
"Fight Club"-Juniorenausgabe meets "Karate Kid" im Digitalzeitalter, angesiedelt im sonnigen Babes-und-Bikini-Staat Florida.
Wurden Konflikte in Teenfilmen seit geraumer Zeit bevorzugt auf der Tanzfläche ("Step Up", "Save The Last Dance"), auf der Bühne ("8 Mile") oder auf dem Asphalt ("The Fast and the Furious") ausgetragen, geht beim Kampfsport-Teendrama "The Fighters" erstmals wieder richtig und ausgiebig die Prügel-Post ab. Der angesagte Kontaktsport ist Mixed Martial Arts, eine Mischung aus Ringen, Kickboxen, Karate, Jiu-Jitsu, Capoeira, etc., die Regisseur Jeff Wadlow (er inszenierte den Teen-Thriller "Cry Wolf") mit Testosteron-gepowerten Poprock unterlegt und entsprechend aggressiv in Szene setzt. Das Drehbuch schrieb Chris Hauty ("Ein tierisches Trio - wieder unterwegs"), der zwar vor fast keinem genreüblichen Klischee in Deckung geht, sich jedoch müht, seinen Figuren ein wenig extra Substanz zu verleihen.
Der 17-jährige Protagonist Jake Tyler (Sean Faris erinnert äußerlich an den jungen Tom Cruise) fühlt sich für den Unfalltod seines Vater verantwortlich und kämpft seither mit unkontrollierten Zornausbrüchen. Eine dadurch provozierte Massenschlägerei auf dem Footballplatz macht auf Youtube die Runde, so dass er in seiner neuen Schule in Florida sogleich als "natural born brawler" (Schläger) bekannt ist. Damit zieht er auch die Aufmerksamkeit des aalglatten Rich Kid Ryan McCarthy ("O.C."-Bad Boy Cam Gigandet), der als MMA-Champion das Sagen hat. Mit Hilfe seiner verlockenden Freundin Baja (Amber Heard als Blondine mit Grips und Gewissen) lockt er Jake zu seiner Party, wo er ihn vor versammelter (Handy filmender) Mannschaft im Kampf mit Leichtigkeit besiegt. Denn mit seinen ungeschliffenen Boxkünsten hat Jake gegen den super trainierten Ryan nicht die geringste Chance. Doch dann findet Jake im Brasilianer Jean Roqua (der zweifach Oscar nominierte Djimon Hounsou) einen weisen Sensei, der ihn in höchste Kickass-Künste einweiht und seine angeschlagene Charakterbildung ankurbelt. Nach den obligatorischen Trainingssequenzen kommt es schließlich nach einer weiteren gemeinen Provokation durch den Bösewicht zum entscheidenden Showdown, während nebenher noch ein wenig mit der Blondine geliebäugelt wird. Am Schluss sind alle um einige wichtige Lebenslektionen reicher. Alles in allem ein beachtliches Kampfsport-Spektakel, ruppig genug für Jungs, aber auch ansatzweise romantisch genug für interessierte Girls. ara.