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Thank You for Smoking

Regiedebüt von Ivan Reitmans Sohn Julian, eine gallige Satire über die Corporate Culture in den USA, die in alle Richtungen kräftig austeilt und die Zielscheibe selten verfehlt.


Thank You for Smoking

Leihvideo

Erhältlich seit:
15.01.2007

Satire

USA 2005
Laufzeit: 88 Min.
FSK: ab 12

Aaron Eckhart
William H. Macy
Katie Holmes

Regie: Jason Reitman
Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany

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Diese Satire über Tabakwerbung geht auf die Lunge: Fragen Sie vorher Ihren Arzt oder Apotheker.

Ein Senator gegen den glatten PR-Profi (Foto: Fox) Großansicht

Ein Senator gegen den glatten PR-Profi (Foto: Fox)

Raucher haben's schwer in Amerika. Damit trotzdem weiter am Glimmstängel gezogen wird, zieht Nick Naylor (Aaron Eckhart) alle Register. Der PR-Mann der Tabakindustrie lässt seinen Gegnern in Talkshows keine Chance und heimst dabei noch Sympathien ein, mimt im Notfall auch schon mal raffiniert den besorgten Daddy.

Nur der liberale Senator Finistirre (William H. Macy) geht ihm nicht auf den Leim. Der lästige Gesundheitsapostel will dafür sorgen, dass auf jeder Zigarettenschachtel ein Totenkopf zur Abschreckung prangt. Aber gegen den mit allen Wassern gewaschenen Werbebuben steht er schlecht da.

Treffen des Todestrios (Foto: Fox) Großansicht

Treffen des Todestrios (Foto: Fox)

Spezialisten am Werk

Erst Tom-Cruise-Gespielin Katie Holmes gelingt es - im wahrsten Sinne des Wortes -, den durchtriebenen Typen aufs Kreuz zu legen. Jason Reitman, Sohn von Komödienspezialist Ivan Reitman, lässt in dieser ultimativen Satire nichts aus, haut süffisant sämtliche Ideale in die Pfanne. Bissiger geht's nicht.

Thank You for Smoking

Weil eine Sexszene mit Katie Holmes angeblich auf Drängen von Tom Cruise aus der Kopie verschwand, machte dieses Regiedebüt in Sundance Schlagzeilen. Boulevard-PR, die diese bissige, dialogstarke Komödie in keinster Weise nötig hatte.

Satire war bisher nicht das Etikett, das Filme aus dem Hause Reitman angemessen beschrieb. Jason Reitman ist mit den eher grobgestrickten Komödien seines Vaters Ivan ("Kindergarten Cop", "Ghostbusters") aufgewachsen, ohne sichtbaren Schaden genommen zu haben. Nach einer Reihe von ungewöhnlichen Kurzfilmen, darunter "Consent" und seine absurde sexuelle Vertragsverhandlung unter Teenagern, hat er auch mit seinem ersten Langfilm den komödiantischen Gencode seines Vaters gelöscht. "Thank You For Smoking", von Reitman selbst nach einem Roman von Christopher Buckley adaptiert, ist ein glänzend besetzter Ensemblefilm mit rabenschwarzem Humor, frei von Betroffenheitspathos, geradezu durchtrieben amerikakritisch und gleichzeitig in seinen verteidigten Werten (Meinungsfreiheit, Familie) doch sehr amerikanisch. Perfide und frech benutzt der Film Mittel der Rhetorik, die mit nationaler Begeisterung in Schulen und Universitäten trainiert, in Debattier-Zirkeln und -Wettbewerben überprüft werden, um sie für Tabu-Themen einzusetzen. Lobbyisten der Waffen-, Alkohol- und Tabakindustrie erweisen sich als giftig-humorvolle, wort- und redegewandte Argumentierungskünstler in der Promotion der Produkte, die in Amerikas Gesellschaft zunehmend unter Beschuss geraten. "Wir wollen ihn leben und rauchen sehen", verteidigt Nick Naylor (Aaron Eckhart), Sprecher von Big Tobacco, seine Auftraggeber, als er in einer TV-Talkshow mit einem krebskranken Jungen konfrontiert wird. Nach dieser zynisch parierten Attacke sieht das väterliche Urgestein von Big Tobacco (Robert Duvall) Handlungsbedarf für eine Imagepolitur und Nick als seine beste Waffe im Kampf gegen die Anti-Raucher-Hysterie. Auf einem Businesstrip nach Kalifornien soll er nicht nur den echten, todkranken Marlboro-Mann zur Annahme von Schmerzens- und Schweigegeld bringen, sondern auch mit Hilfe eines Poweragenten Rauchen im Hollywoodkino wieder populär machen. Auf dieser Geschäftsreise wird der Advokat des Teufels von Fundamentalisten entführt, von einer skrupellosen Journalistin manipuliert, aber auch von seinem Sohn, der ihn begleitet, moralisch geläutert. Versöhnlich wird "Thank You For Smoking" damit aber noch längst nicht. Das beweist die ungebrochene Sympathie für alle drei gezeigten Lobbyisten und nicht zuletzt auch der Finalsatz, der mühelos zwischen der Hauptfigur, Michael Jordan und Charles Manson Gemeinsamkeiten entdeckt. kob.

