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The Machinist

Gothic-Charakterstudie, post-moderner Film Noir und Industrial Thriller: Christian Bale schläft nicht mehr und vergisst dabei seine Vergangenheit.


The Machinist

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Erhältlich seit:
08.05.2008

Originaltitel: El maquinista

Thriller

Spanien 2003
Laufzeit: 101 Min.
FSK: ab 16

Christian Bale
Jennifer Jason Leigh
Aitana Sánchez-Gijón

Regie: Brad Anderson
3L Vertriebs GmbH & Co.KG

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Um aus diesem Albtraum aufzuwachen, muss "American Psycho" Christian Bale überhaupt erst mal einschlafen.

Trevor verliert mehr und mehr den Boden unter den Füßen (Foto: 3L) Großansicht

Trevor verliert mehr und mehr den Boden unter den Füßen (Foto: 3L)

Schlafen. Einfach nur wieder richtig schlafen! Das ist alles, worum die Gedanken von Trevor Reznik (Christian Bale) kreisen. Seit über einem Jahr leidet der Maschinenbauer unter akuter Schlaflosigkeit. Auch seinen einzigen Bezugspersonen, der Kellnerin Marie und der Prostituierten Stevie, kann Trevor dies nicht erklären.

Dabei nimmt sein aus dem Schlafmangel resultierender körperlicher Verfall immer dramatischere Ausmaße an: Er ist bis aufs Skelett abgemagert und phasenweise völlig apathisch.

Aus dieser Apathie wird Trevor jäh gerissen, als ein Kollege bei einem Arbeitsunfall einen Arm verliert. Reznik soll für das Unglück verantwortlich sein. Er sieht das jedoch ganz anders: Für ihn ist der Neue, Ivan, der Schuldige. Den jedoch will noch nie jemand in der Fabrik gesehen haben.

Rätselhafte Nachrichten in der Wohnung (Foto: 3L) Großansicht

Rätselhafte Nachrichten in der Wohnung (Foto: 3L)

Wandelndes Skelett

Als Trevor auch noch in seinen vier Wänden rätselhafte Post-Its findet und Ivan immer öfter in seiner Umgebung auftaucht, ist er überzeugt, Opfer einer Verschwörung zu sein. Er schreitet zur Tat...

Für seinen Hang zu extremen Rollen ist Christian Bale bekannt, sein "The Machinist" jedoch stellt sogar die Metamorphose von Charlize Theron in "Monster" in den Schatten. Runtergehungert auf 60 Kilo wird er selbst zum fleischgewordenen Albtraum, den dieser meisterlich düstere Industrial-Thriller skizziert.

The Machinist

Die Voraussetzungen für den Erfolg dieser düsteren Gothic-Charakterstudie im Industrial-Look mögen nicht die allerbesten sein: Den letzten Filmen des jungen Filmemachers Brad Anderson, "Session 9" oder "Next Stop Wonderland", gelang international noch nicht der Sprung auf die Kinoleinwand. Nach dem Beifall in Sundance und bei der Berlinale dürften für "The Machinist", den Anderson für die spanische Filmax Entertainment inszenierte, die Chancen hoffentlich besser stehen, auch hierzulande einen Verleih zu finden oder zumindest Genrefans auf dem ein oder anderen (Fantasy-)Festival mit der Performance des neuen Batman Christian Bale eine Gänsehaut einzujagen.

Was vor allem daran liegt, dass Christian Bale für die Hauptrolle eine körperliche Transformation vorlegte, die selbst Oscar-Preisträgerin Charlize Theron in den Schatten stellt. Der Verlust von 63 Pfund Körpergewicht, der aus dem ehemals durchtrainierten "American Psycho" einen abgemagerten, nicht weniger psychotisch wirkenden Strich in der düsteren Landschaft macht, wären zwar keine Voraussetzung für Bales Besetzung gewesen, heißt es. Doch die Tortur zeigt Wirkung: Ist der Schock über die eingefallenen Wangen, dunklen Augenhöhlen und hervorstechenden Rippen gewichen, entwickelt man für das Schicksal von Bales Trevor Reznik umgehend Sympathie und Mitgefühl - und ahnt doch Böses. Trevor, ein ruhiger, einsamer junger Arbeiter in einer Maschinenfabrik, erklärt, er habe seit über einem Jahr nicht geschlafen. Da will man sofort die Behauptung anzweifeln, dass noch niemand an Schlaflosigkeit gestorben sei.

Jemand anderes hat allerdings unfreiwillig den Tod gefunden zeigt der Prolog, in dem Trevor einen in einen Teppich eingerollten Körper von einer Klippe ins Meer entsorgt. Nach dem Drehbuch von Scott Kosar ("Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre") erzählt Anderson von Trevors täglicher Routine in einer Fabrik, in der seine ständigen Halluzinationen einen Arbeitsunfall verursachen, bei dem ein Kollege (Michael Ironside) einen Arm verliert. Skurrile Post-Its mit Todesdrohungen, die offensichtlich irgendjemand in Trevors Wohnung verteilt, ein stahlharter neuer Kollege (John Sharian), den niemand außer Trevor kennt, und seine Zuneigung zu Kellnerin Marie (Aitana Sanchez-Giton) und der Prostituierten Stevie (Jennifer Jason Leigh) ergeben das Porträt einer gequälten, paranoiden Seele, das den Handlungstwist in der zweiten Hälfte ahnen lässt, jedoch bis zum Schluss den Zuschauer mit quälenden Fragen konfrontiert.

