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Syriana

George Clooney in einem politischen Thriller nach den Memoiren des CIA-Agenten Robert Baer.


Syriana

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Erhältlich seit:
04.04.2009

Drama/ Thriller

USA 2005
Laufzeit: 123 Min.
FSK: ab 12

Matt Damon
George Clooney
Jeffrey Wright

Regie: Steve Gaghan
Süddeutsche Zeitung

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George Clooney, Matt Damon und ein Ensemble großartiger Charakterdarsteller enthüllen in einem packenden Drama die vielen verborgenen Schlachtfelder, auf denen der Krieg ums Öl ausgetragen wird.

CIA-Agent Barnes geht kurz vor der Pensionierung durch die Hölle (Foto: Warner) Großansicht

CIA-Agent Barnes geht kurz vor der Pensionierung durch die Hölle (Foto: Warner)

Puzzeln mit Stil hat Autor Steve Gaghan zur Kunstform entwickelt. Mit "Traffic" entwarf er ein Oscar-prämiertes Mosaik über die verschlungenen Wege der Droge von den Produzenten zu den Konsumenten, die trotz individuellem Einsatz nicht blockiert werden können. Eine ähnlich verschachtelte, dennoch nie Spannung opfernde Struktur zeichnet auch Gaghans Drehbuch zu "Syriana" aus, das er auch selbst inszeniert hat.

In einer Zeit, in der sich die Fronten zwischen der westlichen und muslimischen Welt permanent verschärfen, blickt "Syriana" unvoreingenommen und integer auf das komplexe, undurchschaubare Netz aus politischen, wirtschaftlichen und persönlichen Interessen im Kampf um den Motor allen modernen Lebens: das Öl.

Woodman und Barnes verfolgen am Golf völlig konträre Ziele (Foto: Warner) Großansicht

Woodman und Barnes verfolgen am Golf völlig konträre Ziele (Foto: Warner)

Nobelhotels und Hinterzimmer

Aus mehreren Perspektiven seziert das hochkarätig besetzte Ensembledrama die Manipulationen, Intrigen und Machtkämpfe in diesem Krieg, der in noblen Hotels, imposanten Regierungszentralen, aber auch in dreckigen Folterlöchern, düsteren Hinterzimmern und religiösen Zufluchtstätten ausgetragen wird.

George Clooney, durch Vollbart und 15 Kilo Gewichtszulage vom Charmemagneten zum Normalmenschen reduziert, spielt den CIA-Agenten Bob Barnes - eine von mehreren Figuren, die an das, was sie tun, unbedingt glauben, ohne zu ahnen, dass sie skrupellos benutzt werden.

Barnes steht kurz vor der Pensionierung, warnt seine Chefs vor einer verschwundenen Stinger-Rakete und die US-Regierung vor der blauäugigen Zukunftsperspektive, dass die jungen Generationen in den Krisenherden Irak und Iran sich nach Demokratie sehnen. Doch niemand will auf den Veteranen hören, stattdessen schickt man ihn nach Beirut, um Prinz Nasir, den Thronfolger eines Staats am Persischen Golf, zu töten.

Eine Tragödie bringt Energiespezialist Woodman ins Big Business (Foto: Warner) Großansicht

Eine Tragödie bringt Energiespezialist Woodman ins Big Business (Foto: Warner)

Zum Wohle des Landes

Nasir ist mächtigen US-Ölkonzernen und damit auch der US-Regierung im Weg, weil er durch einen Vertragsabschluss mit den Chinesen die Amerikaner aus dem Geschäft geworfen hat. Der vermeintliche Gewinn- und Jobsaboteur ist tatsächlich ein reformfreudiger Politiker, der mit Hilfe eines dynamischen Energiespezialisten (Matt Damon) sein Land unabhängiger und wohlhabender machen möchte.

Nasirs Kurskorrektur beeinflusst auch die Fusion zweier US-Ölkonzerne und damit die Profite mächtiger Männer im Hintergrund, die gerade eine Regierungsüberprüfung über sich ergehen lassen müssen.

Sein Lächeln ist Tarnung: der eiskalte Drahtzieher Whiting (Foto: Warner) Großansicht

Sein Lächeln ist Tarnung: der eiskalte Drahtzieher Whiting (Foto: Warner)

Kennwort: Korruption

Die gemeinsame Sprache in diesen Schaltzentralen zwischen Washington, Langley, Beirut, Genf und dem Persischen Golf ist Korruption. Sie regelt den Markt und seine Probleme.

