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Süßes Gift

Psychothriller über eine Schokoladenfabrikbesitzerin, die mit allen Mitteln um den Erhalt ihrer Familienidylle kämpft.


Süßes Gift

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Erhältlich seit:
22.12.2007

Originaltitel: Merci pour le chocolat

Thriller/ Komödie

Frankreich/Schweiz 2000
Laufzeit: 97 Min.
FSK: ab 12

Isabelle Huppert
Jacques Dutronc
Anna Mouglalis

Regie: Claude Chabrol
Süddeutsche Zeitung

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Süßes Gift

Mika Müller, eine gebildete, attraktive Frau und Erbin einer Schokoladenfabrik, hat sich gerade zum zweiten Mal auf eine Ehe mit dem berühmten Pianisten André Polonski eingelassen. Sie umsorgt ihren Mann ebenso wie den Stiefsohn. Doch da taucht Jeanne, eine ebenso hübsche wie junge und neugierige Nachbarin, auf. Sie fördert nicht nur ein paar unschöne Dinge aus der Vergangenheit zu Tage, sondern weckt auch noch väterliche Sympathie bei Polonski. Mika fürchtet um ihr junges Glück und beginnt, "süßes Gift" zu streuen - mit fatalen Folgen.

In dem aktuellen Psycho-Thriller des französischen Altmeisters Claude Chabrol hat sich das unsagbar Böse diesmal ins Heim einer im Schweizer Hinterland lebenden, gutbürgerlichen Familie eingeschlichen. Neben der geheimnisvoll-beklemmenden Atmosphäre und dem eleganten Inszenierungsstil erweist sich Frankreichs groß aufspielende Grande dame Isabelle Huppert als optimale Besetzung. Die mit viel makabrem Humor gespickte menschliche Tragödie werden Gourmets des erlesenen europäischen Krimis in vollen Zügen genießen.

Süßes Gift

Er dreht und dreht, der 70-jährige Claude Chabrol. Diesmal wieder mit seiner Lieblings-Schauspielerin Isabelle Huppert. Als Erbin eines Schokoladenimperiums ist sie dem frisch angetrauten Gatten eine gute Frau und dem Stiefsohn eine fürsorgliche Mama. Aber wehe, jemand kommt ihr in die Quere und stört das Familienglück. Da greift die großbürgerliche Madame zur gefährlichen Selbsthilfe.

Der Franzose Chabrol gilt als Kenner weiblicher Psyche, macht er doch die besten "Frauenfilme". Frauen sind bei ihm nicht die besseren, aber oft die durchtriebeneren Menschen, die ihr einmal gestecktes Ziel konsequent verfolgen, aber auch Opfer gesellschaftlicher Umstände. In seinem neuen Psychothriller nimmt er "pervertiertes Verhalten" unter die Lupe. Isabelle Huppert, seit "Die Spitzenklöpplerin" (1977) eine von Chabrols bevorzugten Heroinen, spielt Marie Claire "Mika" Muller, angesehene Erbin einer Schokoladenfabrik, die (zum zweiten Mal) den introvertierten Pianisten Polonski heiratet, nachdem dessen Ehefrau tödlich verunglückte. Liebevoll umsorgt sie den zerstreuten Mann und den Stiefsohn, verwöhnt die Herren mit heißer Schokolade vor dem Zubettgehen. Dieses nur vordergründig stabil scheinende Familiengefüge stört die junge Jeanne, die glaubt, bei der Geburt vertauscht und die legitime Tochter Polonskis zu sein. Nicht nur, dass sie dessen verstorbenen Frau ähnlich sieht, sie verfügt auch über ein ausgeprägtes musikalisches Talent, was dem Sohn fehlt und - das Schlimmste - erweckt die väterliche Sympathie des sonst so zurückgezogenen Polonski, der ihr sogar Klavierstunden gibt. Mika macht gegen den Eindringling mobil.

