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Kaufvideo
Erhältlich seit:
16.07.2002
Deutschland 2001
Laufzeit: 79 Min.
FSK: ab 16
Edgar Selge
Katja Flint
Ralf Richter
Regie: Oskar Roehler
Sony Pictures Home Entertainment (SPHE)

Im Tollhaus Leben geht's rund: Edgar Selge als verzweifelter Autor sucht sein plötzlich verschwundenes Attribut der Männlichkeit und merkt am Ende, es geht auch ohne. Die bösartige Satire mit einem Schuss gesellschaftlicher Endzeitstimmung von Oskar Roehler wurde noch von dem im vergangenen Jahr bei einem Lawinenunglück ums Leben gekommenen Werner König produziert.
Wer sich an die mit Preisen überschüttete "Die Unberührbare" erinnert, mag sich verwundert die Augen reiben. In Oskar Roehlers surrealistisch angehauchter Groteske geht's wild zur Sache. Erst einmal dreht sich alles um Thema Nr. 1 resp. um das, was man(n) so dazu benötigt. Der erfolgreiche Buchautor Dr. Jekyll, der mit seinem Werk "Dr. Dickhirn" für Aufsehen sorgt, lädt seine Kümmernisse um Stress, Lust, Liebe und Libido beim Psychiater ab. Die Diagnose lautet Midlifecrisis mit schizophrenen Symptomen, glaubt doch der völlig Verwirrte, seine Romanfigur und Alter Ego Hyde mache sich selbständig und nehme ihm sein Leben weg. Vorstellung eines Neurotikers möchte man meinen. Doch als Jekyll sukzessive sein kräftiges Haar, seine festen Beißerchen und zum großen Entsetzen auch noch sein gut ausgeprägtes Geschlechtsorgan verliert, steht es schlecht um den 50-Jährigen. Und wenn dann Hyde mit Jekylls Utensilien an der Seite der mysteriösen Fee Jeanny protzt, ist der Alptraum Wirklichkeit geworden. Der einstige Medienliebling fällt in ein tiefes Loch und sein missglückter Auftritt mit Schwanzprothese bei Jeanny macht die Angelegenheit noch schlimmer. Seelischen Halt geben nur noch das koksende Töchterlein und ein paar beruhigende Joints. Als ihm als Krönung sozialer Ächtung noch vorgeworfen wird, er habe das Textmanuskript zu "Dr. Dickhirn" seinem früheren WG-Genossen Hyde geklaut, scheint alles aus.
Roehler traut sich was, nicht gerade Usus bei deutschen Regisseuren. Schon der Titel "Suck my Dick", den man aber nicht wortwörtlich übersetzen, sondern besser wie im amerikanischen als "verpiss dich" interpretieren sollte, schlägt Moralisten auf den Magen, wie auch die Zutaten zu dieser deftigen Film-Delikatesse - eine Ansammlung von Neurotikern, Egomanen und Sexbesessenen, die sich hysterisch im Gefühls-Sumpf suhlen. Roehler will ein "signifikantes Beispiel" für Ängste finden und spielt souverän mit männlicher Verlustangst und gleichzeitig auch mit cineastischen Formen. Helfend zur Seite steht ihm ein wunderbares Schauspieler-Team: Edgar Selge als paranoider Autor am Rande des Nervenzusammenbruchs, Katja Flint als geheimnisvolle Liebeszauberin, Ralf Richter mit prolliger Präsenz als Romanfigur Hyde sowie Modemensch Wolfgang Joop (wohl bewusst "overacting") als Psychoklempner, der auch schon Uwe Johnson von der Schreibhemmung befreien konnte. Die scharfe Mischung aus grober Groteske, intellektueller Farce und sexuellen Fantasien, garniert mit brillanten Dialogen und Lust an der Schadenfreude, wird sicherlich polarisieren. Wer es heftig und hanebüchen liebt, sich gerne über beißenden Blödsinn amüsiert und trotzdem sein Hirn nicht als Hohlraum definiert, ist hier gut aufgehoben. mk.
| Darsteller: | Edgar Selge | als Dr. Jekyll | |
|---|---|---|---|
| Katja Flint | als Jeanny | ||
| Ralf Richter | als Hyde | ||
| Wolfgang Joop | als Psychiater Dorian | ||
| Zora Holt | als Julia | ||
| Franziska Walser | als Corinna | ||
| Natalia Wörner | als Tina | ||
| Dieter Laser | als Kritiker Basalt | ||
| Hannelore Elsner | als Sprechstundenhilfe | ||
| Vadim Glowna | als Hermann | ||
| Eva Mattes | als Buchhändlerin | ||
| Sonja Kerskes | als Babsy | ||
| Nina Bagusat | als Barbara | ||
| Michael Gaißmayer | als Verleger/Zynismus | ||
| Gary Jochum | als Politiker | ||
| Anne Sarah Hartung | als Susanne | ||
| Hubertus Regout | als Alexander | ||
| Tatiani Katrantzi | als Silke | ||
| Pia Sewald | als Panik | ||
| Michaela Hinnenthal | als Wut | ||
| Norbert Belian | als Kummer | ||
| Anna Blessmann | als Intellekt | ||
| Buddy Giovinazzo | als Wahn | ||
| Sybille Reichert | als Neid | ||
| Ariane Sommer | als Gier | ||
| Dirk Brauer | als Tumor | ||
| Harry Hass | als Selbsthass | ||
| Reinhard Scheunemann | als Herr Wallert | ||
| Mo Asumang | als Journalistin | ||
| Regie: | Oskar Roehler | ||
| Buch: | Oskar Roehler | ||
| Musik: | Martin Todsharow | ||
| Kamera: | Carl-Friedrich Koschnick | ||
| Produzent: | Werner Koenig | ||
Suck My Dick in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch
Tonformat: Dolby Surround
Bildformat: Widescreen
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Katja Flint
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