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Takeshi Kitanos Dolls

Takeshi Kitano erzählt in einer explosiven Farbsymphonie drei Gegenwartsgeschichten über die ewige Liebe, Trauer und Schönheit.


Takeshi Kitanos Dolls

Leihvideo

Erhältlich seit:
07.04.2004

Originaltitel: Dolls

Drama/ Melodram

Japan 2002
Laufzeit: 109 Min.
FSK: ab 12

Miho Kanno
Hidetoshi Nishijima
Tatsuya Mihashi

Regie: Takeshi Kitano
Sunfilm Entertainment

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Takeshi Kitanos Dolls

Matsumoto verlässt seine Geliebte Sawako, die daraufhin einen Selbstmordversuch unternimmt. Da kehrt er zu der inzwischen unheilbar Kranken zurück und bindet sie mit einer roten Kordel an sich. Für immer vereint, streifen die beiden als Bettlerpaar durch die Straßen. Auch Yakuza-Boss Hiro ließ einst seine Geliebte zurück. 30 Jahre später wartet sie immer noch jeden Samstag mit seinem Mittagessen auf der Parkbank. Andernorts opfert Nukui seinem Idol Haruna freiwillig das Augenlicht, um seine unerschütterliche Liebe zu beweisen.

Multitalent und Kino-Extremist Takeshi Kitano ("Brother") singt hier ein Hohelied auf die zerstörerische Liebe. Darin spiegeln sich die emotionalen Katastrophen seiner Protagonisten in betörenden, das beständige Sterben symbolisierende Landschaftsaufnahmen (Kamera: Katsumi Yanagishima) wider, bewegen sich die Akteure zu Untätigkeit verdammt wie von unsichtbaren Fäden bewegte Puppen. Diese rauschhaft bunte und doch so morbide Welt des modernen Japan lädt Kitano-Fans wie Liebhaber des Fernost-Kinos zum Schwelgen ein.

Takeshi Kitanos Dolls

Die Stilisierung der Bilder - Takeshi Kitano treibt sie in "Dolls" auf die Spitze. In einer explosiven Farbsymphonie erzählt er drei Gegenwartsgeschichten von in Unglück erstarrten Menschen, durch die sich wie ein roter Faden die Verbindung von ewiger Liebe, Trauer und Schönheit zieht.

Takeshi Kitano, Japans bekanntester Regisseur überrascht nach dem poetischen Drama "Hana-Bi" (Goldener Löwe 1997 in Venedig), dem leichtfüßigen Roadmovie "Kikujiro" und dem in USA gedrehten Yakuza-Movie "Brother" überrascht er jetzt mit einer tragischen Liebesgeschichte. Vorbei der minimalistische Stil oder der pointiert schwarze Humor, "Dolls" handelt von verletzten Gefühlen, tiefem Leid und tödlicher Leidenschaft, dreht sich um die endlose Einsamkeit des Menschen. Der Film beginnt als Hommage an das Bunraku-Puppenspiel aus dem 17. Jahrhundert und startet mit einer Bühnenszene aus einem Stück von Monzaemon Chikamatsu (der "Shakespeare" Japans) über eine zum Scheitern verurteilte Liebe. Danach geht es nahtlos in die Gegenwart. Ein Geschäftsmann löst die Verlobung mit seiner großen Liebe, um ganz pragmatisch die Tochter des Chefs zu ehelichen. Als er am Hochzeitstag vom Suizidversuch der Geliebten erfährt, gibt er alles auf und wandert mit der dem Wahnsinn Verfallenen durch eine surreale Welt mit wechselnden Jahreszeiten, immer verbunden durch eine rote Kordel, um sie nicht zu verlieren. Lose verwebt mit dieser Tragödie sind zwei weitere unglückliche Lovestories, die eines alternden Yakuza, der sich wehmütig an die Vergangenheit und die von ihm verlassene Freundin erinnert und die einer Popsängerin, der ein Unfall das makellose Aussehen zerstört und die sich aus dem Glamour-Business zurückzieht. Alle Protagonisten wirken wie Puppen, wie fern gelenkte Marionetten, die abgeschottet in ihrer Imagination leben, sich dem Seelenschmerz hingeben oder der stillen Sehnsucht, der Trauer über nicht revidierbare Entscheidungen und der Vergeblichkeit ihres Tuns. Wie in einem Purgatorium leiden sie an sich selbst und den ihnen von anderen zugefügten, immer wieder aufbrechenden Wunden. Und doch kann Kitano nicht aus seiner Haut heraus, wieder wird der Tod zum beherrschenden Element. Nur ist er hier vielleicht stiller und subtiler, aber das leise Absterben der Seele, das dem des Körpers vorausgeht ist qualvoller und auf eine andere Weise gewaltvoller als in "Brother". Für Kitano tötet eine Kugel sauberer, ehrlicher und schneller als ein Schicksalsschlag, dem der Mensch ohne Gegenwehr ausgeliefert ist. Viele der Anspielungen bleiben uns westlichen Zuschauern fremd. Doch bei diesem schwer zugänglichen, aber formal außergewöhnlichen Werk geht es weniger um Begreifen oder Erklären, als um das Eintauchen in eine fantastische Bilderwelt. Wenn das schweigsame Paar im Frühling in hellen Gewändern (Kostüme Yohji Yamamoto) unter weißen Blüten wandelt, den fahlen Schnee mit knallbunter traditioneller Kleidung kontrastiert oder vor der Kulisse des leuchtenden Herbstwald sich dem Fatum fügt, stockt einem ob dieser fulminanten Farbkompositionen der Atem. mk.

Darsteller:  Miho Kanno   als Sawako
  Hidetoshi Nishijima   als Matsumoto
  Tatsuya Mihashi   als Hiro
  Chieko Matsubara   als Frau im Park
  Kyoko Fukada   als Haruna
  Tsutomu Takeshige   als Nukui
 
Regie:  Takeshi Kitano  
Buch:  Takeshi Kitano  
Musik:  Joe Hisaishi  
Kamera:  Katsumi Yanagishima  
Produzent:  Masayuki Mori  
  Takio Yoshida  
 

Takeshi Kitanos Dolls in der Fotoshow

 

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