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Stürmische Liebe - Swept Away

Remake des Lina-Wertmüller-Klassikers über eine verwöhnte Millionärsgattin, die mit einem kommunistischen Matrosen auf einer einsamen Insel strandet.


Stürmische Liebe - Swept Away

Leihvideo

Erhältlich seit:
09.12.2003

Originaltitel: Swept Away

Komödie

Großbritannien/USA 2002
Laufzeit: 86 Min.
FSK: ab 12

Bruce Greenwood
Madonna
Adriano Giannini

Regie: Guy Ritchie
Sony Pictures Home Entertainment (SPHE)

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Madonna und Guy Ritchie drehten ihren ersten gemeinsamen Kinofilm - über die Macht der Gefühle, die ein ungleiches Paar zusammenführt.

Luxuslady Amber tyrannisiert die Bootsbesatzung Großansicht

Luxuslady Amber tyrannisiert die Bootsbesatzung

Madonna als Megazicke. Unter den Fittichen von Ehemann und Regisseur Guy Ritchie läuft die Popdiva als frustrierte Luxuslady zur Hochform auf und treibt Bootsmann Giuseppe (Adriano Giannini) an den Rand der Verzweiflung. Dabei hat es Filmgatte Tony doch nur gut mit ihr gemeint, als er die verwöhnte Amber auf eine Kreuzfahrt durchs Mittelmeer einlädt.

Doch kaum an Bord, nörgelt Amber an allem herum. Besonders Giuseppe bekommt die Launen von Amber zu spüren, die ihn nonstop herumkommandiert, beleidigt und den stolzen Sizilianer auf eine harte Geduldsprobe stellt.

Bis sich das Blatt radikal wendet: Als Amber und Giuseppe nach einem stürmischen Ausflug mit dem Beiboot Schiffbruch erleiden und auf einer einsamen Insel stranden, ist Amber in der Wildnis ohne Giuseppes Hilfe hoffnungslos verloren. Giuseppe wittert seine Gelegenheit zur Rache: Von nun an sollen seine Regeln gelten. Und siehe da - Amber entwickelt ungeahnte Gefühle für ihren heißblütigen Begleiter.

Die Idee, ein Remake von Lina Wertmüllers Film "Hingerissen von einem ungewöhnlichen Schicksal im azurblauen Meer im August" von 1974 zu drehen, stammte von Madonna. Mit neuem Storyboard und Adriano Giannini, dem Sohn des Originaldarstellers, als Costar, inszenierte Guy Ritchie eine ebenso leidenschaftliche wie witzige Komödie über die unberechenbaren Wege der Liebe, die Dekadenz der Reichen und eine leidenschaftliche Affäre.

Stürmische Liebe - Swept Away

Monatelang kontrovers diskutiert, als gefundenes Fressen von der Yellow Press goutiert, an den amerikanischen und britischen Kinokassen aber hinter den Erwartungen zurückgeblieben, schien das Schicksal von "Stürmische Liebe - Swept Away" für die deutschen Kinos ungewiss. Nun erhalten Fans hierzulande doch noch die Gelegenheit, sich selbst ein Bild zu machen von Guy Ritchies Inszenierung seiner Gattin Madonna in einem Remake eines Films von Lina Wertmuller. Die große Überraschung: Tatsächlich gefällt die politisch weitgehend unkorrekte Story und das Spiel der Protagonisten nicht nur unter voyeuristischen Gesichtspunkten und verfügt durchaus über einen gewissen Unterhaltungswert.

Nach den inspirierenden Brit-Gangster-Erfolgen "Bube Dame König GrAs" und "Snatch - Schweine und Diamanten" und der geballten Kraft harter Männer zeigt Ritchie nun eine starke Frau, die Lina Wertmullers überzeichnete, reiche Zicke aus der scharfzüngigen politischen und sozialen Satire "Hingerissen von einem ungewöhnlichen Schicksal im azurblauen Meer im August" aus dem Jahr 1974 zum Vorbild hat. Wertmullers Ansatz des Aufeinanderprallens gesellschaftlicher Extreme reduziert das "Remake" allerdings auf nicht mehr als die anhand einer Extremsituation fabelhaft erklärte - und politisch vermutlich eher unkorrekte - Beziehung zwischen Mann und Frau.

Während seinerzeit Bootsmann Giancarlo Giannini und Millionärsgattin Mariangela Melato als italienischer Super-Macho und wohlhabende, überprivilegierte Zicke zwischen Griechenland und Italien in See stachen und auf einer einsamen Insel strandeten, auf der die Überlebensfähigkeiten des Kommunisten den kapitalistischen Hochmut besiegten und unterwarfen, beschränkt Regisseur Ritchie seinen Blick auf das im Verhältnis von Adriano Giannini (der damit als unglückseliger Fischer Giuseppe in die Fußstapfen seines Vaters tritt) und Madonna (als megareiche "Bitch" Amber) liegende sexuelle Potential.

