
Exzellent fotografiertes und gespieltes Kriegsdrama um zwei dänische Widerstandskämpfer im Kopenhagen des Jahres 1944.
Paul Verhoeven hat mit seinem sehenswerten "Black Book" vorgemacht, wie man Geschichten über den Widerstand im Dritten Reichs filmisch beikommen kann. Dass sich politische Stellungnahme und spannende Unterhaltung nicht ausschließen müssen, das beweist auch Ole Christian Madsen in "Tage des Zorns", den man als dänische Variante von Verhoevens Drama bezeichnen könnte. Auch in produktionstechnischer Hinsicht, entstanden beide Filme doch mit Unterstützung von deutschen Kreativen sowohl vor als auch hinter der Kamera.
Der Arbeitstitel "Flame & Citron" zeigt, wer in "Tage des Zorns" den Ton angibt, die beiden Widerstandskämpfer Flame (Thure Lindhardt) und Citron (Bond-Bösewicht Mads Mikkelsen), die äußerst kaltblütig und kompromisslos das Kopenhagen des Jahres 1944 von Kollaborateuren befreien. Von der dänischen Bevölkerung bewundert und den deutschen Besatzern um Gestapo-Chef Hoffmann (Christian Berkel) gejagt, zeigt das Duo erstmals Nerven, als das Attentat auf Gilbert (Hanns Zischler), ein wichtiger Mann bei der deutschen Abwehr, schief läuft. Plötzlich beginnen die beiden alles und jeden in Frage zu stellen, sowohl an der Integrität ihres Auftraggebers als auch an Geheimagentin Ketty, zugleich Flames Geliebte, zu zweifeln.
Madsen, den man hierzulande am ehesten durch seinen Dogma-Film "Kira" kennt, macht in seinem aufreibenden Drama die Tatsache, dass man sich im Krieg auf niemanden verlassen kann, für den Betrachter physisch wie psychisch erfahrbar. Vor der stimmig fotografierten Kulisse des aufwändig rekonstruierten historischen Kopenhagens entfaltet sich eine sehenswerte Hommage an zwei Volkshelden, die bei ihrer im wahrsten Sinne des Wortes schweißtreibenden Arbeit begleitet werden. Dabei erspart uns der Filmemacher weder das eintönige Warten auf den nächsten Auftrag und die endlosen Diskussionen im Untergrund noch die detailliert gefilmten, brutalen Tötungsmethoden per Kopfschuss. Bevor das Ganze jedoch in eine einzige Waffenschau ausartet, verschafft der Regisseur Flame und Citron ein würdiges, dem Finale von George Roy Hills "Zwei Banditen" nachempfundenes Ende. In Dänemark faszinierte der Film allein in den ersten drei Wochen mehr als eine halbe Million Besucher. Mit diesen Zahlen könnten die deutschen Koproduzenten von Wüste-Film hierzulande sicherlich hervorragend leben. lasso.