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Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street

Tim Burtons makaber-düstere Verfilmung von Stephen Sondheims Musical über den mörderischen Barbier von London.


Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street

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Erhältlich seit:
18.07.2008

Originaltitel: Sweeney Todd - The Demon Barber of Fleet Street

Musical/ Horror

USA 2007
Laufzeit: 116 Min.
FSK: ab 16

Johnny Depp
Helena Bonham Carter
Alan Rickman

Regie: Tim Burton
Warner Home Video Germany

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Die Verfilmung des legendären Musical-Thrillers vereint Johnny Depp wieder mit Tim Burton und schwarzen Humor mit düsteren Morden.

Sweeney Todd sieht seine Chance auf Rache gekommen (Foto: Warner) Großansicht

Sweeney Todd sieht seine Chance auf Rache gekommen (Foto: Warner)

Die sechste Zusammenarbeit von Regisseur Tim Burton mit Johnny Depp ist im Katalog der gemeinsamen bizarren Hits ("Edward mit den Scherenhänden", "Sleepy Hollow") die ungewöhnlichste. Eine düstere Adaption eines berühmten Musical-Hits mit singenden Stars, aber auch geschlitzten Kehlen. Ein klaustrophobischer Ausstattungstraum, in dem das London des 18. Jahrhunderts, eine Metropole von Armut und Elend, lebendig wird.

Hierhin kehrt Barbier Sweeney Todd nach grausamer Gefangenschaft zurück, um sich an dem Mann (Alan Rickman) zu rächen, der ihm seine Freiheit, seine Frau und seine Tochter nahm.

Mrs. Lovett verliert ihr Herz an den mordenden Barbier (Foto: Warner) Großansicht

Mrs. Lovett verliert ihr Herz an den mordenden Barbier (Foto: Warner)

Mmm, Hackfleisch!

Im Gruselmilieu enger Gassen, schummrigen Gaslichts und unheimlicher Schatten ist das Comeback Todds tödlich. Denn der Barbier geht jetzt mit der Klinge nicht mehr nur an die Haare, sondern auch an die Hälse seiner Kunden. Geliebt und unterstützt von seiner Vermieterin Mrs. Lovett (Helena Bonham Carter), deren Fleischpasteten plötzlich ungewöhnlich schmackhaft und überraschend populär werden.

Bleich sind die Gesichter, schwarz ist der Humor, blutig die Taten in diesem meisterlich visualisierten düsteren Schauermärchen. Eine einzigartige Kombination von morbidem Musical und beklemmendem Rachethrill.

Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street

Kultregisseur Tim Burton und sein Dauerstar Johnny Depp drücken Stephen Sondheims ohnehin bizarrem Broadway-Musical ihren gewohnt exzentrischen Stempel auf.

Gewissermaßen schließt die mittlerweile sechste Zusammenarbeit des langjährigen Gespanns Burton/Depp mit dem makabren Mördermusical einen kreativen Kreis. Die zarte Seele von "Edward mit den Scherenhänden" ist zum diabolischen Barbier "Sweeney Todd" herangereift, der seine gewetzten (Rasier)Messer nicht zum kunstvollen Heckenschnitt, sondern vorrangig zum Kehlendurchtrennen seiner ahnungslosen Klienten nutzt. Nach einer komprimierenden Drehbuchadaption von John Logan ("Aviator", "Gladiator") wurde Stephen Sondheims Original von drei auf zwei Stunden gestutzt, indem unter anderem etliche der Gesangsnummern entweder gekürzt oder ganz gestrichen wurden. Mit dem zynischen Song "No Place Like London" beweist sich Depp sogleich beim Auftakt als durchaus kompetenter Sänger. Etwaige Limitierungen seiner Stimme kaschiert er mit der schieren Gefühlswucht, mit der er seine tragische, von Rache getriebene Figur versieht. Als Benjamin Barker erinnert er sich an seine ungerechtfertigte Verurteilung zu 15-jähriger Haft durch den lüsternen Richter Turpin (Alan Rickman makellos als moralisch marode Machtfigur). Als gebrochener Mann kehrt er, sich nun Sweeney Todd nennend, zurück und erfährt von seiner ehemaligen Vermieterin Mrs. Lovett (Burtons Lebensgefährtin Helena Bonham Carter im Goth-Ikonen-Look), dass seine Frau sich nach ihrer Vergewaltigung durch Turpin vergiftet hat und seine junge Tochter Johanna (Jayne Wisener als lebendiges Porzellanpüppchen) von dem Lustmolch unter Verschluss gehalten wird. Todd greift nun sein altes Handwerk als Herrenfriseur auf, hat dabei allerdings nur Rache im Sinn. Bevor er Turpin und dessen wieseligen Assistenten an die Gurgel gehen kann, übt er seine Messerkünste an etlichen Unbeteiligten (wie "Borat" Sacha Cohen Baron). Diese werden von der umtriebigen Bäckerin Mrs. Lovett zu köstlichem Fleischauflauf verwurstet und mit blendendem Absatz unters Volk gebracht. Parallel findet sich für Johanna ein junger Verehrer, der sie aus Turpins Klauen befreien will.

