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Take Shelter - Ein Sturm zieht auf

Psychologisches Drama über einen gewöhnlichen Ehemann und Vater, der von Alpträumen über einen apokalyptischen Sturm verfolgt wird und einen Bunker für seine Familie baut.


Take Shelter - Ein Sturm zieht auf

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Erhältlich seit:
21.08.2012

Originaltitel: Take Shelter

Drama/ Thriller

USA 2011
Laufzeit: 125 Min.
FSK: ab 12

Michael Shannon
Jessica Chastain
Shea Whigham

Regie: Jeff Nichols
Ascot Elite Home Entertainment

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Take Shelter - Ein Sturm zieht auf

Curtis LaForche lebt mit seiner Frau und ihrer tauben Tochter ein bescheidenes Leben in einer Kleinstadt in Ohio. Das Geld der jungen Familie ist ewig knapp, dennoch kommt man stets irgendwie über die Runden. Doch dann wird Curtis von Albträumen über einen apokalyptischen Sturm heimgesucht. Er entschließt sich, in seinem Garten einen Bunker zu bauen - ein Umstand, der nicht nur Samantha beunruhigt und verwirrt. Vielleicht ist Curtis ja auch krank - denn in seiner Familie gibt es eine Geschichte von Schizophrenie.

Thriller, Mystery, Psychodrama, Elemente all dieser Genres finden sich in dem Film von Jeff Nichols ("Mud"), der eine Allegorie auf die Zustände in den heutigen USA vorlegt. In seiner Studie macht er am Geisteszustand seines Helden den des krisengeschüttelten Amerikas fest. Eine schauspielerische Tour de Force gelingt Michael Shannon, Jessica Chastain überzeugt als Auge im Sturm. Ein Film, der spannend ist wie ein Thriller, an die Nieren geht wie ein Drama und sich eigentlich mit nichts anderem vergleichen lässt.

Take Shelter - Ein Sturm zieht auf

Packendes, differenziert gespieltes Psychodrama um einen Mann, der von Apokalypse-Albträumen heimgesucht wird und daraufhin beginnt, einen Bunker zu bauen.

Verrückter oder Prophet? Michael Shannon, der in "Superman: Man of Steel" den Bösewicht geben wird, kooperiert bei "Take Shelter" wieder mit "Shotgun Stories"-Regisseur Jeff Nichols und spielt einen Familienvater, der plötzlich von schrecklichen Visionen einer drohende Apokalypse heimgesucht wird. Von Angst getrieben, beginnt er im Garten einen Bunker zu bauen. In Sundance wurde der Film gefeiert, in Cannes mit dem Großen Preis und auch fürs beste Drehbuch in der Sektion "Semaine de la Critique" ausgezeichnet.

Curtis LaForche (Shannon) ist ein Malocher, der alle Hände voll zu tun hat, seine kleine Familie über die Runden zu bringen. Im ruralen Ohio schuftet er in einem Kieswerk, Ehefrau Samantha (Jessica Chastain) verkauft gelegentlich selbst genähte Kleider. Das Geld ist knapp, zumal die medizinische Versorgung und schulische Ausbildung der tauben Tochter (Tova Stewart) teuer sind. Zu allem Überfluss beginnt Curtis auch noch von einem alles vernichtenden Sturm zu träumen. Ein verheerendes Desaster droht - aber vielleicht bildet er sich das alles ja nur ein, gibt es in seiner Familie doch einen Geschichte von Schizophrenie.

Was auf den ersten Blick wie ein typisches Horrorfilmszenario aussieht, nutzt Nichols, der auch das Drehbuch verfasste, als Allusion auf die Zustände in den heutigen USA: Finanzkrise, Klimakatastrophe, Konkurrenz durch illegal eingewanderte Billigarbeitskräfte, Versicherungsdebatte (Curtis' Tochter soll sich einer teuren Operation unterziehen)... der drohende Tornado hat Stellvertretercharakter, kommt er, ist es vorbei mit "God's Own Country". Aber ohne Kampf gibt ein aufrechter Amerikaner nicht auf - hilf dir selbst, so hilft dir Gott: Also packt Curtis zu - auch wenn alle anderen ihn für verrückt erklären.

Thriller, Mystery, Psychodrama, Elemente all dieser Genres finden sich hier, einer klaren Zuordnung entzieht sich das Werk. Das (schockierende) Ende vorauszusehen ist für den Zuschauer ebenso unmöglich, wie LaForche seinem Schicksal zu entrinnen. Immer wieder blickt er gebannt gen Himmel, dramatisch ziehen sich die (CG-)Wolken zusammen, während David Wingos düsterer Score an den Nerven zerrt. Mittendrin brilliert ein überaus zurückhaltend agierender Michael Shannon ("Boardwalk Empire"), Spezialist für getriebene Charaktere, als zweite Naturgewalt, während Chastain wie schon in "Tree of Life" als fürsorgliche Mutter besticht. Bleibt Adam Stones funktionale Kameraarbeit zu loben, die Shannon hautnah begleitet und den Film mit einem dokumentarischen Look versieht.

geh.