Als nörgelnde Gattin von Tycoon Anthony (Bruce Greenwood), die sich mit zwei befreundeten und amüsierend dekadent gezeichneten Pärchen (Jeanne Tripplehorn und David Thornton, Michael Beattie und Elizabeth Banks) bei einer privaten Kreuzfahrt langweilt, kommandiert Amber also den Ersten Bootsmann Giuseppe an Bord nach allen Regeln der Kunst herum. Und weil diesem nichts übrig bleibt, als die Demütigungen zu schlucken, ist seine Rache groß, als man zu zweit nach einem Schlauchbootausflug in ein Unwetter gerät und an einen einsamen Sandstrand gespült wird. Hier ist Ambers Hochmut weiterhin groß und ihre Überlebenschance gleich null. Und während sich Giuseppe "Master" nennen und bedienen lässt und Amber nicht nur verbal sondern frappierenderweise auch körperlich quält, gipfelt das durchaus auch mit Madonnas Image spielende und nun umgekehrte masochistische Machtverhältnis darin, dass die Frau in unmittelbarer Reaktion auf die Bedrohung des starken Mannes und seiner Weigerung, sie zu vergewaltigen, plötzlich von grenzenloser Liebe und Sanftmut übermannt wird. Darauf lässt Ritchie einige paradiesisch montierte Liebesszenen folgen, in denen das gezähmte Weib und der "Naturbursche" unbeschwertes Glück erleben. Schließlich muss das Paar ins reale Leben zurück - und Amber trotz aller Liebesschwüre in die komfortablen Arme ihres reichen Gatten.

Vergisst man mal das auch nicht unumstrittene Original und das in der aktuellen Version erklärte Geschlechterverhältnis, das vermutlich nicht jedermanns, viel weniger "jederfraus" Sache sein mag, ist "Stürmische Liebe - Swept Away" jedoch harmloser als das erklärte filmische Desaster: Madonna gefällt nicht nur mit ihrem spektakulär durchtrainierten Körper und einer umwerfenden Traumsequenz, in der sie im gelben Versace-Kleid Della Reeses "Come-On-A-My-House" interpretiert (nicht singt!), sondern vor allem mit unerwarteten schauspielerischen Qualitäten. Ein sympathischer Co-Star und tolle Kulissen erfreuen zumindest in der ersten Hälfte mit Humor und Stil, der manchmal an "Sexy Beast" und an die vorgelegten Komödien des Herrn Ritchie erinnert, der am Ende jedoch all das mit einer kitschigen und ironiefreien Romanze überschwemmt, die vermutlich nicht einmal sein eigener Film im Sinn hatte. cm.

Darsteller:  Bruce Greenwood   als Tony
  Madonna   als Amber
  Adriano Giannini   als Giuseppe
  Elizabeth Banks   als Debi
  Michael Beattie   als Todd
  Jeanne Tripplehorn   als Marina
  David Thornton   als Michael
  Yorgo Voyagis   als Kapitän
  Ricardo Perna   als Crewmitglied
  George Yiasoumi   als Koch
  Patrizio Rispo   als Burly Captain
  Beatrice Luzzi   als Reiche Lady
  Lorenzo Ciompi   als Reicher Mann
  Francis Pardeilhan   als Tonys Assistent
  Rosa Pianeta   als Rezeptionistin
  Andrea Ragatzu   als Page
 
Regie:  Guy Ritchie  
Buch:  Guy Ritchie  
Musik:  Michel Colombier  
Kamera:  Alex Barber  
Produzent:  Matthew Vaughn  

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Wie Vaughn es anstellen will, Sexsymbol Schiffer (nicht zuletzt bekannt als eine der berühmtesten Blondinen der Welt) dem Publikum als verhuschte Ebenholz-Jungfer zu verkaufen, hat er jedoch noch nicht verraten. Darüberhinaus müsste er eigentlich wissen, dass man talentlose Gattinnen lieber zuhause lässt: Vaughn hat Guy Ritchies Megapleite "Swept Away" produziert.

Allerdings: Vielleicht will er Qualität dieses eine Mal ja auch bewusst vermeiden - ein Insider weiß bereits, welchen Look er seinem Projekt vermeiden will: "Es wird eine Art 'Gothic Horror'-Film."

Die Gebrüder Grimm drehen sich wohl im Grabe um...

 

Stürmische Liebe - Swept Away in der Fotoshow

 

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