Das gesellschaftssatirische Horrormusical dezent dissonanten Tonfalls schwelgt in gedeckter Farbpalette von schmutziggrau, schwarz und dreckiggrün, womit Produktionsdesigner Dante Ferretti eine düster Dickenssche Version Londons im 19. Jahrhundert kreiert. Im Kontrast dazu hebt Burton im Slasherrausch das ausgiebig spritzende Blut mit phosphorisierender Intensität hervor, womit gleichzeitig die surreale Stimmung der Moralfabel unterstrichen wird. Dies geschieht auch bei Mrs. Lovetts romantischer Traumsequenz zum "Song By The Sea" (Carters Gesangsstunden haben sich ebenfalls bezahlt gemacht), die eine idyllisches Illusion voll warmer Farbenfröhlichkeit heraufbeschwört. Doch umgehend wird der ansonsten konsequente Pessimismus des mit grimmigem Humors durchsetzten Schattenspiels wieder aufgegriffen. Visuell perfekt reflektiert sich der seelische Zerfall des Protagonisten in den an Vermoderung und Verwesung erinnernden Bildern von Kameraleiter Darius Wolski wieder, die in einer blutigen Schlussszene von grotesker Schönheit gipfeln. Fürwahr ein teuflisches Vergnügen für Freunde unkonventioneller Unterhaltung. ara.

Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street

Tim Burton und Johnny Depp: Zwei Filmlegenden arbeiten wieder zusammen. Der Regisseur und der Star von fünf unvergesslichen gemeinsamen Filmen (unter anderem Edward mit den Scherenhänden und Charlie und die Schokoladenfabrik) fügen nun ein rasiermesserscharfes sechstes Kapitel hinzu: Dieser packende Thriller ist die Kinoversion zu Stephen Sondheims weltweitem Bühnenerfolg. Die Geschichte eines Londoner Barbiers, der im 19. Jahrhundert mit gezücktem Messer auf Rache sinnt, lässt nichts zu wünschen übrig: Blutige Geheimnisse, Romanzen, rabenschwarze Komik, rauschende Musik und überwältigende Optik. Die weiteren Hauptdarsteller Helena Bonham Carter, Alan Rickman und Sacha Baron Cohen tragen als Sweeneys Komplizin bzw. Opfer maßgeblich zur bedrohlich-unheimlichen Atmosphäre dieses Meisterwerks bei. Rasur gefällig? Sweeneys Klinge ist stets frisch geschliffen…

Quelle: Warner Home Video

Dokumentationen: "Burton + Depp + Carter = Todd"
"Sweeney Todd lebt: Die wahre Geschichte des teuflischen Barbiers"
"Musikalische Körperverletzung: Sondheims Swenney Todd"
"Swenneys London"
"Grand Guignol: Eine Theater-Tradition"
"Das Design für eine teuflischen Barbier"
"Ein blutiger Beruf"
"Der Refrain der Rasierklinge"
"Die Pressekonferenz in London"
Fotogalerie:
Making Of: "The Making-of SWEENEY TODD - HBO First Look"

Quelle: Warner Home Video

Darsteller:  Johnny Depp   als Sweeney Todd
  Helena Bonham Carter   als Mrs. Lovett
  Alan Rickman   als Judge Turpin
  Timothy Spall   als Beadle
  Sacha Baron Cohen   als Pirelli
  Jamie Campbell Bower   als Anthony Hope
  Laura Michelle Kelly   als Lucy
  Jayne Wisener   als Johanna
  Ed Sanders   als Toby Ragg
 
Regie:  Tim Burton  
Buch:  John Logan  
Musik:  Stephen Sondheim  
Kamera:  Dante Spinotti  
  Dariusz Wolski  
Produzent:  Walter F. Parkes  
  Laurie MacDonald  
  Richard D. Zanuck  
  John Logan  

Burton spekuliert auf "Fluch der Karibik 4"

Nachdem die beiden Fortsetzungen dem ersten Teil nicht gerade das Wasser reichen konnten, könnte es nicht schaden, frischen Wind in die Segel der Black Pearl zu blasen.

Tim Burton könnte selbst Mitglied der Sparrow-Familie sein (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Tim Burton könnte selbst Mitglied der Sparrow-Familie sein (Foto: Kurt Krieger)

Gerüchten zufolge könnte Tim Burton die Regie beim vierten Teil der "Fluch der Karibik"-Reihe übernehmen. Zumindest gilt er als heißer Favorit, sollte Gore Verbinski selbst kein Interesse an einem weiteren Piraten-Abenteuer haben.

Wenn Tim Burton und Johnny Depp zusammen arbeiten, kommt eigentlich immer beste Kinounterhaltung heraus. Außerdem könnte der "Sweeney Todd"-Regisseur seiner Fantasie wieder freien Lauf lassen und der Optik der Karibik einen neuen Schliff verpassen. Derzeit arbeitet er mit den Disney-Studios an "Alice im Wunderland", da wäre eine weitere Auftragsarbeit durchaus vorstellbar.

Alte und neue Gesichter

Nachdem Johnny Depp für eine Rekordgage von 41 Millionen Euro für einen weiteren Teil zugesagt hat, ist angeblich auch Geoffrey Rush wieder mit an Bord. Ein Wiedersehen mit Keira Knightley und Orlando Bloom wird es voraussichtlich nicht geben, dafür bekommt Captain Jack Sparrow einen nicht weniger durchgeknallten Bruder. Bevorzugte Anwärter auf die Rolle sind "Borat"-Star Sacha Baron Cohen und Russell Brand aus "Nie wieder Sex mit der Ex".

 

Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street in der Fotoshow

 

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