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The Door in the Floor - Die Tür der Versuchung

Sensible Verfilmung von John Irvings Roman "Witwe für ein Jahr" über eine Ehe, die durch den Tod zweier Söhne auseinander bricht.


The Door in the Floor - Die Tür der Versuchung

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Erhältlich seit:
03.04.2009

Originaltitel: The Door in the Floor

Drama

USA 2004
Laufzeit: 108 Min.
FSK: ab 12

Jeff Bridges
Kim Basinger
Elle Fanning

Regie: Tod Williams
Universum Film

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Gefühlvolle und urkomische Dreiecksgeschichte um ein Ehepaar in der Krise und einen siebzehnjährigen Praktikanten - nach John Irvings Bestseller "Witwe für ein Jahr".

Ted und seine liebste Inspiration (Foto: Tobis) Großansicht

Ted und seine liebste Inspiration (Foto: Tobis)

"Ein Geräusch, wie wenn einer versucht, kein Geräusch zu machen".

Davon ist die vierjährige Ruthie gerade aus dem Bett geschreckt und das erzählt sie nun mit großen Kulleraugen ihrem Vater. Der setzt sich, kaum hat er das schlaflose engelsblonde Töchterchen beruhigt, schnurstracks an die Schreibmaschine. Zu gut ist der Satz, den er da eben hörte, um ihn nicht in ein neues Buch zu verwandeln...

Kinderbuchautor Ted Cole (Jeff Bridges) lebt für seine Geschichten. Seine beiden Söhne leben dagegen nicht mehr. Und seit deren Tod bei einem Autounfall sind für Ted Mitmenschen vor allem eins: Material für Bücher. Derart mit seiner Kunst beschäftigt, tritt Cole als spitzbübischer Lebemann auf, dem kein Schicksalsschlag je die Fassung rauben könnte.

Eddie ist magisch angezogen von Marion... (Foto: Tobis) Großansicht

Eddie ist magisch angezogen von Marion... (Foto: Tobis)

Schreiber-Lehrling

Seine wunderschöne Frau Marion (Kim Basinger) hat der Verlust dagegen versteinert. Einst war sie ihrem kreativen Mann die perfekte Muse, nun lebt sie nur noch in der Vergangenheit, gefangen in jenem unglückseligen Moment. Sie hat Ted nur noch wenig zu sagen und ihrer kleinen Nachzüglerin Ruthie nichts zu geben.

Mitten in dieses Ehepatt im verträumten Städtchen Hampton auf Long Island hinein platzt der siebzehnjährige Eddie (Newcomer Jon Foster), der von einer Zukunft als erfolgreicher Autor träumt. Als "Praktikant" soll er seinem großen Vorbild Ted über den Sommer zur Hand gehen.

...und das endet unweigerlich in einer Kissenschlacht (Foto: Tobis) Großansicht

...und das endet unweigerlich in einer Kissenschlacht (Foto: Tobis)

Liebesschüler

Doch Marions geheimnisvolle Unnahbarkeit zieht Eddie derart in den Bann, dass er seine Dienste schon bald bevorzugt bei der Frau des Schriftstellers ableistet. Der erotische Rausch mit einem jungen Liebhaber lässt bei Marion einen Funken neuer Lebensenergie sprühen. In einem Dreieck aus Liebe, Verdrängung, Hoffnung und Verzweiflung wird Eddie bald zum Katalysator des Unvermeidlichen.

Große Gefühle, wahnwitzige Komik, und das von einer Sekunde zur anderen: Regisseur Tod Williams hat den Geist des Romans "Witwe für ein Jahr" von Starautor John Irving wunderbar eingefangen.

Keiner weiß so recht, wohin die Reise des anderen geht (Foto: Tobis) Großansicht

Keiner weiß so recht, wohin die Reise des anderen geht (Foto: Tobis)

Voller Körpereinsatz

Zwar beschränkt sich "The Door In The Floor" auf das erste Kapitel des Bestsellers, doch gerade dadurch gelingt es Williams, die typische Handschrift Irvings präzise auf die Leinwand zu übersetzen: Liebevoll gezeichnete Charaktere verwickeln sich in aberwitzige Dialoge und bestehen Situationen, die so unglaublich sind, dass sie schon wieder glaubhaft wirken.

Das verdankt "The Door In The Floor" auch den glänzend aufspielenden Darstellern, allen voran Jeff Bridges, dessen Ted Cole in seinen schrillen Momenten an den "Dude" aus dem Kultfilm "The Big Lebowski" erinnert. Kim Basinger gelingt die Quadratur des Kreises, wenn sie in ebenso geschmackvollen wie schamfreien Liebesszenen einen Jüngling verführt, um kurz darauf die ganze Zerbrechlichkeit einer vom Schicksal hart geprüften Mittvierzigerin auf die Leinwand zu zaubern. Die gefühlsstarke Schlüsselszene des Films zwischen ihr und Bridges ist ein stummer Genuss fast ohne körperliche Berührungen.

Eine wütende "Muse" bringt Lebemann Ted in Nöte (Foto: Tobis) Großansicht

Eine wütende "Muse" bringt Lebemann Ted in Nöte (Foto: Tobis)

Auf die Moral gepfiffen

Am mutigsten agiert die 55-jährige Mimi Rogers: Die ehemalige Mrs. Tom Cruise spielt Ted Coles schamlos als Liebhaberin ausgenutzte Muse und lässt dabei ihrerseits alle Scham und alle Hüllen fallen.

Und doch ist der Abschlussfilm des Festivals von San Sebastian 2004 keine Pornografie, wie beflissene Sittenwächter aus den amerikanischen Südstaaten glauben machen wollten - sondern schlicht ein höchst vergnügliches Drama, dem nichts Menschliches fremd ist.