"Syriana" surft zwischen diesen Schauplätzen hin und her, bis sich die einzelnen Geschichten zusammenfügen, bis sich mit dem Personal aus Machtmenschen, Killern, Karrieristen und manipulierten Schachfiguren ein gruseliges Gesamtbild mit Terroristen in vielen Lagern zeigt.

Syriana

"Macht globaler Ölkonzerne" könnte der aussagekräftige Untertitel für den komplexen Politthriller von Stephen Gaghan lauten. In seiner zweiten Regiearbeit durchleuchtet der Oscar-Gewinner (für das Drehbuch zu "Traffic - Macht der Kartelle") detailgenau politische und ökonomische Machenschaften rund um das schwarze Gold, die durch persönliche Schicksale verknüpft werden. Ein anspruchsvolles Unterfangen, das vom Zuschauer Mitdenken erwartet und zum Nachdenken anregt.

Hollywood zeigt sich in letzter Zeit wieder verstärkt politisch interessiert, wie Filme wie "Lord of War" oder "Jarhead" eindrucksvoll belegen. In eine ähnliche Sparte fällt "Syriana", der auf dem Tatsachenroman "See No Evil" des ehemaligen CIA-Agenten Robert Baer beruht. Entsprechend ist eine der Hauptpersonen CIA-Agent Bob Barnes (souverän: George Clooney mit Bart und 15-Kilogramm-extra-Bauch). Als Spezialist im Mittleren Osten schaltet er im Auftrag der US-Regierung unerwünschte Subjekte aus. Wie im Prolog bei einem Waffendeal im Teheran, wobei ihm ein Raketenwerfer abhanden kommt. Dieser taucht gegen Ende des Films mit katastrophalem Ergebnis wieder auf, was nur einer von mehreren gewobenen Storysträngen ist, die schließlich wie in einem Perserteppich zu einem eleganten Muster vereint werden. Weitere Mitspieler dieser internationalen Intrige umfassen Chris Cooper als Vorstand des Ölkonzerns Connex, den brillanten Washingtoner Anwalt Bennett Holiday (Jeffrey Wright), den Genfer Energieanalysten Bryan Woodward (ein famos fokusierter Matt Damon), der zum Berater des progressiven arabischen Prinzen Nasir (Alexander Siddig) wird, und den entlassenen pakistanischen Ölfeldarbeiter Wasim (Mazhar Munir), der von einer radikalen moslemischen Gruppe umworben wird. Miteinander verbunden sind sie durch den Konzern Connex, der seine Bohrrechte im fiktiven arabischen Emirat von Prinz Nasirs Vater an höher bietende Chinesen verloren hat. Allerdings plant man, mit der kleineren, aber mysteriösen Firma Killen zu verschmelzen. Um diesen fragwürdigen Merger durchzuboxen, wird Holiday engagiert, der Korruptionsvorwürfe aufdecken soll und sich unter der Hand mit den Justizbehörden arrangiert. Ebenfalls verdeckt ist Barnes' Auftrag Nasir auszuschalten, der aufgrund seiner reformistischen Ansichten nicht mit der US-Regierung (und den Drahtziehern im Hintergrund) konform geht. Extreme Mittel nutzt auch Wasim, um sich gegen die ausländischen Unterdrücker aufzulehnen. Doch letztlich ändert sich trotz Menschenopfer und Positionsverlusten an den alt eingesessenen Strukturen der Macht wenig.

Gaghan gestaltet die Inszenierung seines komplizierten Skripts, das rapide im Zickzack-Verfahren zwischen Protagonisten und Locations wechselt, vorrangig mit kühlem Kopf. Die Story erweist sich als ergiebige Informationsquelle voller vertrackter Hintergründe und Zusammenhänge, gerne hätte man dabei vielleicht noch etwas mehr über die einzelnen Figuren erfahren. So werden die emotionalen Aspekte zumeist nur kurz, dafür aber tiefgreifend angeschnitten. Besonderes Augenmerk gilt dabei vier Vater-Sohn-Beziehungen, die mit tragischen Umständen verbunden sind. Im Gegensatz zum hier als ausführender Produzent fungierenden Steven Soderbergh, der für sein ähnlich strukturiertes Epos "Traffic" visuell stilvoll experimentierte, setzt Gaghan auf einen schnörkellosen Look. Zurückhaltung ist auch beim Soundtrack geboten, der nur vereinzelt an das hypnotisch-akustische Ambiente der Drogensaga erinnert. Insgesamt wird der ambitionierte Politthriller um das Mosaik der Macht wohl nur bedingt die Gunst des Mainstream-Publikums gewinnen, doch wer auf der Suche nach intelligenter Unterhaltung ist, wird hier bestens bedient. ara.

