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Teufelsbraten

Zweiteilige TV-Verfilmung des Romans "Das verborgene Wort" der Lyrikerin und Schriftstellerin Ulla Hahn.


Teufelsbraten

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Erhältlich seit:
13.03.2008

Drama

Deutschland 2007
Laufzeit: 180 Min.
FSK: ab 12

Nina Siebertz
Charlotte Steinhauer
Anna Fischer

Regie: Hermine Huntgeburth
Studio Hamburg Enterprises

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Teufelsbraten

Zur Zeit des deutschen Wirtschaftswunders der 1950er und 1960er Jahre wächst die zehnjährige Hildegard in der Nähe von Köln in einem für die damalige Zeit typischen Arbeitermilieu heran. Im Gegensatz zu anderen Gleichaltrigen besitzt sie aber einen unbändigen Drang nach Wissen, der, mit Ausnahme des Großvaters, ihre Familie schnell überfordert. Vor allem der Vater bekommt immer mehr das Gefühl, dass ihm seine Tochter überlegen ist und kompensiert seine Hilflosigkeit mit Gewalt. Mit 16 Jahren sind ihre schulischen Leistungen so gut, dass sie an einem Gymnasium das Abitur in Angriff nehmen könnte. Doch ihre Eltern sind dagegen, und so muss Hildegard eine Lehre als Sekretärin beginnen. Sie sieht ihren großen Traum, irgendwann eine Akademikerin zu sein, platzen und droht sämtlichen Halt in ihrem Leben zu verlieren.

Beeindruckender TV-Zweiteiler von Hermine Huntgeburth mit bemerkenswert gezeichneten Figuren, der beim Filmfest München 2007 als Bester Fernsehfilm ausgezeichnet wurde. Der Film basiert auf dem 2001 erschienenen Roman "Das verborgene Wort" von Ulla Hahn, der schnell zu einem Bestseller wurde. Die Figur der Hildegard wurde im Verlauf der Geschichte von drei Darstellerinnen gespielt, als ihr Vater glänzt Ulrich Noethen. In einer Nebenrolle ist Harald Schmidt als Unterwäscheverkäufer zu sehen.

Teufelsbraten

"Das verborgene Wort", der zweite Roman der Lyrikerin Ulla Hahn, avancierte 2001 zum Bestseller. Nun liegt die autobiografisch gefärbte Erzählung auch in Form eines TV-Zweiteilers vor. Hermine Huntgeburth hat die Emanzipationsgeschichte der Arbeitertochter Hildegard Palm, die in den 50er Jahren im katholisch geprägten Rheinland aufwächst, in Szene gesetzt.

Auch wenn für den von Colonia Media produzierten Fernsehfilm der Titel "Teufelsbraten" gewählt wurde, orientiert sich die Verfilmung eng an Hahns Romanvorlage. Wie im Buch ist somit auch der rheinische Dialekt wichtiger Bestandteil der Erzählung. Es bleibt abzuwarten, wie die Fernsehzuschauer aus anderen Regionen Deutschland vor allem den ersten Teil des "Teufelsbratens" aufnehmen werden, der überwiegend in der rheinischen Arbeitersiedlung angesiedelt und entsprechend sprachlich gefärbt ist.

Nicht zuletzt trägt der Dialekt aber auch zur hohen Authentizität des Zweiteilers bei. Huntgeburth gelingt es, die Atmosphäre der 50er und frühen 60er Jahre überzeugend ins Bild zu setzen. Auch das Darstellerensemble, allen voran Anna Fischer, Charlotte Steinhauer und Nina Siebertz als Hildegard in unterschiedlichen Altersstufen, ist gut zusammengestellt und bis in die Nebenrollen passend besetzt.

Fischer bleibt es dabei vorbehalten den gesamten zweiten Teil zu bestreiten, der die Entwicklung von Hildegard im Teenager-Alter und somit die entscheidende Loslösung des begabten Arbeiterkindes vom bildungsfernen Elternhaus schildert. Gerade hier gelingen im Zusammenspiel zwischen Fischer und dem Vater-Darsteller Ulrich Noethen viele beeindruckende Momente. Der Zuschauer wird Zeuge wie Vater und Tochter beim gemeinsamen Kleiderkauf in Köln zueinanderfinden, erlebt auch den beklemmend realistisch dargestellten Jähzorn des Arbeiters, der im Umgang mit dem selbstbewussten Teenager und dessen Wunsch nach gymnasialer Bildung völlig überfordert ist.

Bei aller ernster Thematik kommen auch humoristische Ansätze im "Teufelsbraten" nicht zu kurz. Einige Charaktere werden bis ins Groteske überzeichnet, was etwa bei der von Corinna Harfouch dargestellten Sekretärin Frau Wachtel hervorragend funktioniert, bei Harald Schmidts Kurzauftritt als "Wäschemann" hingegen eher mäßig. Die Sequenz mit dem schauspielernden Late-Night-Talker, der in einer Loriot-artigen Maskerade auftritt, will einfach nicht so recht ins stimmige Gesamtbild des Zweiteilers passen. Unter dem Strich überzeugt "Teufelsbraten" aber als interessante Studie einer interessanten Epoche, in der die konservative Gesellschaft der 50er Jahre mit der aufkeimenden Aufbruchstimmung der 68er-Ära konfrontiert wurde. jl.

