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Stille Nacht

Christian ist über Weihnachten nach Paris gefahren, um aus der Ferne seine Freundin Julia endgültig für sich zu gewinnen. Julia, allein in Berlin, lädt ihren Lover Frank ein, eigentlich um ihm eine deutliche Absage zu erteilen. Oder doch nicht? Interessant inszenierter Beziehungsfilm mit Maria Schrader und Jürgen Vogel.


Stille Nacht

Kaufvideo

Erhältlich seit:
05.12.2001

Drama

Deutschland/Schweiz 1996
Laufzeit: 83 Min.
FSK: ab 16

Maria Schrader
Jürgen Vogel
Mark Schlichter

Regie: Dani Levy
EuroVideo Bildprogramm

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Stille Nacht

An Beziehungskisten wird im deutschen Kino mit handwerklicher Gründlichkeit komödiantisch viel und gern gezimmert, bis auch der letzte Deckel auf den letzten Topf paßgenau und publikumsfreundlich festgeheftet ist. Daß auch Dany Levi als Berliner Filmemacher dieses Genre zu bedienen weiß, hat er zuletzt 1988 mit der von Kritik und Publikum eher hin- als angenommenen Beziehungskomödie "RobbyKallePaul" gezeigt. In "Stille Nacht" verlädt Levy nun wieder eine Dreier-Beziehungskiste; ein auf den ersten Blick recht sperriges Ding, das vom Format her zunächst dadurch auffällt, daß es die einzige reine Nicht-Komödie ist, die dieses Frühjahr unter immerhin fünf deutschen Mitbewerbern startet.

"Stille Nacht" erzählt wortreich die Ménage-à-trois von Julia (Maria Schrader), ihrem Freund Christian (Mark Schlichter) und ihrem Liebhaber Frank (Jürgen Vogel), die an einem Weihnachtsabend dramatisch einer Klärung der wahren Liebesverhältnisse entgegendrängt. Julia, Frank vor allem des körperlichen Plaisiers wegen zugetan, wird von Christian angerufen, der heimlich nach Paris gefahren ist, um von dort fernmündlich innerhalb einer selbst gesetzten Achtstundenfrist von Julia den endgültigen Treueschwur zu bekommen. Während Christian mit Julia seine Spielchen treibt, treibt Frank es mit Julia, die sich wiederum im Geiste nach der Romanze mit Christian zurücksehnt. Eifersucht, Schwärmerei und wilde Verzweiflung aller Beteiligten wechseln sich unter dem ständigen Klingeln des Telefons miteinander ab, bis Julia schließlich Christian quasi in letzter Sekunde doch noch ihre Liebe und ihre Schwangerschaft erklärt - um dann wieder neben Frank einzuschlafen.

So intensiv die emotionalen Ringkämpfe der drei Figuren schauspielerisch dargestellt sind, so leer bleibt letztlich der Film. Ganz ausgezeichnet sind Maria Schrader, deren Julia die schöne Normalität so gern möchte und doch vom ungehemmenten Ausleben ihrer Sexualität nicht lassen kann, und Jürgen Vogel, der sich als charmanter Hormonprotz Frank gerne zum männlichen Sexobjekt machen läßt und dabei von der eigenen Liebesfähigkeit überrascht und verwirrt wird. Etwas unzugänglich bleibt Mark Schlichter als Christian, dem freilich am Telefon die physische Resonanz eines Dialogpartners fehlt. Drei Menschen in den Dreißigern, die wissen, daß ihnen nicht mehr viel Zeit bleibt, sich für ihr weiteres (Zusammen)Leben zu entscheiden. Aber daß Levy gegen Ende achselzuckend hinnimmt, daß nach all den zauberlehrlingshaft entfesselten Gefühlsstürmen nicht eine der Figuren eine echte Wandlung erfährt, hinterläßt ein Gefühl der Distanz. Levy mag sich beim Erörtern des menschlichen Dilemmas zwischen Trieb und Liebe am cinema française eines Michel Deville orientiert haben, seine bis tief in den Intimbereich reichenden Einblicke bleiben jedoch, statt kathartisch zu wirken, narzißtisch und selbstfinderisch. evo.

Darsteller:  Maria Schrader   als Julia
  Jürgen Vogel   als Frank
  Mark Schlichter   als Christian
  Ingrid Caven   als Sängerin
  Maurice Lamy   als Hotelpage
  Adisat Semenitsch   als Katja
  Jenny Lau   als Mädchen mit Trompete
  Ubi Ferguson   als Hotelpage
  Gerd Wameling  
  Katharina Thalbach  
  Inga Busch  
  Nina Franoszek   als Fernsehansagerin
 
Regie:  Dani Levy  
Buch:  Klaus Chatten  
  Dani Levy  
  Maria Schrader  
Musik:  Niki Reiser  
Kamera:  Carl-Friedrich Koschnick  
Produzent:  Stefan Arndt  
  Dani Levy  
  Rolf Schmid  
 

Fassungen

 

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Features

 

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Maria Schrader

Deutsche Schauspielerin. Geb. 1965 in Hannover. In den 90er-Jahren war sie als kraftvoll rebellische, wilde, kapriziöse, unschuldig-naive...

 

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Jürgen Vogel

Der Authentische. Jürgen Vogel ist der Wagemutige unter den deutschen Filmstars, einer aus dem richtigen Leben, der sich etwas traut, der die...