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Swimming Pool

Stilvoll fesselnder Thriller über eine schreibblockierte Krimiautorin, die in ihrem Sommerurlaub eine ungewöhnliche Inspirationsquelle findet.


Swimming Pool

Leihvideo

Erhältlich seit:
19.02.2004

Thriller

Frankreich/Großbritannien 2003
Laufzeit: 98 Min.
FSK: ab 12

Charlotte Rampling
Ludivine Sagnier
Charles Dance

Regie: François Ozon
Highlight Communications (Deutschland)

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Erotik, Spannung, Verführung: In der Hitze des Südens treffen Ludivine Sagnier und Charlotte Rampling aufeinander und müssen nach einigem Stress eine unbequeme Leiche entsorgen.

Welcher Mann kann bei dieser sich am Pool räkelnden Ludivine Sagnier "Nein" sagen (Foto: Constantin) Großansicht

Welcher Mann kann bei dieser sich am Pool räkelnden Ludivine Sagnier "Nein" sagen (Foto: Constantin)

Raffiniert, wie Francois Ozon "Sex and Crime" in diesem heißen Krimi unter der brennenden Sonne Südfrankreichs mischt. Nach seinem Erfolg "8 Frauen" konzentriert er sich hier auf zwei Ladies, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

Die britische Krimiautorin Sarah Morton leidet unter einer Schreibblockade und wird von ihrem Verleger zu Urlaub und Inspirationssuche in sein Landhaus in der Provence geschickt.

Doch mitten in der Nacht taucht dessen 20jährige Tochter Julie auf, die ungeniert mit jedem verfügbaren Typen ins Bett geht - und das unter den Augen der Älteren, die das wilde Treiben "shocking" findet.

Sarah will sich bei Julies Vater beschweren (Foto: Constantin) Großansicht

Sarah will sich bei Julies Vater beschweren (Foto: Constantin)

Die Lady und das Biest

Charlotte Rampling und Ludivine Sagnier schenken sich anfänglich nichts. Die kultivierte Engländerin Sarah kann mit dem blonden Gift Julie wenig anfangen, das sich am Swimming Pool räkelt und ausgerechnet den Typen aus dem Dorf verführt, bei dem die Schriftstellerin glaubte, so etwas wie Seelenverwandtschaft zu spüren.

Doch aus Neid und Konkurrenz wird Komplizenschaft, als Julie ihren Lover brutal ins Jenseits befördert und Sarah hilft, die Leiche im Garten zu vergraben. Bei der Autorin sprudeln plötzlich wieder die Ideen, sie greift fleißig in die Tasten und erzählt Julies Geschichte, missbraucht deren Vertrauen. Oder nicht?

Bei Whisky werden aus Konkurrentinnen Komplizinnen (Foto: Constantin) Großansicht

Bei Whisky werden aus Konkurrentinnen Komplizinnen (Foto: Constantin)

Der Fährtenleger

Zwischen Fantasie und Wahrheit verwischen sich die Grenzen, Ozon führt listig auf falsche Fährten, spielt mit dem Genre in bester Tradition von Patricia Highsmith. Nichts ist so, wie wir vielleicht glauben, trotz größter Mühe kommen wir Ozon bei diesem fein gesponnenen Verwirrspiel nicht auf die Schliche.

Mit "Swimming Pool" hat der einfallsreiche Franzose nun einen dichten, psychologischen Thriller mit zwei seiner Lieblingsschauspielerinnen gedreht. Für Charlotte Rampling ("Unter dem Sand") schrieb er den Part der anfänglich frustrierten, dann immer mehr aufblühenden Frau in den besten Jahren, die eine geheimnisvolle Erotik ausstrahlt, die Mademoiselle Sagnier als kleines Luder trotz aller provokativen Nacktheit noch nicht erreicht.

Charlotte Rampling lässt sich inspirieren (Foto: Constantin) Großansicht

Charlotte Rampling lässt sich inspirieren (Foto: Constantin)

Die List der Frauen

Es macht Spaß zuzusehen, wie die Frauen alle hinters Licht führen. Und wenn am Ende noch einmal der Plot auf den Kopf gestellt wird, ist die Überraschung perfekt.