Teufelsbraten

Preisgekröntes und hochkarätig besetztes Emanzipationsdrama einer Arbeitertochter in den 50ern. Gewinner des TV-Movie-Award, Filmfest München 2007. In zwei Teilen.

Hermine Huntgeburth (Die weiße Massai, Bibi Blocksberg) inszenierte die Verfilmung dieser faszinierenden Geschichte. Die Vorlage für den Stoff des von Literatur begeisterten Mädchens aus einfachem Hause ist "Das verborgene Wort", geschrieben von Ulla Hahn - einer der wichtigsten deutschsprachigen Lyrikerinnen. Die Protagonistin Hildegard, genannt "Hilla", lebt 1951 in einer grauen, schmutzigen Industriestadt am Rhein. Verkörpert wird sie, je nach Lebensabschnitt, gleich von drei vielversprechenden Nachwuchs-Schauspielerinnen: Nina Siebertz, Charlotte Steinhauer und Anna Fischer. Gastauftritt: Harald Schmidt. Skurrile Nebenrolle: Corinna Harfouch.

"Düvelsbrode" ist kölsch für Teufelsbraten. So wird sie von ihrer Familie geschimpft, die kleine Hildegard. Denn die Tochter eines ungelernten Fabrikarbeiters (Ulrich Noethen) und einer Putzfrau (Margarita Broich) hat einen unbeugsamen Willen. Sie möchte lesen und schreiben lernen. Die einzige Sprache, die ihre Familie kennt ist jedoch kölsch - und die Prügelstrafe. Allein ihr Großvater (Peter Franke) weiß, dass sie ein besonders intelligentes Mädchen ist, das man fördern muss. Die Großmutter (Barbara Nüsse) ist der Ansicht, das Mädchen habe teuflisches Blut.
Hildegard wächst heran und entdeckt nicht nur die Macht der Sprache, sondern auch die Schönheit der Worte. Obwohl ihre Liebe zu Geschichten und Literatur ihren engstirnigen Vater rasend macht, stillt sie weiter ihren Wissensdurst. Als Heranwachsende lernt sie Umgangsformen und guten Geschmack kennen, als romantischer Teen die erste Liebe, als ehrgeizige junge Frau die Mittel, um sich gegen aufdringliche Vorgesetzte zur Wehr zu setzen und gegen die Vorurteile ihrer Familie. Dank der Hilfe von aufgeklärten Lehrern und ihrer Entschlossenheit, findet "Hilla", wie sich später selbst tauft, letztlich einen Weg, der selbst ihre Familie stolz werden lässt. Sie blickt hinter die Fassade der Sprache, wo sie den Reichtum des verborgenen Wortes entdeckt...
Alle drei Darstellerinnen überzeugen in der Rolle. Wer Teil eins gesehen hat, möchte Teil zwei der spannenden Geschichte zum Mitfiebern gleich anhängen. Ideal also im DVD-Doppel-Paket.

Glänzend gemein: Corinna Harfouch in einer Nebenrolle als machtlüsterne Büroangestellte. Zum Brüllen komisch: Harald Schmidt mit seinem Gastauftritt allein unter Hausfrauen - als Hausierer mit der neuesten Mode aus Paris.

Quelle: Studio Hamburg

Darsteller:  Nina Siebertz   als Hildegard 1
  Charlotte Steinhauer   als Hildegard 2
  Anna Fischer   als Hildegard 3
  Ulrich Noethen   als Vater
  Margarita Broich   als Mutter
  Peter Franke   als Großvater
  Barbara Nüsse   als Großmutter
  Ignaz Kirchner   als Lehrer Mohren
  Ludger Pistor   als Pastor
  Lucas Gregorowicz   als Lehrer Geffken
  Petra Welteroth   als Tante Berta
  Alice Dwyer   als Doris
  Sebastian Urzendowsky   als Sigismund
  Moritz Klaus   als Bertram 1
  Karl Alexander Seidel   als Bertram 2
  Felix Bröckling   als Bertram 3
  Heinrich Pachl   als Krämer
  Annette Frier   als Frau Geffken
  Camilla Renschke  
  Carlo Ljubek  
  Corinna Harfouch  
  Martin Bruhn   als Herr Kinski
 
Regie:  Hermine Huntgeburth  
Buch:  Volker Einrauch  
  Franziska Buch  
Musik:  Biber Gullatz  
  Andreas Schäfer  
Kamera:  Sebastian Edschmid  
Produzent:  Prof. Dr. Günter Rohrbach  
 

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