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Leihvideo
Originaltitel: The Big Lebowski
USA 1997
Laufzeit: 112 Min.
FSK: ab 12
Jeff Bridges
John Goodman
Julianne Moore
Regie: Joel Coen
Universal Pictures Germany

Der tiefe Schlaf der Coen-Brüder währt gewöhnlich zwei Jahre, bevor ein neuer cineastischer Traum Gestalt annimmt. Dann wird die schlummernde Filmwelt mit einer kreativen Explosion geweckt, die Maßstäbe setzt. "The Big Lebowkski" ist eine mächtige filmische Erscheinung - eine aberwitzig-schrullige, komplizierte, aber letztlich auf nichts hinauslaufende Entführungsgeschichte im geistigen Vakuum des Späthippie-Milieus, mit der die Coens lakonisch, ironisch und formal bestechend auf Raymond Chandlers Spuren wandeln.
Anspielungen auf den Film noir, vor allem auf "The Big Sleep", den der Legende nach nicht einmal Regisseur Howard Hawks ganz verstanden haben soll, gibt es zahlreiche: den Auftraggeber im Rollstuhl, zwei weibliche Verwandte zwischen Lasterhaftigkeit und cooler Exzentrik, oder den ausufernden, aber letztlich ein Nichts aufbauschenden Plot. Sogar Schauspielerin Peggy Knudsen aus "The Big Sleep" hat auf bizarre Weise Eingang in diese skurrile Hommage gefunden. Wie schon in "Hudsucker - Der große Sprung" führt ein Erzähler (hier Modell-Cowboy Sam Elliott) in die Handlung ein, die zur Zeit des Golfkriegs (Saddam Hussein hat einen schrägen Gastauftritt) in Los Angeles spielt. Zentrale Figur ist der chronische Hippie Jeff Lebowski (Jeff Bridges), alias "The Dude", dessen Leben von den Koordinaten Joint, Bowling und Arbeitstranszendierung bestimmt wird. Lebowski ist die Frührentner-Version von Sean Penns unvergeßlichem Surf-Guru Jeff Spicoli ("Ich glaub' ich steh' im Wald"), wobei die Bowling-Hallen von L.A. den Pazifik adäquat ersetzen. Dort stellt sich Lebowski mit seinem Freund Walter (Karikatur einer Post-Vietnam-Zeitbombe: John Goodman) lässig den Herausforderungen eines Sports, der die wenigen aktiven Gehirnzellen des Duos voll in Beschlag genommen hat. Dessen Kegel-Kosmos wird erst erschüttert, als Lebowski von Geldeintreibern mit dem gleichnamigen Multimillionär (David Huddleston) verwechselt wird, und diese ihr neues Revier auf dem Teppich von "The Dude" dreist markieren. Regreßansprüche, die Lebowski bei seinem Namensvetter geltend machen will, führen schließlich zu einem überraschenden Auftrag: "The Dude" soll das Lösegeld für die entführte junge Frau von Big L. übergeben. Weil dieses Vorhaben in gewohnter Coen-Tradition an den Launen des Lebens und der Gehirnaktivität zentraler Charaktere scheitert, schlittern die beiden Bowler immer tiefer ins Chaos hinein, in dem nachtragende Pornoproduzenten, ein irrwitziges deutsches Nihilisten-Trio und ein intriganter Finanz-Mogul ihre Karten ausspielen. Die Plot-Konsequenzen sind im Unterschied zu "Fargo" gewaltarm, aber überaus witzig und von inszenatorischen Einfällen übersät. Herausragend dabei diverse Traumsequenzen, die Bridges' Bowling-Fixierung karikieren und die Coens auf dem kreativen Höhepunkt zeigen. Die formale Perfektion des Films, zu der Kameramann Roger Deakins einen wesentlichen Beitrag leistet, findet in der Zeichnung der Charaktere ihre Entsprechung, die in ihrer Schrulligkeit ihresgleichen suchen (Julianne Moore als nackte Trapez-Action-Painterin, John Turturro als selbstverliebter Bowling-Matador). Unmöglich, dem Detailreichtum der Figuren, der Fülle ironischer Kommentare in einem Kinobesuch gerecht werden zu können. Somit ist "The Big Lebowski" ein Fall für cineastische Wiederholungstäter und sollte nicht zuletzt dank einer wohl gesichert guten Mundpropaganda das Einspielegebnis von "Fargo" (etwa 300.000 Zuschauer) zumindest erreichen können. Denn Dumm und Dümmer hat man selten intelligenter gesehen. kob.
| Darsteller: | Jeff Bridges | als The Dude | |
|---|---|---|---|
| John Goodman | als Walter Sobchak | ||
| Julianne Moore | als Maude Lebowski | ||
| Steve Buscemi | als Donny | ||
| Peter Stormare | als 1. Nihilist | ||
| David Huddleston | als Big Lebowski | ||
| Philip Seymour Hoffman | als Brandt | ||
| Flea | als 2. Nihilist | ||
| Leon Russom | als Polizeichef von Malibu | ||
| Sam Elliott | als Der Fremde | ||
| Tara Reid | als Bunny Lebowski | ||
| John Turturro | als Jesus Quintana | ||
| David Thewlis | als Knox Harrington | ||
| Ben Gazzara | als Jackie Treehorn | ||
| Regie: | Joel Coen | ||
| Buch: | Joel Coen | ||
| Ethan Coen | |||
| Musik: | Carter Burwell | ||
| Kamera: | Roger Deakins | ||
| Produzent: | Ethan Coen | ||
The Big Lebowski in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch, Englisch
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch, Englisch, Engl. f. Hörg.
Bildformat: 4:3/16:9
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Jeff Bridges
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