Die Leichtigkeit des Seins und die Schwere des Daseins sind hier keine Gegensätze, sondern ergänzen sich zu einem hochkarätigen Kinostück, das in immer neuen Facetten glitzert wie ein lupenreiner Diamant.

Ruhig liegt der Pool. Davon lässt sich der gewiefte Kinofreak nicht täuschen. Er weiß genau: Unter der glatten Oberfläche brodelt es gewaltig.

Swimming Pool

Mit faszinierender Leichtigkeit springt Frankreichs Wunderkind François Ozon mit jeder neuen Arbeit unbeschwert von Genre zu Genre. Auf sein ernstes Drama "Unter dem Sand" und das berauschende Boulevard-Musical "8 Frauen" lässt er mit "Swimming Pool" einen ebenso verspielten wie sinnlichen Krimi in der Hitchcock- und Highsmith-Tradition folgen, der fast beiläufig auch noch vom kreativen Schaffensprozess und der Erweckung einer fast verblühten Frau erzählt. Als einziger roter Faden ziehen sich durch Ozons Werk unglaublich starke und komplexe Frauenfiguren - und seine Lieblingsheroinnen Charlotte Rampling ("Unter dem Sand") und Ludivine Sagnier ("Tropfen auf heiße Steine", "8 Frauen") danken es ihm hier in diesem Zusammenprall von Jung und Alt, Lust und Pflicht, französischem Savoir vivre und britischer Steifheit mit leidenschaftlichen und freizügigen Darstellungen.

Vom verregneten Großbritannien ins sommerliche Südfrankreich reist die Krimiautorin Sarah Morton auf Anraten ihres Verlegers John Bosload um in dessen Landanwesen neue Energie zu schöpfen und unter der wärmenden Sonne eine verflixte Schreibblockade zu sprengen. Die ist freilich nur Ausdruck ihrer eigenen Verstocktheit, eines Mangels an Lebensfreude, an Lust und Sinnlichkeit. Nicht von ungefähr ist der titelgebende Swimming Pool im Garten des pittoresken Bauernhauses fortan Gradmesser von Sarahs Seelenzustand: Am Anfang von einer unansehnlichen Plane verdeckt, dann im Verlauf der Handlung davon befreit zunächst noch voller Blätter, Zweigen und Dreck und schließlich verlockend und verführerisch blau funkelnd.

Diese Entwicklung wird in Gang gesetzt von Bosloads Tochter Julie, die unangemeldet ins Haus schneit und mit ihrer ungekünstelten, von keinerlei Moral gehemmten Art und ungezügelten Sexualität das exakte Gegenteil von Sarah darstellt. Was sich die Schriftstellerin bestenfalls in ihren geheimsten Träumen wagt, setzt das kleine Luder ohne Gewissensbisse um: Jeden Abend hat sie einen anderen Liebhaber, um sich bei Tag wie Gott sie schuf am Swimming Pool von ihren Eskapaden zu erholen. Eine überaus komplexe Beziehung entwickelt sich zwischen den beiden Frauen, die gekennzeichnet ist von Fragilität, Ambivalenz, etwas Neid, viel Konkurrenzdenken und schließlich Komplizenschaft, als eines der sexuellen Abenteuer Julies in einer Bluttat gipfelt und eine Männerleiche entsorgt werden muss.

