finden zueinander (Foto: Delphi)

Kurz vor dem Untergang

Der kurzfristig ins Wettbewerbsprogramm von Venedig gehievte "Überraschungsfilm" von Jia Zhang-Ke erhielt den Goldenen Löwen. Es ist ein poetischer und gleichzeitig politischer Film über die desaströsen Folgen des Drei-Schluchten-Staudamms in China und eine Metapher über den Untergang von Menschlichkeit.

Still Life (OmU)

Ein poetischer und gleichzeitig politischer Film über die desaströsen Folgen des Drei-Schluchten-Staudamms in China und eine Metapher über den Untergang von Menschlichkeit in einem Land, das dem so genannten wirtschaftlichen Fortschritt Priorität einräumt.

Damit hatte kaum jemand gerechnet. Der kurzfristig ins Wettbewerbsprogramm gehievte "Überraschungsfilm" von Jia Zhang-Ke erhielt den Goldenen Löwen. Damit honorierte die Jury ein Werk der subtilen Töne, das sich jeglicher plakativer Dialoge oder Bilder verweigerte. Der Filmemacher, zum dritten Mal nach "Zhantai" (Platform) und "Shi jie" (The World) in Venedig und auch noch in der Sektion Orizzonti mit der Doku "Dong" vertreten, nimmt die Bändigung des Yangtse durch den ökologisch umstrittenen Staudamm zum Anlass, nicht nur über die beschädigte Natur, sondern auch die beschädigten Seelen nachzusinnen. Ein Grund, der Zensurbehörde eine andere Version vorzulegen. Er wolle Filme über das Schicksal der einfachen Bevölkerung drehen, so der Ausgezeichnete. In der Endzeitatmosphäre der Ortschaft Fengijie, einem im Mai 2006 schon in den Fluten versunkenem Ort, laufen die Geschichten von zwei Paaren parallel: Ein Bergarbeiter macht sich auf den Weg zur früheren Frau und Tochter, die er seit 16 Jahren nicht mehr gesehen hat und verdingt sich als Abrissarbeiter. Auf der anderen Seite sucht eine Frau ihren seit zwei Jahren verschollenen Mann. Während sich das letzte Paar fast beiläufig trennt und die Scherben einer Liebe wie unbeteiligt wegfegt, versucht das andere Paar einen Neuanfang. Nur muss der Mann seine Frau, die bei einem Fährbesitzer wie eine Leibeigene die Schulden ihres Bruders abschuftet, frei kaufen. Die notwendigen 20000 Yuan will er unter gefährlichsten Bedingungen in der Mine verdienen. Melancholie und Tristesse schweben über dem Szenario des Untergangs, in dem Millionen ihrer äußeren und inneren Heimat beraubt werden. Die Auswirkungen des prestigeträchtigen Großprojekts sind zu spüren in den Beziehungen untereinander, in den Veränderungen im taglichen Leben derjenigen, die sozialen Halt und Wurzeln verlieren, auch ihre Identität und Überlebenskraft. Mit der Landschaft, die wie eine offene Wunde wirkt, verschwinden auch soziale und emotionale Bezüge und Gemeinschaften, ein Stück Tradition und Kultur. Das gibt dieser brisanten Geschichte eine politische Signalwirkung, die über das Private hinausgeht. mk.

Still Life (OmU)

Ausgezeichnet mit dem Goldenen Löwen, Venedig 2006. Emotionales Drama über die desaströsen Folgen des Drei-Schluchten-Staudamms in China.

Quelle: EuroVideo

Film "Dong" (Chinesisch mit dt. Untertiteln)
Bildergalerie

Quelle: EuroVideo

Darsteller:  Zhao Tao   als Guo Shen-hong
  Han Sanming   als Han San-ming
  Wang Hong-wei   als Wang Dong-ming
  Li Zhubin  
  Xiang Haiyu  
  Lin Zhou  
  Ma Lizhen  
 
Regie:  Jia Zhang-ke  
Buch:  Jia Zhang-ke  
Musik:  Lim Giong  
Kamera:  Nelson Yu Lik-wai  
Produzent:  Chow Keung  
  Dan Bo  
  Ren Zhonglun  
 

Still Life (OmU) in der Fotoshow

 

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