
Richard Kelly, Regisseur des Kulthits "Donnie Darko", wartet erneut mit einer stimmig-surrealen Mischung aus Vorstadtdrama, Fantasy und Science-Fiction auf.
Für das Drehbuch adaptierte Kelly die Kurzgeschichte "Button, Button" von Autor Richard Matheson (von dem auch die Vorlage zu "I Am Legend" stammt) aus dem Jahr 1970. Diese diente bereits als Vorlage für eine Episode der TV-Reihe "The Twilight Zone" (1985), die Kellys Interesse an einer Adaption weckte. Für seine Version hält er sich an die Grundstruktur Verschwörungstheorien rund um NASA, Außerirdische und Gedankenkontrolle, bzw. Körperübernahme.
Die Handlung ist im Jahr 1976 angesiedelt und dreht sich um das unmoralische Angebot, dass dem in finanziellen Nöten steckenden Ehepaar Norma (Cameron Diaz) und Arthur Lewis (James Marsden) von dem mysteriösen Fremden Arlington Stewart (Frank Langella) gemacht wird. Der geheimnisvolle Gentleman mit entstelltem Gesicht hinterlässt ihnen eine kleine Schachtel mit großem rotem Knopf. Falls sie ihn drücken, erhalten sie eine Million Dollar. Der Haken: eine Person, die sie nicht kennen, wird auf der Stelle sterben. Zur gleichen Zeit erfahren beide Eheleute weitere Neuigkeiten, die ihre Lage zunehmend verzweifelter machen. Norma, die als Lehrerin unterrichtet, wird der Privatschulenrabatt für ihren Sohn entzogen, Arthur bekommt nicht die erhoffte Beförderung zum Astronauten. So fehlt das Geld für Normas Fußoperation, um den Verlust ihrer Zehen zu korrigieren. Trotz moralischer Bedenken drückt Norma schließlich den Knopf, und am anderen Ende der Stadt wird prompt eine Frau von ihrem Mann erschossen. Eine Spirale von unerklärlichen Begebenheiten und unheilvollen Begegnungen katapultiert das Leben der bis dato normalen Familie in übernatürliche Ebenen. Eine finale Katastrophe erscheint unvermeidlich.
Spezialeffekte kommen spärlich, jedoch pointiert zum Einsatz. In erster Linie ist es das bizarre Verhalten einer Vielzahl von Figuren, die wie entseelte Marionetten wirken, womit Kelly auf verblüffend effektive Weise die erwünschte Realitätsverfremdung erzielt. Darüber hinaus unterstützt der melancholisch klingende Score der kanadischen Band Arcade Fire die Stimmung. Unter den Schauspielern profiliert sich vor allem Langella ("Frost, Nixon"), auch wenn sein durch CGI mit einem großen Loch versehenes Gesicht ablenkend wirkt. Filmemacher Kelly widmet sich sowohl dem moralischen Dilemma als auch existenziellen Fragen (selbst Jean-Paul Sartre wird zitiert), ohne sonderlichen Tiefgang zu erlangen. Solider Unterhaltungswert ist dem eigenwilligen Thriller im nostalgischen Retro-Look dennoch nicht abzusprechen. ara.