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Tee mit Mussolini

Liebenswertes, zehn Jahre umspannendes Porträt einer schrulligen Frauengruppe im faschistischen Italien.


Tee mit Mussolini

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Erhältlich seit:
03.11.2005

Originaltitel: Tea with Mussolini

Komödie/ Drama

Italien/Großbritannien 1998
Laufzeit: 117 Min.
FSK: ab 6

Cher
Dame Judi Dench
Joan Plowright

Regie: Franco Zeffirelli
Universal Pictures Germany

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Tee mit Mussolini

Im Florenz des Jahres 1935 nimmt sich ein Kreis von Engländerinnen des italienischen Jungen Luca an. I scorpioni werden die Damen um die ehemalige Botschafter-Gattin Lady Hester Random spöttisch genannt, die der toskanischen Kunst frönen und den High Tea nach Sitte ihrer Heimat zelebrieren. Auch als die Vorboten des Krieges für erste Irritierungen sorgen, lassen sich die Damen in ihrem ritualisierten Alltag nicht stören. Doch kurz darauf werden die Ladies, unter ihnen auch die jüdische Amerikanerin Elsa, in San Gimignano interniert.

Eine autobiographisch gefärbte Komödie mit dramatischen Untertönen. Altmeister Franco Zeffirelli verwebt eigene Kindheitserinnerungen in ein liebenswertes, zehn Jahre umspannendes Porträt einer schrulligen Frauengruppe, die im faschistischen Italien lebt. Das exquisite Produktions-Design und die vorzügliche Kameraarbeit begeistern ebenso wie das großartig aufspielendes Darsteller-Ensemble, dem Hollywood-Star Cher ebenso angehört wie die englische Charakterschauspielerin Joan Plowright. Die Besetzung ist denn auch das größte Kapital dieser nostalgischen Reise in die Vergangenheit.

Tee mit Mussolini

Der Erfolg von "Das Leben ist schön" motiviert die Unterhaltungsindustrie, den Faschismus aus immer neuen Blickwinkeln zu betrachten. Auch Altmeister Franco Zeffirelli nutzt die Gelegenheit für einen autobiographisch gefärbten Film aus dem Florenz der 30er und 40er Jahre. Die Trumpfkarte in dieser Komödie vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkrieges sind die drei umwerfenden englischen Ladies Judi Dench, Joan Plowright und Maggie Smith.

Schon 1951 verarbeitete der heute 76jährige Italiener seine Jugenderfahrungen in einem ersten Drehbuch, später folgte seine Autobiographie "Zeffirelli - an Autobiography". Der renommierte Regisseur ("Hamlet") wurde "unehelich" geboren und von einer Engländerin erzogen. Seine persönliche Vita verwebt er in diesem hervorragend fotografierten Film mit dem Schicksal einiger Engländerinnen, die partout nicht einsehen wollen, warum sie unter dem von ein paar Idioten angezettelten Krieg leiden sollen. Die exzentrischen Ladies gehören zum Club der "Scorpioni", und frönen der Kunst in der Toskana, pflegen in ihrer kleinen englischen Kolonie Rituale ganz wie daheim. Die spitzzüngigen Damen, darunter die warmherzige Mary, die Luca Innocenti, den unehelichen Sohn ihres italienischen Arbeitgebers, quasi adoptiert, die frühere Botschaftergattin Lady Hester und die hysterische Fresco-Fanatikerin Arabella bilden den harten Kern der Gruppe, in dessen Dunstkreis auch noch zwei Amerikanerinnen - eine lesbische Archäologin und die mit Argwohn betrachtete jüdische Revuetänzerin Elsa Morgen zeitweise auftauchen. Anführerin Lady Hester läßt sich vom Duce bei einer Tasse Tee persönlich versichern, daß ihnen keine Gefahr drohe (daher der Titel). Mit dem Zerbrechen der Scheiben in ihrem Lieblingscafé zerbricht auch die Illusion der Sicherheit. Als feindliche Ausländerinnen werden sie aufs Land deportiert. Anstatt sich zu beugen, bringen sie den schnöseligen Bewachern erst einmal Benehmen bei und lassen sich auch sonst nicht aus der Ruhe bringen. Erst als der Jüdin Elsa (brillant: Cher) der Tod droht und der inzwischen zum jungen Mann herangewachsene Luca sich dem Widerstand anschließt, erkennen sie die Gefahr. Etwas unentschlossen laviert sich Zeffirelli durch diese "bittersüße Geschichte mit vielen komödiantischen Momenten". Die drei Handlungsstränge - das Schicksal der Frauen, Lucas Entwicklung und Terror des Nationalsozialismus - driften manchmal auseinander. Das Porträt der in einer Scheinwelt lebenden schrulligen Ladies ist gelungen, dagegen bleibt die Figur des Lucas relativ blaß, was an der Milchbubi-Ausstrahlung von Baird Wallace liegt. Der Faschismus selbst dient nur als Folie für die frech-fröhlichen Weiber. Zeffirelli verzichtet auf Fragen nach Schuld oder Verantwortung, beläßt es bei Andeutungen und übernimmt die politische Naivität seiner Protagonistinnen. Das mag gewollt sein, hinterläßt aber Unbehagen. Dennoch kann man sich dem Charme und der Kraft der Schauspielerinnen nicht entziehen. mk.