The Door in the Floor - Die Tür der Versuchung

Das Kino liebt John Irving und wie er die Welt sieht. "The Door in the Floor" ist die fünfte Adaption eines Irving-Romans und nach "Garp und wie er die Welt sah", "Das Hotel New Hampshire" und "Gottes Werk und Teufels Beitrag" die vierte Verfilmung, die trotz Reduktion der Vorlage überzeugt. Mit einer Geschichte von Verlust und Verführung, von Tragik und Komik, die durch ihre Balance und das Duo Jeff Bridges und Kim Basinger zwei Stunden unterhaltsames wie auch nachdenkliches Erzählkino garantiert.

Natürlich werden Puristen persönliche Klagemauern beschwören, weil sich die Adaption von Newcomer Tod Williams auf das erste Drittel des Buchs und nicht auf die junge Hauptfigur konzentriert, die der Film nur als kleines Kind, der Roman aber auch als erwachsene Frau und erfolgreiche Schriftstellerin zeigt. Trotzdem wird es auch in dieser kritischen Fraktion Versöhnungschancen geben, denn Williams trifft Irvings Ton, dieses natürliche Miteinander von traurigen, witzigen und auch grotesken Momenten. Wer dagegen das Buch nicht kennt, kann sich unbelastet auf einen Film einlassen, dem trotz seines Themas nicht Depressives anhängt. Der mit geschliffenen Dialogen smart und mit emotionaler Harmonie ohne falsche Töne reif wirkt. Ernst, empfindsam, erotisch und auch komisch - das sind Adjektive, die diese ruhig inszenierte Dramödie am besten beschreiben. Ein Hauch von Robert Mulligans zärtlicher Initiationsgeschichte "Frühling einen Sommer lang" weht durch diesen Film, wenn ein junger Mann sich in eine vereinsamte ältere Frau verliebt. Kim Basinger allerdings spielt eine komplexere, verlorenere Figur als damals Jennifer O'Neill - eine dreifache Mutter, die sich völlig in sich zurückgezogen hat und nur durch die Affäre mit dem jungen Assistenten ihres Mannes noch einmal zu leben beginnt - für einen Sommer lang. Schönheit und traurige Seele sind in Basinger ideal verbunden, deren Nacktszenen für die raren Momente stehen, in denen diese Figur Vergangenheit und Verschlossenheit verlässt. Ist Basingers Marion nicht mehr als eine lebende Tote, verkörpert Jeff Bridges die Lebenslust, die scheinbar auch eine unfassbare Tragödie überwinden lässt. Vor Jahren hat das Ehepaar seine beiden fast erwachsenen Söhne verloren. Ein drittes Kind, die kleine Ruth, sollte der Trost in der Trauer werden, erinnert über diese Funktion aber zwangsläufig immer an die schrecklichste Emotion. Ein dunkler Schatten liegt ständig, aber nie erdrückend über diesem Film. Es gibt beiläufige Andeutungen, stille, aber erzählende Bilder, doch kaum den Versuch, für das Unaussprechliche Worte zu finden. Symptomatisch dafür eine Szene, in der sich Basinger und der von Affäre zu Affäre surfende Bridges, der mit einer großen Leistung einen Egomanen sympathisch macht, sprachlos verabschieden. Stark auch das Ende, an dem Bridges durch die titelgebende Türe fremdes Territorium betritt, die Musik abrupt ausblendet und uns schweigend zurücklässt. Und weil sich über dieses Finale und den Film insgesamt so gut nachdenken und diskutieren lässt, ist dieser Abschied im Grunde auch ein Anfang. kob.

The Door in the Floor - Die Tür der Versuchung

Ted (Jeff Bridges), ein erfolgreicher Kinderbuchautor und Illustrator, und seine wunderschöne Frau Marion (Kim Basinger) wohnen gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter Ruth (Elle Fanning) in einem malerischen Küstenort auf Long Island. Eine scheinbar perfekte Familie. Doch die Ehe steckt in einer Krise. Bei einem tragischen Verkehrsunfall haben Ted und Marion ihre beiden Söhne verloren. Das Paar wird mit dem Verlust nicht fertig. Marion leidet leise vor sich hin und ist außerstande, ihre kleine Tochter Ruth zu lieben, die mit den Fotos ihrer verstorbenen Brüder Zwiesprache hält. Ted dagegen stürzt sich von einer flüchtigen Affäre zur nächsten. Als der junge Eddie (Jon Foster) bei ihnen einzieht, um für Ted einen Sommer lang als Praktikant zu arbeiten, ändert sich alles. Einen Sommer lang wird Marion ihn leidenschaftlich lieben und in alle erotischen Geheimnisse einführen. Doch dann spitzen sich die Ereignisse zu...

Quelle: Universum Film

Audiokommentar
Hinter den Kulissen
John Irving: Vom Buch zum Film
Making Of
Trailer

Quelle: Universum Film

Darsteller:  Jeff Bridges   als Ted Cole
  Kim Basinger   als Marion Cole
  Elle Fanning   als Ruth Cole
  Jon Foster   als Eddie O'Hare
  Bijou Phillips   als Alice
  Mimi Rogers   als Evelyn Vaughn
  Louis Arcella   als Eduardo Gomez
  John Rothman   als Minty O'Hare
  Harvey Loomis   als Dr. Loomis
 
Regie:  Tod Williams  
Buch:  Tod Williams  
Musik:  Marcelo Zarvos  
Kamera:  Terry Stacey  
Produzent:  Ted Hope  
  Anne Carey  
  Michael Corrente  
 

The Door in the Floor - Die Tür der Versuchung in der Fotoshow

 

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