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The Good Thief

Remake des Cine-Noir-Klassikers "Bob Le Flambeur" über einen drogenabhängigen Glücksspieler, der seinen größten Coup im Casino von Monte Carlo plant.


The Good Thief

Leihvideo

Erhältlich seit:
04.03.2004

Originaltitel: The Good Thief

Thriller

Kanada/Großbritannien/Frankreich 2002
Laufzeit: 105 Min.
FSK: ab 12

Nick Nolte
Tchéky Karyo
Saïd Taghmaoui

Regie: Neil Jordan
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Remake des Cine-Noir-Klassikers "Drei Uhr nachts" über einen drogenabhängigen Glücksspieler, der seinen größten Coup im Casino von Monte Carlo plant.

Bob verbringt seine Zeit am liebsten am Spieltisch (Foto: Solo Film) Großansicht

Bob verbringt seine Zeit am liebsten am Spieltisch (Foto: Solo Film)

Bob Montagnet ist ein abgebrannter amerikanischer Spieler und Gelegenheitsdieb, der heroinabhängig, müde und abgewrackt in Frankreich gestrandet ist und sich mehr schlecht als recht durch die verrauchten Clubs und Kaschemmen an der Côte d'Azur schlägt.

Für Bob bietet sich eine letzte Chance, als ihm ein alter Vertrauter ein unwiderstehliches Angebot macht, das Bob wieder auf die Beine helfen könnte. Er soll den Diebstahl der Kunstsammlung des Casinos von Monte Carlo orchestrieren.

Aufmerksam verfolgt von einem Polizisten plant er mit seinen Partnern Paulo und Raoul, dem technischen Mastermind Vladimer, dem ehemaligen Dealer Said, der jungen Prostituierten Anne und den komplett identischen Zwillingen Albert und Bertram den spektakulärsten Coup seines Lebens.

Das Casino wird bald um ein paar Mark ärmer sein (Foto: Solo Film) Großansicht

Das Casino wird bald um ein paar Mark ärmer sein (Foto: Solo Film)

Diebisch gut

Mit "The Good Thief" hat Meisterregisseur und Oscar-Gewinner Neil Jordan den Cine-Noir-Klassiker "Drei Uhr nachts" der französischen Regielegende Jean-Pierre Melville in die Gegenwart verlegt.

Mit Nick Nolte in der Rolle des Glücksspielers Bob Montagnet drehte Jordan vor der glamourösen Kulisse der Cote d'Azur einen cleveren, stylishen Thriller, der den Vergleich mit der legendären Vorlage nicht zu scheuen braucht.

The Good Thief

1955 gab der französische Genrespezialist Jean-Pierre Melville mit seinem atmosphärischen Frühthriller "Drei Uhr nachts" einen ersten Vorgeschmack auf die Nouvelle Vague. Deren stilistische Freiheiten und Spielereien bilden wiederum die Grundlage für Neil Jordans furioses Remake des Melville-Stoffes über einen abgehalfterten Spieler und Gauner, der eigentlich down and out ist, aber in diesem clever-lässigen Heist-Krimi eine letzte Chance auf Absolution für alle Sünden und Fehler erhält.

Nicht ein Ton von Jazzlegende Chet Baker ist über 109 Minuten Lauflänge zu hören. Er spielt keine Rolle in der Geschichte, noch nicht einmal sein Name wird genannt. Und doch ist Neil Jordans eindringliche Charakterstudie im Genrekostüm beseelt vom Geist des begnadeten Trompeters, der sich auf den losen, lässig-jazzigen Rhythmus der Erzählung ebenso niederschlägt wie auf Nick Noltes Darstellung des titelgebenden Bob Montagnet: ein abgebrannter amerikanischer Spieler und Gelegenheitsdieb mit der Raspelstimme von Tom Waits, der heroinabhängig, müde und abgewrackt in Frankreich gestrandet ist und sich mehr schlecht als recht durch die verrauchten Clubs und Kaschemmen an der Côte d'Azur schlägt. Für Bob bietet sich eine letzte Chance, als ihm ein alter Vertrauter einen unwiderstehlichen Coup anbietet, der Bob wieder auf die Beine helfen könnte. Er soll den Diebstahl der Kunstsammlung des Casinos von Monte Carlo orchestrieren.

Dass in Krimis wie diesem alles anders kommen muss, als man denkt, gehört zum Spiel. Aber wie Jordan dieses Diktum auf denkbar eigenwillige Weise mit immer neuen Haken und Variationen durchbuchstabiert, ist erfrischend wie kein Film des Iren seit "Crying Game". Dass gerade die scheinbar abgeschmacktesten Genrestoffe in den letzten Jahren immer wieder Grundlage für tollstes Kino waren, hat nicht zuletzt Steven Soderbergh mit seiner Crime-Trilogie "Out of Sight", "The Limey" und "Ocean's Eleven" bewiesen.

"The Good Thief" profitiert ganz unglaublich davon, dass Neil Jordan wieder zu lange vermisster Höchstform aufläuft. Die Handlung hält er spannend und unberechenbar, indem er Bobs Schicksal und Gelingen des Heists ganz eng mit dessen Persönlichkeit verknüpft, die sich wiederum im zweifelhaften Riviera-Kaschemmen-Milieu widerspiegelt. Alles nur Kopien, Finten, Tricks und doppelter Boden - diese Vorlage verdichtet Jordan zum Thema seines Films: Wenn "Black Is Black" zu hören ist, dann als Coverversion von Jimi Hendrix; als eine Gitarrensolo-Version des "Star-Spangled Banner" ertönt, stammt sie nicht wie erwartet von Jimi Hendrix, sondern von Emir Kusturica in einem bizarren Cameo; der Muskelprotz unter den Einbrechern ist eine Heulsuse; der engste Vertraute spielt auf eigene Rechnung; ein unscheinbarer Hotel-Angestellter hat einen Zwilling. Und um das Doppelspiel bis zuletzt durchzuhalten, findet auch der Heist woanders statt als zunächst angenommen. Und Nolte macht als Mastermind gar nicht mit, weil er im Casino gerade die Glückssträhne seines Lebens hat. Bei Melville stürzt der Held am Ende. Bei Jordan lacht ihm die südfranzösische Sonne, das Mädchen im Arm, ins Gesicht. So sehr mag er seinen Bob. Und anders soll und darf es auch nicht sein. ts.

Darsteller:  Nick Nolte   als Bob Montagnet
  Tchéky Karyo   als Roger
  Saïd Taghmaoui   als Paulo
  Nutsa Kukhanidze   als Anne
  Gérard Darmon   als Raoul
  Marc Lavoine   als Remi
  Patricia Kell   als Yvonne
  Warren Zavatta   als Petit Louis
  Nicolas Dromard   als Luigi
  Sarah Bridges   als Philippa
  Ouassini Embarek   als Said
  Emir Kusturica   als Vladimir
  Mark Polish   als Albert
  Michael Polish   als Bertram
  Ralph Fiennes   als Tony Angel
 
Regie:  Neil Jordan  
Buch:  Neil Jordan  
Musik:  Elliot Goldenthal  
Kamera:  Chris Menges  
Produzent:  Seaton McLean  
  John Wells  
  Stephen Woolley  
 

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