Eigentlich ist es eine auswegslose Situation, in der sich die beiden Frauen auf einmal befinden. Aber Ozon katapultiert die beiden mit einem furiosen doppelten Salto und cleveren Finten aus der Sackgasse und lässt alles Gezeigte obendrein mit einem augenzwinkernden Schlussgag in einem anderem Licht erscheinen, der auch den Kriminologen und Wahrscheinlichkeitskrämern im Publikum eine harte Nuss zu knacken gibt. Alle anderen können sich einfach an einem hinreißenden Film ergötzen, der witzig ist, raffiniert, sexy, etwas geheimnisvoll und ungeheuer unterhaltsam. Das liegt sicherlich auch an der unprätentiösen und doch sehr genauen Inszenierung und der unaufdringlichen Kameraarbeit, die zwar mit kleinen Schwenks klare Informationen gibt (beispielsweise als Sarah vor dem Computer sitzt und die Kamera auf ihr leeres Bett zoomt), und die Charlotte Rampling und Ludivine Sagnier eine sehr sinnliche Bühne bereitet. Es ist wohl Zeugnis des Vertrauens zu dem Regisseur, wie entspannt sich Sagnier nackt und frech gibt, ohne wie ein Opfer zu wirken, während Charlotte Rampling ihre Erotik bis zu einer aufsehenerregenden Sexszene im dritten Akt mit großer Kontrolle ausschließlich im Gesicht ablaufen lässt. Niemand denkt vor der Kamera aufregender als sie.

Und gleichzeitig wirkt alles, bei aller Verruchtheit und Tom-Ripleyscher-Unmoral, leicht und unverkrampft - wo man doch weiß, dass nichts im Film schwieriger ist als das. Dabei ist nichts einfacher, als in diesen Tagtraum einzutauchen wie in einen Swimming Pool - und sich durch dieses Szenario aus sexueller Erweckung, Eifersucht, Mord und Totschlag treiben zu lassen, als sei es nur altes Laub, das keinen Widerstand darstellt. ts.

Darsteller:  Charlotte Rampling   als Sarah Morton
  Ludivine Sagnier   als Julie
  Charles Dance   als John Bosload
  Marc Fayolle   als Marcel
  Jean-Marie Lamour   als Franck
  Mireille Mosse   als Marcels Tochter
  Michel Fau   als erster Mann
  Jean-Claude Lecas   als zweiter Mann
  Emilie Gavois Kahn   als Kellnerin im Café
  Erarde Forestali   als alter Mann
  Lauren Farrow   als Julia
  Sebastian Harcombe   als Terry Long
  Frances Cuka   als Frau in der U-Bahn
  Keith Yeates   als Sarahs Vater
  Tricia Aileen   als Bosloads Sekretärin
  Glen Davies   als Barkeeper
 
Regie:  François Ozon  
Buch:  François Ozon  
  Emmanuèle Bernheim  
Musik:  Philippe Rombi  
Kamera:  Yorick Le Saux  
Produzent:  Olivier Delbosc  
  Marc Missonnier  

GVU und Polizei nehmen Raubkopierer hops

Erneuter Erfolg für die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU): Die Hamburger Piratenjäger und die Kriminalpolizei Merseburg haben Ende Juli eine Produktionsstätte für Raubkopien ausgehoben. Der Fall wurde aus Sicherheitsgründen erst jetzt bekannt gegeben.

Auch von dem noch nicht in Deutschland gestarteten Film "Swimming Pool" wurden Raubkopien vertrieben Großansicht

Auch von dem noch nicht in Deutschland gestarteten Film "Swimming Pool" wurden Raubkopien vertrieben

In der Raubkopierer-Werkstatt seien umfassend Filme, Spiele und Anwendersoftware gefertigt worden. Zudem wurden in einem Rechner Daten zum Downloaden für andere User bereitgestellt, so die GVU. Folgende Filme und Anwenderprogramme seien einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt worden: "Swimming Pool", "Wu Tang Clan", "Eiskalte Engel 2", "Born 2 Die", und "Windows XP Net Server".

Insgesamt wurden vier PCs, ein Server, sieben Festplatten und ca. 1000 CD-Rs sichergestellt. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Täters wurden 216 gebrannte CD-ROMs sichergestellt. Über den Umfang der kriminellen Aktivitäten und das Ausmaß des entstandenen Schadens wollte die GVU zu diesem Zeitpunkt noch keine Angaben machen, "da die Auswertungsergebnisse noch nicht vorliegen".

 

Swimming Pool in der Fotoshow

 

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