Tee mit Mussolini

Eine unglaubliche Geschichte - und doch ist sie wahr! Denn Regisseur Franco Zeffirelli inszenierte mit "Tee mit Mussolini" seine eigenen Kindheitserinnerungen aus dem Italien der 30er Jahre.

Zeffirellis junges Alter Ego Luca (Baird Wallace) wächst ohne Eltern auf. Seine Mutter stirbt früh und sein leiblicher Vater - ein vermögender Schneider, der Lucas Mutter als Geliebte hatte - will offiziell nichts mit ihm zu tun haben. Immerhin aber bittet er heimlich die britische Lady Mary (Joan Plowright), sich um den Jungen zu kümmern und finanziert auch dessen Ausbildung. Luca lebt zwischen all den kulturbeflissenen englischen Ladies, von denen viele damals Florenz bevölkerten. Frauen wie die verknöcherte Diplomatenwitwe Lady Hester (Maggie Smith), die lesbische Archäologin Georgie (Lily Tomlin), die naiv-verträumte Arabella (Judi Dench) und die exzentrische, lebens- und liebeshungrige Elsa (Cher).

Sie alle weigern sich, die immer perfideren Terrorakte der Mussolini-Regierung zur Kenntnis zu nehmen, sie wollen partout nicht an einen möglichen Krieg glauben und sie halten es für ein lächerliches Gerücht, dass die italienischen Faschisten alle Briten inhaftieren wollen. Doch als all das tatsächlich eintrifft, lassen sich die resoluten Damen nicht einschüchtern: Die Ladies beschliessen, den Schwarzhemden ein paar Manieren beizubringen, retten ihre eigenen (und weitere) Menschenleben und beschützen am Ende gar eine alte Kirche vor den heranrollenden Panzern.

Widerstand im Rüschenkleid - eine ebenso ungewöhnliche, wie packende und auch amüsante Geschichtslektion.

Quelle: Universal Pictures

Darsteller:  Cher   als Elsa
  Dame Judi Dench   als Arabella
  Joan Plowright   als Mary
  Maggie Smith   als Hester
  Lily Tomlin   als Georgie
  Baird Wallace   als Luca als Teenager
  Charlie Lucas   als Luca als Kind
  Massimo Ghini   als Paolo
  Paolo Seganti   als Vittorio
  Paul Checquer   als Wilfred
  Tessa Pritchard   als Connie
  Mino Bellei   als Cesare
  Claudio Spadaro   als Mussolini
 
Regie:  Franco Zeffirelli  
Buch:  Sir John Mortimer  
  Franco Zeffirelli  
Musik:  Alessio Vlad  
  Stefano Arnaldi  
Kamera:  David Watkin  
Produzent:  Riccardo Tozzi  
  Giovannella Zannoni  
  Clive Parsons  
 

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