Syriana

Anklage wegen Korruption... Korruption? Korruption ist doch die Einmischung des Staats in die Selbstregulierung des Marktes durch gesetzliche Bestimmungen. Sagt Milton Friedman, der Scheiß-Nobelpreisträger. Gesetze gegen die Korruption sind doch nur dazu da, um sie florieren zu lassen. Korruption schützt uns, durch sie haben wir es schön warm und trocken. Wegen der Korruption stolzieren wir jetzt hier herum, statt uns auf der Straße um einen Fetzen Fleisch zu prügeln. Korruption bedeutet... dass wir am Ende immer gewinnen." (Tim Blake Nelson als Danny Dalton zu Jeffrey Wright als Bennett Holiday)

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Darsteller:  Matt Damon   als Bryan Woodman
  George Clooney   als Robert Baer
  Jeffrey Wright   als Bennett Holiday
  Amanda Peet   als Julie Woodman
  Chris Cooper   als Jimmy Pope
  Max Minghella   als Robby Baer
  William Hurt   als Stan Goff
  Christopher Plummer   als Dean Whiting
  Mazhar Munir   als Masim Khan
  Tim Nelson   als Danny Dalton
  Alexander Siddig   als Prinz Nasir
  Jamey Sheridan   als Terry George
  Thomas McCarthy   als Fred Franks
  Viola Davis   als Marilyn Richards
  Jayne Atkinson   als CIA- Abteilungsleiterin
  William C. Mitchell   als Bennett Holiday Sr.
  Nicky Henson   als Sydney Hewitt
 
Regie:  Steve Gaghan  
Buch:  Steve Gaghan  
Musik:  Alexandre Desplat  
Kamera:  Robert Elswit  
Produzent:  Steven Soderbergh  
  George Clooney  
  Michael Nozik  

Clooney im Krisengebiet

Der Schauspieler reiht sich in die Riege von Hollywoodstars wie Tim Robbins oder Angelina Jolie ein. Auch er will seinen Bekanntheitsgrad nutzen, um auf soziale und politische Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen.

Kämpft für eine gerechte Sache: George Clooney (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Kämpft für eine gerechte Sache: George Clooney (Foto: Kurt Krieger)

Frauenschwarm und Scherzkeks George Clooney arbeitet weiter fleißig an seinem neuen Image. Nach politischen Filmen und Aktionen ergreift er jetzt selbst die Initiative und ist gerade mit seinem Vater Nick in den Sudan gereist. In der Region Dafour herrscht seit 2003 ein blutiger Bürgerkrieg zwischen den lokalen afrikanischen Stämmen und der arabisch dominierten Zentralregierung. "Wir wollten herausfinden, was da drüben los ist", so Journalist Nick Clooney. "George und ich waren sehr betroffen über 250.000 Tote und zwei Millionen Flüchtlinge. Niemand scheint etwas dagegen zu unternehmen."

George Clooney und der mitgereiste Kameramann Mike Herron filmten einen Großteil des Acht-Tage-Trips. Auch wird der Schauspieler in den nächsten Wochen mehrere TV-Auftritte haben und über seine Reise berichten. Darüber hinaus will er gemeinsam mit Vater Nick an einer Demonstration in Washington gegen den Genozid in Nordostafrika teilnehmen, die am kommenden Wochenende von der "Save Dafur Coalition" veranstaltet wird. Von diesen Auftritten erhoffen sich Vater und Sohn mehr Schutz und humanitäre Hilfe für das Krisengebiet.

Vielseitiges Engagement

Bereits in der Vergangenheit sorgte George mit seinen Projekten für Schlagzeilen. Nicht nur durch seine Filme "Syriana" und "Good Night, and Good Luck" hat er sein politisches Engagement bewiesen. Mit seinem Kumpel Brad Pitt gründete er in Las Vegas ein Kasino, von dessen Gewinnen 25 Prozent einem wohltätigen Zweck zufließen.

Auch die Umwelt liegt dem 44-Jährigen sehr am Herzen. Mit Julia Roberts posierte er im letzten Monat für das Titelblatt der ersten Ökoausgabe der Zeitschrift "Variety". Im Privatleben ist er ebenfalls zu Einschnitten bereit: Seinen BMW hat er gegen einen voll elektrischen und ökologischen Tango eingetauscht.

 

Syriana in der Fotoshow

 

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