Darsteller:  Michael Shannon   als Curtis LaForche
  Jessica Chastain   als Samantha LaForche
  Shea Whigham   als Dewart
  Tova Stewart   als Hannah LaForche
  Katy Mixon   als Nat
  Kathy Baker   als Sarah
  Ray McKinnon   als Kyle
  Lisa Gay Hamilton   als Kendra
  Robert Longstreet   als Jim
  Natasha Randall   als Cammie
  Ron Kennard   als Russel
  Scott Knisley   als Lewis
 
Regie:  Jeff Nichols  
Buch:  Jeff Nichols  
Musik:  David Wingo  
Kamera:  Adam Stone  
Produzent:  Tylor Davidson  
  Sophia Lin  

"Jede Kleinigkeit wird zur Apokalypse aufgeblasen"

Jeff Nichols' "Take Shelter" läuft seit 22. März in den deutschen Kinos. Im vergangenen Jahr war das Drama beim Filmfest in Hamburg und in Cannes ausgezeichnet worden!

Jeff Nichols sieht seinen stürmischen Thriller "Take Shelter" als Spiegel paranoiden Zeitgeists (Foto: Acot Elite (24 Bilder)) Großansicht

Jeff Nichols sieht seinen stürmischen Thriller "Take Shelter" als Spiegel paranoiden Zeitgeists (Foto: Acot Elite (24 Bilder))

"Take Shelter" ist ein Film über Angst und vertritt das Konzept, Angst habe man dann, wenn man etwas zu verlieren hat.
JEFF NICHOLS: Mir gefiel dieser Gedanke für "Take Shelter", ich habe ihn nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Angst ist als Überbegriff ein gutes Thema für einen Film, fand ich. Bei meinem Debüt "Shotgun Stories" ging es um Rache, "Mud" erzählt von unerwiderter Liebe. Mir gefällt es, meine Arbeiten an großen Themen aufzuhängen.

Es war Ihnen wichtig, dass die Hauptfigur ein Jedermann war?
Das sind Figuren, mit denen ich mich identifizieren kann. Ich erzähle gern etwas über Menschen, die einen Job haben wie jeder andere auch, ein Haus, eine einfache, nachvollziehbare Existenz. Und dann konfrontiere ich sie mit Problemen und sehe mir an, wie sie damit umgehen. Ich will Kino machen, das einen Punkt hat. Ich würde nie eine Kamera in eine Ecke stellen, weil es gut aussieht. Es muss einen Grund geben, warum wir diesen Blick einnehmen.

Die fantastische Situation ist in diesem Fall die ausufernde Paranoia Ihrer Hauptfigur, die in der Flucht in einen Sturmbunker mündet. Warum dieser Sturmbunker?
Ich bin in einer Kleinstadt in Arkansas aufgewachsen; bei uns gab es regelmäßig Wirbelstürme. Wir selbst hatten keinen Sturmbunker, aber jeden Mittwoch wurde der Alarm getestet. Die Möglichkeit, dass jeden Moment etwas passieren könnte, lag immer in der Luft. Vielleicht bin ich deshalb so fasziniert von Stürmen. Ich wollte diese Faszination unbedingt in einen Film einfließen lassen. Ich hoffe mal, dass die Metapher nicht zu ungeschickt ist, aber Stürme sind auch ein gutes Bild für Probleme, die am Horizont aufziehen. Und man möge mir verzeihen, ich finde einfach, dass das cool aussieht, diese Häuser mit den Bunkern im Garten.

Betrachten Sie "Take Shelter" als aktuellen Film?
Finden Sie nicht, dass wir in einem Zeitalter der Angst leben, einer Zeit, in der all das, was man als sicher erachtet hat, ins Wanken gerät? Jede noch so kleine Meldung wird zur apokalyptischen Breaking News aufgeblasen. Wir haben Angst vor allem, weil uns vor allem Angst gemacht wird. Diesen Zeitgeist wollte ich in meinem Film aufgreifen. Wie gehen wir mit all der Angst um? Wie stellen wir es an, dass wir nicht wahnsinnig werden?

Für "Take Shelter" stand Ihnen nur ein beschränktes Budget zur Verfügung, wie hoch war der Druck, der auf Ihnen lastete?
Als Filmemacher steht man ständig unter Hochdruck, weil wirklich jeder Film funktionieren muss. Nur wenn man erfolgreich ist, kann man den nächsten Film machen. Mein erster Film hat nur 50.000 Dollar gekostet, nicht viel Geld, wenn man sich ansieht, was für Filme ausgegeben wird - aber dennoch war es das komplette Geld, das meine Familie und ich besaßen. Und hätte er nicht funktioniert, würde es "Take Shelter" nicht geben. Das Gleiche gilt für "Mud". Vielleicht bin ich auch zu sensibel, aber ich habe den Eindruck, dass ich mir einen Fehlschuss nicht leisten kann.

In einer Zeit, in der die Luft für unabhängige Filmemacher immer dünner wird.
Mann, als ich angefangen habe, lag das unabhängige Kino in Amerika in seinen letzten Zügen. Wir waren am Ende. Ich konnte mir keinen Film leisten, der das Publikum ausklammert. So kam ich auf die Idee, meine Anliegen in einen Genrefilm zu verpacken. Und zu hoffen, dass man es mir durchgehen lässt. Mal abwarten, vielleicht funktioniert es ja. Ich denke, dass wir unser Bestes gegeben haben.

 

Take Shelter - Ein Sturm zieht auf in der Fotoshow

 

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