Darsteller:  Aaron Eckhart   als Nick Naylor
  William H. Macy   als Senator Finistirre
  Katie Holmes   als Heather Holloway
  Maria Bello   als Polly Bailey
  Cameron Bright   als Joey Naylor
  Adam Brody   als Jack Bein
  Sam Elliott   als Lorne Lutch
  David Koechner   als Bobby Jay Bliss
  Rob Lowe   als Jeff Megall
  J.K. Simmons   als BR
  Robert Duvall   als The Captain
  Kim Dickens   als Jill Naylor
 
Regie:  Jason Reitman  
Buch:  Jason Reitman  
Kamera:  Jim Whitaker  
Produzent:  David O. Sacks  

"Nick kennt das Spiel"

"Wenn ich im Flugzeug das Kid neben mir zum Rauchen überrede, ist mein Ticket schon bezahlt", so Aaron Eckhart als Nick Naylor, Sprecher von Big Tobacco. Im Interview mit KINO.DE verrät der Schauspieler, wie er zu seiner Rolle in "Thank You for Smoking" steht.

Als Nick Naylor hat Aaron Eckhart immer eine Antwort parat (Foto: Fox) Großansicht

Als Nick Naylor hat Aaron Eckhart immer eine Antwort parat (Foto: Fox)

Warum haben Sie sich für die Rolle des Nick Naylor entschieden?

AARON ECKHART: Als ich das Script las, konnte ich einfach nicht glauben, dass der Part noch nicht vergeben war. Ich fragte mich: Warum macht Brad Pitt nicht diesen Film? Die Geschichte hat so viel Dynamik weil Nick eine moralisch fragwürdige Person ist.

Als Schauspieler träumt man von einer derart vielschichtigen Rolle, für die so tolle Dialoge geschrieben wurden. Ich habe sofort ein anderes Projekt verlassen, um bei "Thank You for Smoking" an Bord zu kommen.

Wenn der Papa in der Schule seinen Job erklärt (Foto: Fox) Großansicht

Wenn der Papa in der Schule seinen Job erklärt (Foto: Fox)

Wie stehen Sie zu diesem unmoralischen Nick?

Viel habe ich nicht mit ihm gemeinsam. Ich bin kein Verkäufer, ich will Leute nicht zu etwas überreden, das sie nicht haben wollen. Das ist mir zu anstrengend, ich habe nicht so viel Energie und Kreativität wie Nick.

Was mir an ihm gefällt ist, dass er an das glaubt, was er tut und gut dabei ist. Es macht Nick einfach Spaß und es macht Spaß, ihm dabei zuzusehen. Ich glaube, dass Menschen sich mehr mit einer Persönlichkeit identifizieren können als mit einem Produkt. So läuft es schließlich auch bei den Politikern. Je nachdem, wie gut sie sich verkaufen können, folgen ihnen die Wähler. Nick ist darin der absolute Profi, er kennt das Spiel.

 

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