In der sauberen Schweiz siedelt Chabrol diese menschliche Tragödie an, in der es trotz des "süßen Giftes" seltsamerweise zu keinem Mord kommt. Nur langsam lüftet er den Schleier über die wahre (schizophrene) Persönlichkeit der Hauptfigur, die sich an feste Strukturen klammert, eifersüchtig ihren emotionalen "Besitzstand" verteidigt. Aber die sozialen und gesellschaftlichen Sicherheiten schmelzen bei allen Beteiligten dahin, sie müssen sich der Wahrheit stellen: Polonski, der die seelischen Abgründe der Angetrauten ahnt, der an seiner Abstammung zweifelnde Stiefsohn, die vergeblich auf eine Ersatzfamilie hoffende Jeanne. Und natürlich das allseits sanfte Weib, das sich selbst eine heile Welt vorgaukelt und krampfhaft Normalität aufrechterhalten will bis das feingesponnene Lügennetz am Ende zerreißt. Bestechend die beklemmende Atmosphäre, in der jeder ein kleines Geheimnis mit sich herumträgt, lang verdrängte Gefühle sich sukzessive hinter der freundlichen Maske bis zur Entladung aufbauen. Zwar sind nicht alle Handlungsstränge nachvollziehbar, aber es geht auch nicht um Logik, sondern um die Begehrlichkeit des Bösen. Und in deren subtilen Schilderung bleibt der Franzose immer noch ein Meister. mk.

Süßes Gift

Marie Claire "Mika" Muller (Isabelle Huppert) - die stets kontrollierte und freundliche Erbin einer Schokoladenfabrik - vermählt sich bereits zum zweiten Mal mit dem introvertierten Pianisten Polonski (Jacques Dutronc) und versucht, auch dessen Sohn Guillaume (Rodolphe Pauly) eine fürsorgliche Stiefmutter zu sein. Das fein säuberlich eingespielte Familiengefüge droht jedoch ins Wanken zu geraten, als mit der attraktiven, erfahrungshungrigen Jeanne (Ann Mouglalis) eine junge Frau auftaucht, die düstere, verschüttet geglaubte Erinnerungen wachruft. Sieht sie doch nicht nur Polonskis einst bei einem tragischen Unfall verstorbenen Frau erstaunlich ähnlich, sondern hat auch dessen musisches Talent. Was natürlich alles auch Mika auffällt, die sich auf einmal intensiver um Jeanne zu kümmern beginnt, als dieser bald lieb sein kann ...
Silver Robben-Nominierung für die beste Regie eines ausländischen Films - Claude Chabrol (Italian National Syndicate of Film Journalists; 2001); Lumiere Award für die beste Schauspielerin - Isabelle Huppert (Lumiere Awards, France, 2001); Montréal World Film Festival-Award für die beste Schauspielerin - Isabelle Huppert (Montréal World Film Festival, 2000); Nominierung für den Grand Prix des Amériques - Claude Chabrol (Montréal World Film Festival, 2000); Prix Louis Delluc für Claude Charbrol (Prix Louis Delluc, 2000)

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Darsteller:  Isabelle Huppert   als Marie-Claire "Mika" Muller
  Jacques Dutronc   als Andre Polonski
  Anna Mouglalis   als Jeanne Pollet
  Rodolphe Pauly   als Guillaume Polonski
  Michel Robin   als Dufreigne
  Brigitte Catillon   als Louise Pollet
  Mathieu Simonet   als Axel
  Isolde Barth  
 
Regie:  Claude Chabrol  
Buch:  Caroline Eliacheff  
  Claude Chabrol  
Musik:  Matthieu Chabrol  
Kamera:  Renato Berta  
Produzent:  Marin Karmitz  
 

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Isabelle Huppert

Unter den französischen Schauspielerinnen ist sie das Chamäleon, ein Talent mit vielfältigen Facetten, die aufregend zwischen Anmut und...