Wenn schließlich die Fäden zusammengeknüpft werden und das Drehbuch seine Logik beweist, ist das ebenso erfreulich, wie die Spannung, die Korsar, Anderson und Kameramann Xavi Gimenez ("Intacto") bis zur letzten Sekunde aufrecht erhalten: Mit schmalem Fokus und limitierter Farbpalette kreiert letzterer eine klaustrophobische Atmosphäre, die nicht nur dank des überraschenden Bernard-Hermann-Scores von Roque Banos an Alfred Hitchcock erinnern. Vergleiche mit dem Meister des Suspense-Kinos sind hier ebenso erlaubt wie mit David Lynch, den Seelenqualen eines Kafka-Helden oder des "Idioten" von Dostojewski, der Trevor durch die schlaflosen Nächte begleitet. Seine Alb-Wachträume werden in der schwefelig-stickigen Atmosphäre eines anonymen Industriegebiets in ausgewaschenen Grautönen zur filmischen Realität - und "The Machinist" eine intensive, präzise, dicht ausgearbeitete und beängstigend gut gespielte Film-Noir-Charakterstudie, die mit ihrer kompromisslosen Ernsthaftigkeit und visueller Originalität das Zeug zum Kultfilm mitbringt. cm.

The Machinist

Der Maschinist Trevor Reznik (Christian Bale) hat seit einem Jahr nicht mehr geschlafen. Seine Schlaflosigkeit hat zu einem schockierenden Verfall seiner körperlichen und geistigen Verfassung geführt, den seine Kollegen mit Argwohn, seine einzigen Bezugspersonen - die Prostituierte Stevie (Jennifer Jason Leigh) und die Kellnerin Marie (Aitana Sánchez-Gijón) - mit Sorge verfolgen. Dann verschuldet Trevor auch noch einen Arbeitsunfall, bei dem ein Mann einen Arm verliert. Seine Schuldgefühle weichen jedoch bald einem wachsenden Misstrauen und schließlich einer ausgewachsenen Paranoia, als er in seiner Wohnung kryptische Notizen findet und von einem mysteriösen neuen Arbeitskollegen verfolgt wird, den es gar nicht geben soll. Sind all die Vorkommnisse Teil einer großen Verschwörung, die Trevor in den Wahnsinn treiben soll? Oder ist es nur seine Müdigkeit, die ihm langsam aber sicher den Verstand raubt? Entschlossen macht sich Trevor daran, die Lösung eines Rätsels zu finden, das sein Leben in einen schlaflosen Albtraum zu verwandeln droht. Doch je mehr er herausfindet, umso weniger will er wissen...

Quelle: 3L

Darsteller:  Christian Bale   als Trevor Reznik
  Jennifer Jason Leigh   als Stevie
  Aitana Sánchez-Gijón   als Marie
  John Sharian   als Ivan
  Michael Ironside   als Miller
  Larry Gilliard Jr.   als Jackson
  Reg E. Cathey   als Jones
  Anna Massey   als Mrs. Shrike
  Matthew Romero Moore   als Nicholas
  Robert Long   als Furman
  Colin Stinton   als Inspector Rogers
  Craig Stevenson   als Tucker
  Ferran Lahoz   als Gonzales
 
Regie:  Brad Anderson  
Buch:  Scott Kosar  
Musik:  Roque Baños  
Kamera:  Xavi Gimenez  
Produzent:  Julio Fernández  

Christian Bales Hungerjahre

Christian Bale lebt auf der Sonnenseite des Lebens. Pro Film kassiert er mehrere Millionen Dollar. Doch das war nicht immer so. Vor ein paar Jahren stand dem Darsteller noch das Wasser bis zum Hals.

Stand schon kurz vor der Pleite: Christian Bale (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Stand schon kurz vor der Pleite: Christian Bale (Foto: Kurt Krieger)

Vor fünf Jahren hätte RTL-Schuldnerberater Peter Zwegat mit Hollywoodstar Christian Bale beide Hände voll zu tun gehabt. Der Star aus "Batman Begins" stand vor einem finanziellen Scherbenhaufen und hatte sich total verschuldet.

Obwohl der Brite mit "American Psycho" im Jahr 2000 und "Die Herrschaft des Feuers" im Jahr 2002 in zwei Blockbustern mitwirkte, reichte ihm die Gage hinten und vorne nicht. Ehe sich der Schauspieler und seine Ehefrau Sibi Blazic versahen, steckten sie bis zum Hals im Schuldensumpf. Die Lage verschärfte sich, als Bales Haus gepfändet wurde. Der ehemalige Kinderstar ging damals durch die Hölle. "Es liegt nur fünf Jahre zurück. Absolut, yeah! Inklusive Hauspfändung und weiterer solcher Dinge!", erinnert sich der 34-Jährige an die harten Zeiten.

Für Geld drehte er (fast) alles

Um den völligen sozialen Niedergang abzuwenden, nahm Christian auch fragwürdige Filmrollen an. Nur um wieder etwas Geld zum Leben zu haben. Die Wende kam 2004. Die Gagen für "Der Maschinist" und ein Jahr später für "Batman Begins" machten ihn auf einem Schlag vom Bettelmimen zum Multimillionär. Heutzutage zählt der Vater einer Tochter zu den Bestverdienern in Hollywood. Laut Bale ist sein Schicksal kein Einzelfall: "Ich glaube es gibt keinen lebenden Schauspieler, der nicht schon einmal in der gleichen Position gewesen wäre. In der jetztigen Position, viele Jahre danach, erkennen dich die Menschen und haben eine völlig falsche Vorstellung davon, wie dein Leben aussieht." Tja, es ist eben doch nicht alles Gold was glänzt!

 

The Machinist in der Fotoshow

 

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