DVD Leihvideo

Tage oder Stunden

Ergreifendes französisches Schauspielerkino mit unerwarteten Wendungen und der großen Frage nach dem Sinn des Lebens.


Tage oder Stunden

Leihvideo

Erhältlich seit:
06.11.2009

Originaltitel: Deux jours à tuer

Drama

Frankreich 2008
Laufzeit: 81 Min.
FSK: ab 12

Albert Dupontel
Marie-Josée Croze
Pierre Vaneck

Regie: Jean Becker
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Ein Mann mittleren Alters dreht plötzlich durch.

Innerlich brodelt es in Antoine (Foto: Arsenal) Großansicht

Innerlich brodelt es in Antoine (Foto: Arsenal)

Antoine Méliot (Albert Dupontel) hat eigentlich alles, um glücklich zu sein. Doch an einem ganz normalen Tag rastet der Werbefachmann aus. Erst beendet er abrupt die Zusammenarbeit mit seinem Geschäftspartner. Zu Hause wird er sogar handgreiflich, als ihn seine Frau wegen einer Affäre zur Rede stellt.

Die Überraschungs-Party zu seinem 42. Geburtstag endet in einer Schlägerei und dem Rauswurf der Gäste. In nur zwei Tagen zerstört Antoine alles, was ihm einst lieb und teuer war. Danach setzt er sich nach Irland ab, auf der Suche nach seinem entfremdeten Vater...

Die Geburtstagsfeier endet im Chaos (Foto: Arsenal) Großansicht

Die Geburtstagsfeier endet im Chaos (Foto: Arsenal)

Der Sinn des Lebens

Jean Becker ("Dialog mit meinem Gärtner") liefert ergreifendes Schauspielerkino. Und es sind existenzielle Fragen, die den Protagonisten und damit auch den Zuschauer bewegen - Fragen nach der Relevanz materiellen Erfolgs, dem Sinn des Lebens und der Liebe.

Zwischen der ambivalenten Hauptfigur in ihrer Besinnlichkeit und unkontrollierten Wut eine Brücke zu schlagen fällt allerdings schwer, auch wenn man im Nachhinein das irrationale Verhalten versteht.

Tage oder Stunden

Ergreifendes französisches Schauspielerkino mit unerwarteten Wendungen und der großen Frage nach dem Sinn des Lebens.

Am Anfang ein Mann der scheinbar alles hat, eine verständnisvolle Frau und zwei wunderbare Kinder, gute Freunde, einen interessanten Job, ein schnuckeliges Häuschen in einem Pariser Vorort und genug Geld für ein komfortables Leben, am Ende Serge Reggianis bewegender Song "Le temps qui reste" (Die Zeit, die bleibt) und ein Mensch, der Frieden mit sich schließt. Dazwischen führt sich Antoine Méliot auf wie ein Elefant im Porzellanladen.

An einem ganzen normalen Tag beginnt die psychische Veränderung. Mitten im Gespräch mit einem Kunden rastet der Werbefachmann aus und beendet abrupt die Zusammenarbeit mit seinem Geschäftspartner. Zu Hause wird er sogar handgreiflich. als seine Frau wegen einer Affäre zur Rede stellt, die von seinen Kindern gemalten Bilder zum 42. Geburtstag gefallen ihm nicht, die Surprise-Party mit den besten Freunden endet in einem Angriff auf Kleinbürgerlichkeit, in Beleidigungen, Schlägerei und Chaos, nach dem Rauswurf der Gäste verlässt er das gemeinsame Domizil, nicht ohne vorher seine Frau zutiefst zu verletzen. Alles was ihm lieb und wert war, hat der Berserker in zwei Tagen rücksichtslos zertrümmert, sich jeglicher Verantwortung entledigt. Das macht ihn nicht gerade sympathisch. Als er sich dann ins idyllische Irland aufmacht, ist klar, der Unausstehliche leidet unter der Midlife-Crisis.

Mit einem überraschenden Twist führt Jean Becker diese Erkenntnis ad absurdum. Das in der zweiten Hälfte des Film voraussehbare Ende soll hier nicht verraten werden, aber es kommt doch etwas dick mit dem überstrapazierten Verhältnis zum Vater, der ihn als Kind im Stich ließ und ihn auch jetzt nicht mit offenen Armen empfängt. Es sind existenzielle Fragen, die den Protagonisten und damit automatisch auch den Zuschauer bewegen - Fragen nach der Relevanz materiellen Erfolgs, dem Sinn des Lebens und der Liebe, nach den Spuren, die der Einzelne hinterlässt. Zwischen der ambivalenten Hauptfigur in ihrer Besinnlichkeit und unkontrollierten Wut (Albert Dupontel zieht souverän sämtliche Register) eine Brücke zu schlagen fällt schwer, auch wenn man im Nachhinein das irrationale Verhalten versteht. Ein in seiner Eindringlichkeit außergewöhnliches Drama. mk.

Darsteller:  Albert Dupontel   als Antoine
  Marie-Josée Croze   als Cécile
  Pierre Vaneck   als Vater von Antoine
  Alessandra Martines   als Marion
  Cristiana Reali   als Virginie
  Mathias Mlekuz   als Eric
  Claire Nebout   als Clara
  François Marthouret   als Paul
  Anne Loiret   als Anne-Laure
  José Paul   als Thibault
  Daphné Bürki   als Bérengère
  Samuel Labarthe   als Etienne
  Guillaume De Tonquedec   als Sebastien
  Jean Dell   als Mortez
 
Regie:  Jean Becker  
Musik:  Alain Goraguer  
  Patrick Goraguer  
Kamera:  Arthur Cloquet  
Produzent:  Louis Becker  
 

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